FANDOM


Hell schien der Mond über dem kleinen Dorf. Eine kühle Brise strich über die großen Gebäude hinweg und blieb an einem kleinen Haus am Rande hängen. Das windschiefe Dach drohte einzustürzen und das vom Wetter verdunkelte Holz an den Wänden war marode. In diesem Haus saß eine Frau. Die Arme fest um ihre Beine geschlungen, hockte sie auf dem Betonboden und blickte zu einem Regal hinauf, auf dem ein menschenartiges Wesen mit drei Augen saß, der Wahnsinn. Er lachte. Angstvoll blickte sie zu ihm hinauf. "Nein, nicht mehr!", flüsterte die Frau. Ihre Stimme war schwach und flehend. Der Wahnsinn ließ sie nicht los. Vor Schmerzen krümmte sie sich am Boden, während ihr langes, braunes Haar hin und herpeitschte. "Hast du gedacht, dass ich dich gehen lasse, Akane?", wieder lachte er, als die Braunhaarige sich in Schmerzen am Boden wand. Ihre langen, dünnen Finger gruben sich in ihre Haare, als schreckliche Bilder vor ihrem inneren Auge vorbeizogen. Akane konnte nichts dagegen tun.

Ihre Seele spaltete sich in mehrere Persönlichkeiten, weil sie ansonsten mit dem Schmerz nicht mehr umgehen konnte und eine Persönlichkeit war stärker. Stärker als alles andere und sogar stärker als sie selbst. Wie ein Geist kam sie aus ihrem Körper und bildete sich ihren eigenen. Es war keine Persönlichkeit mehr, sondern ein Monster. Der Wahnsinn beobachtete den Vorgang und sah das Biest an. "Ab sofort wirst du mir dienen.". Er grinste dieses Etwas an, bevor er verschwand. Zurück blieb ein Monster.

Es sah aus wie ein Hund. Ein Hund mit einer hässlichen Fratze und bösen roten Augen: Der Smiledog. Das Untier wandte sich Akane zu. Sie lag immer noch zitternd am Boden. Durch diese Frau war er entstanden ... sie hatte ihn zum Leben erweckt, aus all ihrem Leiden und ihren Qualen heraus. Er konnte es spüren. Er konnte alles spüren und es machte ihn wahnsinnig. Smiledog war wütend, sehr wütend. Seine Schnauze stieß hinab zu ihrer Kehle. Ein erstickter Schrei, dann war Akane tot.

Was sollte er jetzt tun? Das Monster ging durch die Wand nach draußen. Der frische Wind verfing sich in seinem Fell und ohne zu überlegen stieß der Hund ein schauriges heulen aus, dann machte Smiledog sich auf den Weg ins Dorf. Das Monster wollte töten, langsam ... qualvoll. Der Hund ging in ein Haus. Es war dunkel und ruhig. Die Besitzer schliefen noch, aber er hatte einen Plan. Leise kratzte Smiledog an der Tür. Ein widerliches schabendes Geräusch entstand. Von diesem Lärm geweckt, stieg der Ehemann des jungen Paares aus dem Bett und ging zur Tür. Dort fand er nur blutige Kratzer. Weiter hinten im Gang hörte er nochmal dasselbe Geräusch. Der Mann war genervt. Was störte ihn zu dieser Unzeit am Schlafen? Langsam schlich er nach hinten.

Nichts. Was war da los? Wieder hörte er das Schaben, diesmal aus dem Badezimmer. Leise öffnete der Mann die Tür und sah in den Raum. Er war wie immer leer. Sein Blick fiel auf den Spiegel. Dort bewegte sich etwas, obwohl der Raum ja leer war. Der Mann kam näher. Sein Blick haftete am Spiegel, bis er direkt davorstand und was er sah, ließ ihm die Haare zu Berge stehen: Im Spiegel saß ein Hund mit roten Augen. Smiledog verzog das Gesicht zu einem Grinsen und änderte seine Gestalt: Er wurde zu einem Teufel mit roter Haut und roten Augen.

