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Schon wieder.


Sie sieht mich schon wieder mit diesem Blick an.

Auf den ersten Blick wirkt er freundlich, doch insgeheim lächelt sie nicht zu mir herüber, sondern zu mir herunter. Belächelt mich, lacht über mich! Stellt sich über mich! Sie alle stellen sich immer über mich. Denken, ich wäre dumm! Als würde ich nicht merken, was sie hinter meinem Rücken tun!

Ich muss sie nur ansehen und mir fließen Tränen aus den Augen. Sie findet das lustig. Eine Heulsuse nennt sie mich immer und lächelt immer wieder auf mich herab. „Du bist witzig“, sagt sie mir, „Deine niedliche Art bringt mich immer zum Lachen.“ Als ob ich das will!

Ich bin immer so tollpatschig. Immer lacht jeder über meine Fehler, wenn ich Sachen fallen lasse, oder ausrutsche oder vergesse, meine Hausaufgaben zu machen. Wegen letzterem konnte der Lehrer es schon wieder nicht sein lassen, mich bloßzustellen. Sie alle haben gelacht und auch sie hat mich schon wieder belächelt! Jedes Mal, wenn ich mit ihnen rede, wenn ich Fragen stelle, wenn ich ihnen meine Meinung sage, lächeln sie. Sie alle lächeln!

Ich versuche schon seit Jahren, Menschen zu finden, die nicht auf mich herab lächeln. Niemals hab ich auch nur einen gefunden, der das nicht tut. Sogar meine besten Freunde, die eigentlich wissen sollten, was ich wert bin, haben manchmal dieses Lächeln. Überall hin verfolgt es mich! Es macht mich wütend, traurig, hilflos und verzweifelt. Ich will es nicht mehr sehen!

Andauernd sagen mir die Leute, ich soll mal locker bleiben, es wäre doch alles okay. Das Lächeln wäre nicht herablassend gemeint! Aber ich weiß es besser! Sie denken, ich würde es ihnen abkaufen. Sie denken, ich wäre dumm! Würde nicht merken, dass sie sich gegen mich verschworen haben! Aber ich weiß es! Die ganze Zeit über weiß ich es! Ich weiß es schon so lange und heute ging es eben mit mir durch!

Ja, ich habe das verdammte Messer genommen, um ihr das dumme Grinsen endlich aus dem Gesicht zu schneiden! Ich habe auf ihren blöden Schädel eingestochen und ihren Bauch aufgeschlitzt! Ich habe alles rausgeschnitten, vor allem ihr verräterisches Herz. Ihr Lebenskern. Der Ursprung dieses bösartigen Lächelns. Jetzt liegt sie da. Still und ohne Schmerzen. Und ich sage, sie hatte Schmerzen. Ich habe wirklich alles getan, um ihr möglichst viele Schmerzen zuzufügen. Ich atme tief durch und verlasse den Raum mit der bluttriefenden Leiche. Ich blicke nochmal kurz zurück und schaue ihr ins Gesicht.

Noch immer ist diese Schlampe am Lächeln…

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