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Müde von der Schule, kommst du endlich zu Hause an. Dich hat der zwanzigminütige Lauf heute einiges an Kraft gekostet und du spürst, wie der Schweiß aus deinen Poren fließt. 20 Minuten? „Ach, das ist doch nichts!“, pflegt dein Sportlehrer zu sagen, „doch du sitzt lieber vor deinem Computer und chattest mit zig verschiedenen Leuten, anstatt einmal um den Block zu joggen.“ Außerdem gab dir die heute strahlende Sonne das Gefühl, als wärst du  kurz vor dem Garen.

Während du dich in den Flur begibst, kramst du erst mal deine durchgeschwitzten Sportklamotten aus der Sporttasche und schmeißt diese in den Wäschekorb des Badezimmers, der gleich zu deiner Rechten liegt. Als du damit fertig bist, kommt dir die Dusche in den Blickwinkel. Ihre kühlen, weißen Fliesen laden dich regelrecht ein. Du lässt dich nicht zwei Mal bitten, schließlich willst du nicht miterleben, wie der Schweiß auf deiner Haut trocknet und einen üblen Geruch hinterlässt.

Da deine Familie nicht da ist, kannst du die Badezimmertür ja auch getrost offen lassen. Schließlich würde dich ja keiner sehen.

Da aber durch das Fenster unangenehm schwüle Luft hereinweht, machst du es zu. Eigentlich kannst du dich nicht daran erinnern, es geöffnet zu haben, aber es gibt gerade Wichtigeres.

Du ziehst dich sofort aus und legst deine Klamotten sorgfältig auf den gekachelten Boden des Badezimmers. Eigentlich hättest du dir deine saubere Kleidung aus deinem Zimmer holen müssen, da du aber im Moment alleine daheim bist, wird es sicher niemanden stören, wenn du später nur mit einem Handtuch begleitet durch das Haus läufst.

Um das Ganze nicht unnötig in die Länge zu ziehen steigst du schnell in die Dusche und machst die Tür zu. Mit überlegendem Blick betrachtest du dein Arsenal von Shampoos. Welches Shampoo du wohl heute benutzen wirst? Coconutheaven? FreshFlower? CherryBerry? Vanillawow? Dort steht auch eine Flasche, deren Etikett bereits abgeblättert ist. Schwere Entscheidung, denn du hast keinen Favoriten. Nach kurzem Zögern entscheidest du dich letztendlich für CherryBerry, weil der Inhalt der Flasche zur Neige geht, und du das Shampoo leer machen willst. 


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Du nimmst die fast leere Flasche in die Hand,  machst den Deckel auf und drückst die duftende Flüssigkeit in deine Handfläche. Während du dich überall mit dem kirschroten Shampoo einreibst, steigt dir ein frischer, wohliger Geruch in die Nase. Noch bevor du alles mit Shampoo bedeckt hast, machst du die Dusche an. Sofort kommt dir ein Strahl kalten Wassers entgegen und fließt dir sanft über den Kopf. Das Wasser ist tatsächlich eiskalt, doch das ist dir genau recht. Tropfen laufen dir das Kinn hinunter und sammeln sich auf auf dem Kabinenboden, ehe sie sich mit dem Überbleibsel an Schaum verbinden und den Abfluss hinabrutschen.

Endlich kannst du dich nach dem anstrengenden Tag entspannen, und du schließt die Augen. Dabei merkst du nicht, dass du die Melodie von deinem Lieblingslied mitsummst, und deine Haut langsam ein wenig unterkühlt ist. Da du noch eine Menge Zeit hast, entscheidest du dich noch ein wenig länger unter dem angenehmen Strahl zu verharren, obwohl du normalerweise längst fertig wärst. Du greifst nach dem Duschgel, das du vorhin verwendet hast. Vielleicht ist ja noch was drin? Und du hast recht. Es ist noch was drin. Du drückst den Restinhalt heraus, und etwas Warmes fällt dir auf die geöffnete Handfläche. Etwas verwirrt, aber immer noch mit geschlossenen Augen, bist du überrascht wieso das Shampoo warm ist. Es muss ja schließlich kalt sein. „Es liegt bestimmt an dem Wasser“, schießt dir durch den Kopf und schon hast du dich nicht mehr drauf fokussiert. 

Du hörst das leise Knarren der Tür, führst es aber auf einen Windstoß von Richtung Fenster zurück. 

Immer noch summend, reibst du dich mit dem jetzt warmen Shampoo ein und bemerkst etwas Komisches. Der typische Kirschgeruch des Shampoos fehlt. Dennoch lässt du dich nicht beirren. Auf einmal steigt dir ein seltsamer Geruch in die Nase, der dir den Magen umdreht. Ein etwas süßlicher und metallischer Geschmack liegt jetzt auf deiner Zunge, und du bist kurz davor, deine Augen aufzureißen. Was war das für ein Geruch?! Das war nicht das Shampoo. Du findest die Antwort großflächig auf deinem Körper verteilt. Du wirfst einen Blick nach unten, zu den verschiedenen Flaschen. Anstelle der Pink-durchsichtigen befindet sich jetzt eine dunkelrote, zähe Flüssigkeit, die das Aussehen von Blut hat… Doch das ist nicht alles, was du zu Gesicht bekommst. Was zur Hölle ist passiert!? Hast du dich beim Duschen verletzt? Nein, das hättest du gemerkt.

Blood in my bathroom by rookio

In der roten Flüssigkeit befinden sich kleine, weiße Fäden. Mit etwas zittrigen Händen streichst du dir etwas von dem unbekannten Zeug von deinem Bein ab, und hältst es dir vor das Gesicht. Ganz klar... warmes Blut. Mit prüfendem Blick schaust du dir diese weißen Fäden an. Bei genauerem Betrachten bemerkst du, dass sich diese Fäden bewegen.  

Mit panischem Blick suchst du die vertraute CherryBerry-Flasche und ignorierst den Schatten, den du aus dem Augenwinkel hättest sehen können. Du findest sie nicht. Nur eine andere, ähnlich geformte Flasche, deren Etikett bereits abgeblättert ist. 

Der dich schockierende Inhalt lässt dich zusammensacken, inmitten dem Meer von Wasser, Würmern und Blut. 

Doch die wahre Angst breitet sich erst in dir aus, als eine tiefe, männliche Stimme aus Richtung der Tür feststellt: „Das ist mein Lieblingsshampoo."

-KnifeNight

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