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Ständig richtete ich meinen Blick in Richtung Horizont, auch wenn dieser unter dem dichten Nebel versteckt war. Meine Füße vergruben sich im kalten schwarzen Sand, aus dem die gesamte Küste bestand. Kein Kies war zu erkennen, nur ein sandiges schwarzes Nichts und ein schneeweißes undurchsichtiges Meer.

Hinter Mir befand sich eine Wüste aus genau diesem Sand. Weit konnte ich nicht blicken, da auch die Wüste vom Nebel umhüllt war. Ich spürte, dass jeder weitere Schritt in Richtung Wüste keinen Nutzen gehabt hätte. Es wäre eine unendliche Wanderung gewesen.

Statdessen bewegte ich mich der Küste am Ufer entlang. Immer wenn ich zur rechten blickte betrachtete ich das weiße Meer. Ich konnte vielleicht etwa zwanzig Meter weit schauen. Gelegentlich schien sich über dem Meer gräulicher Rauch zu bilden. Er war nicht wirklich dunkel, doch bildete einen fast schon schwarzen Kontrast zum ansonsten weißen Bild.

Ich hatte kein Ziel.

Ich fühlte keinen Hunger.

Nichts fühlte sich wie ein Alptraum an. Ich fühlte mich nicht einmal, als wäre ich in einem gewöhnlichen Traum. Etwas schien mich gefangen zu haben, doch ich fühlte mich frei. Mir ist nicht bewusst, über welchen Zeitraum ich die Küste entlangwanderte. Es hätten Tage sein können. Jahre kämen auch in Betracht.

Ich fragte mich was hinter dem Meer lag. Was würde geschehen, wenn ich es passieren würde. Langsam änderte ich meine Richtung. Mein Weg führte Richtung Meer. Als meine Haut die weiße Flüssigkeit berührte, spürte ich keine Nässe. Der Sand, der sich unter dem Wasser befand, fühlte sich immer noch trocken an und kratzte meinen Fuß. Langsam versank ich im weißen Meer. Schon auf Knöchelhöhe konnte ich meine Zehen nicht mehr im Meer erkennen.

Mein Verstand schien zu weichen, als ich immer weiter im Meer versank und nun auch mit meinem Kopf untertauchte. Ich schloss meine Augen. Als mein Kopf vollständig im weißen Meer untergetaucht war, öffnete ich meine Augen wieder. Das Erste was ich erblickte, war meinen Mann. Er lächelte. Ich realisierte, dass ich mich in der Küche befand. Die Zeit wirkte beschleunigt. Neben mir saß meine Tochter und stocherte nach der letzten Erbse in ihrem Teller. Immer wieder scheiterte sie und war letztendlich gezwungen, sie mit den Fingern aufzuheben.

Erneut schloss ich meine Augen. Wieder spürte ich das weiße Meer, wenn auch nur schwach. Ich schwamm an die Oberfläche. Es fühlte sich an als würde ich schweben. Als mein Kopf aus dem Meer auftauchte öffnete ich erneut meine Augen. Ich erkannte nichts. Nur reines Weiß drang in mein Sichtfeld. Ich verspürte das Bedürfnis zu verweilen. Der Drang zu erfahren was Realität war überschattete alles. Ich sah auf meine Hände. Sie waren nach wie vor erkennbar. Eigentlich war meine Haut blass. Nun wirkte sie fast dunkelhäutig. Um mich herum schien ich keine Wellen zu schlagen.

Warten war das Einzige, was mir in den Sinn kam. Eine unbestimmte Zeit verging bis ich endlich etwas aus dem Nebel hervorkommen sah. Ich erkannte etwas gräulich schwarzes. Die dunklen Farbtöne nahmen Gestalt an und in der Ferne erschien ein Boot in der Größe einer Nussschalfe. Eine Gestalt befand sich darauf.

Sofort tauchte ich unter. So sehr ich die Wahrheit auch erfahren wollte, so sehr fürchtete ich mich vor ihr. Als ich meine Augen erneut öffnete hatte meine Tochter die Erbse bereits in ihren Mund befördert. Ich atmete langsam. Wenn ich jetzt warten würde, wäre ich in der Welt gefangen, die ich einst für real hielt. Ich bewegte mich zu meinem Mann und umarmte ihn. Er konnte mein Zittern spüren. Falls er übhaupt existierte .... Falls irgendwas in dieser Welt existiert....

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