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Es war ihr achter Geburtstag, sie begleitete ihren Vater in die Stadt zu einem der vielen bunten Spielzeugläden, die alle voll gestopft waren mit den wunderbaren Träumen und Wünschen eines Kindes. Heute durfte sie sich aussuchen was sie wollte, heute war ihr Tag. Hand in Hand überquerten sie die Straße, nur auf zwei Autos hatten sie kurz warten müssen. Dann, endlich, die Ladentür öffnete sich wie von Geisterhand und ein freundliches "Hallo" begrüßte die beiden. Schon stürmte das kleine Mädchen lachend los und verschwand zwischen den Regalen.

Bauklötze, Pferde, Puppenhäuser, Kostüme... es gab so vieles zu entdecken, doch sie wusste dass sie sich zwischen all diesen wunderbaren Dingen nur für eines entscheiden durfte. Das kleine Mädchen blieb vor einem etwas abseits gelegenem Regal stehen. Die hölzernen Ablagen waren fast vollständig leer geräumt, warscheinlich wegen einer Aussortierung von Spielzeugen, die sich nicht gut verkauften, nur in einer hinteren Ecken lag noch ein alter, verstaubter Karton. Mit einiger Mühe schaffte es das Kind, sich den Karton heran zu ziehen und konnte durch den durchsichtigen Teil der Verpackung das Antlitz einer ziemlich schlichten, aber hübschen Puppe erkennen. Sofort lief sie zu ihrem Vater, der erstaunt von seinem Gespräch mit der Kassiererin aufblickte. "Wirklich? Die willst du haben? Es..." Doch der Blick seiner Tochter ließ ihn verstummen. Er gab nach, bezahlte und sie fuhren nach Hause.
Zuhause angekommen konnte das Mädchen kaum erwarten ihre neue Puppe auszupacken. Als sie den Karton aufriss, fiel ein Zettel heraus. Der Vater nahm ihn auf, es schien eine Art Bedienungsanleitung zu sein. Nein, Moment, eher ein Warnhinweis. Auf dem Zettel stand in geschlungener Schrift geschrieben:


Lassen sie ihr Kind niemals unbeaufsichtigt mit der Puppe spielen! Es sollten sich keine spitzen oder scharfen Gegenstände in Reichweite befinden. Nachts muss die Puppe isoliert in einem Raum eingeschlossen sein. Lassen sie ihr Kind NIEMALS mit der Puppe allein!


Der Vater war natürlich etwas verwirrt durch diese Warnungen, schließlich war es ja nur eine Puppe. Allerdings schloss er sowieso jede Nacht sämtliches Spielzeug in einen kleinen Abstellraum ein, da das Mädchen früher wenn sie nicht schlafen konnte einfach weitergespielt hatte. So hielt er sie davon ab, sich selbst vom schlafen abzuhalten. Was er jedoch nicht wusste war, dass das Mädchen längst das Versteck des Schlüssels gefunden hatte. Die ersten Tage verlief alles ruhig, das Mädchen spielte mit der Puppe. Man konnte sie aufziehen, mit einem kleinen roten Ring am Kopf, woraufhin sie ein paar Mal "Sieben, Sieben, Sieben" sagt und dann wieder verstummt. Der Vater nahm an, dass die Puppe wohl früher kleinen Kindern das zählen beigebracht hatte, jetzt aber defekt sei. Das Kind spielte mit der Puppe, bis es irgendwann das Interesse verlor und sich neue Beschäftigungen suchte. Die Puppe blieb also in der Abstellkammer, in der sie Nachts immer liegen musste.
Eines Nachts träumte das Kind plötzlich von der Puppe, wie diese plötzlich lebendig wurde und die Tür öffnete und anschließend Richtung Küche schlich...


Erschrocken wachte das Mädchen auf und schlich sich nach unten, zur Abstellkammer. Dort lag sie, genau so wie sie sie zurückgelassen hatte, regungslos, tot. Erleichter schloss das Mädchen die Tür wieder und kroch zurück ins Bett.
Im Traum erschien ihr wieder die Puppe. Aber dieses Mal begann sie zu flüstern:


Ich stehe auf und öffne die Tür...
Ich klettere die Treppe hoch, Stufe für Stufe...



Wieder schreckte das Mädchen aus dem Schlaf empor und setzte sich reflexartig im Bett auf. "Nur ein Traum", sagte sie zu sich selbst, "alles nur ein Traum." Dann sank sie zurück in ihr weiches Kissen.


Ich stehe auf und öffne die Tür...'
Ich klettere die Treppe hinauf, Stufe für Stufe...
Ich bin endlich oben...
Ich stehe jetzt vor der Tür des Mannes...
Ich habe ein Messer...


Schweißgebafdet erwachte das Mädchen wieder. Ein weiteres Mal schlich sie sich aus dem Bett und öffnete die Kammer. Ihre Knie zitterten. Die Puppe lag an der selben Stelle wie zuvor, reglos, tot. Etwas erleichtert kehrte das kleine Kind in ihr Bett zurück und war bald wieder eingeschlafen.


Ich stehe auf und öffne die Tür...
Ich klettere die Treppe hinauf, Stufe für Stufe...
Ich bin endlich oben...
Ich stehe jetzt vor der Tür des Mannes...
Ich habe ein Messer...
Die Tür öffnet sich...


Schreiend erwacht das Kind aus seinem Albtraum. Sie konnte nicht anders, sie musste wieder aufstehen und nachsehen. Doch als sie vor ihre Tür trat, setzte sie ihren Fuß plötzlich in eine dunkle Pfütze. In der Dunkelheit konnte sie nicht erkennen was es war, aber es schien aus dem Schlafzimmer ihres Vaters zu kommen und es roch irgendwie nach Metall. Die Tür war angelehnt...

Auf dem Bett saß die Puppe, den blutüberströmten Kopf des Vaters neben sich. Überall war Blut, sämtliche Innereien waren im ganzen Zimmer verteilt. Ein grausames Grinsen, gebildet aus zwei Reihen spitzer, blutiger Fangzähne hieß sie willkommen.



Acht...Acht...Acht...



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Steffen L. (Neffets97) (Diskussion) 00:04, 25. Mai 2014 (UTC)

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