Die Augen des Mannes veränderten sich. Inzwischen war seine Frau ebenfalls aufgewacht. Sie rief nach ihrem Mann, fragte ob alles in Ordnung sei, doch die Frau bekam keine Antwort. Auf einmal hörte sie Schritte. Es waren die Schritte ihres Mannes, doch etwas beunruhigte sie. Er machte kein Licht. Ein ächzender, stöhnender Laut, der dem eines Zombies glich, entfuhr ihrem Mann und nun wurde es der Frau klar: das war nicht ihr Mann! Sie machte Licht. Diese Person war ganz nah. Sie hatte rote Haut und rote, glühende Augen. Ein Messer blitzt auf, ein Schrei, dann war alles Still. Am nächsten Morgen war der Folgende Mord auf der Titelseite aller Zeitungen:

'''Mann ersticht Frau und sich selbst'''

Ein 22-jähriger und seine um zwei Jahre jüngere Ehefrau wurden tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatte der Mann zuerst seine Frau und dann sich selbst brutal mit einem Messer erstochen. Was zu diesem Mord geführt hatte, ist noch unklar.

Smiledog kehrte vor Tagesanbruch in das Haus am Rande des Dorfes zurück und wartete auf die nächste Nacht. Sein Blutdurst war noch lange nicht gestillt ... Das Monster wusste nicht, was es tun sollte. Der Tag war frisch angebrochen und er durfte nicht ans Tageslicht. Er war müde. Langsam machte er es sich auf dem staubigen Boden bequem und legte den Kopf zwischen die Pfoten. Nach einer Weile, schlief Smiledog ein. Der Hund blinzelte ins untergehende Sonnenlicht. Bald war es wieder soweit. Er konnte wieder raus.  Eine freudige Energie durchströmte ihn bei dem Gedanken und ließ seine Pfoten kribbeln. "Und? Wen willst du diesmal umbringen?", Smiledog wirbelte herum und sah den Wahnsinn auf dem Regal sitzen. "Was willst du denn?", entgegnete der Hund und musterte den Dreiäugigen. "Schon vergessen? Du stehst in meinem Dienst.", erwiderte dieser und ließ sich von seinem Sitzplatz gleiten.

"Also, wer soll diesmal dran glauben?", fragte der Wahnsinn noch einmal. Das Monster biss sich auf die Lefzen. Daran hatte er noch gar nicht gedacht. Der Bruder des Todes merkte, dass er eine Schwachstelle gefunden hatte und nutzte diese entsprechend aus: "Hast du gedacht, du kannst da einfach reinspazieren? So kommst du nie zum Ziel, wenn du einfach planlos herrummordest.", flüsterte er Smiledog ins Ohr. Der Hund war von diesen Gedanken verwirrt und nickte. "Dann hör mir jetzt gut zu: Du wirst in die Villa am Dofplatz gehen und dich im Badezimmerspiegel verstecken. Dort wartest du dann auf ein Opfer, klar?", fuhr der Dreiäugige fort. Wie hypnotisiert nickte Smiledog und verschwand in der Dunkelheit.

Die Villa war leicht zu finden. Sie war das prunkvollste und schönste Gebäude der ganzen Stadt. Lautlos schlich der Hund ins Badezimmer und versteckte sich dort wie üblich im Spiegel. Während er auf ein Opfer wartete, dachte er über den Wahnsinn nach. Es passte dem Monster nicht, dass es von einem dreiäugigen Etwas herumkommandiert wurde. Smiledog wollte den Wahnsinn töten, ... bald. Plötzlich hörte er Schritte. Es kam jemand zum Badezimmer. Der Hund sprang aus dem Spioegel und scharrte an der Tür. Draußen stand eine junge Frau. Was war das für ein Geräusch? Langsam kam sie näher an die Tür zum Badezimmer. Smiledog schabte wieder und brachte die Frau dazu die Tür zu öffnen. Auch sie sah einen leeren Raum. Der Spiegel fesselte ihren Blick. Etwas bewegte sich darin. Entsetzt wollte sie das Licht anmachen, aber da sah sie dem Ungeheuer schon in die Augen. Ihre eigenen Augen wurden grün, ... giftgrün. An ihren Händen bildeten sich lange, eiserne Krallen, als sie schreiend aus dem Raum rannte, bohrten sich ihre Krallen tief in dem Hals ihres Sohnes, der gerade vorbeilief. Panisch floh der Vater des Jungen vor seiner Frau ins Bad und stellte sich mit dem Rücken zum Spiegel, um die Tür im Auge zu behalten. Smiledog grinste noch mehr und stieß ein leises Knurren aus. Diesen Mann wollte er selbst umbringen. Langsam drehte sich der Eheman um und erstarrte. Er wollte zur Tür flüchten doch in seiner Panik konnte er sie nicht entriegeln. Die Schreie draußen verieten ihm, dass seine Frau versuchte hereinzukommen. Sie schlug mit etwas gegen die Türe. Der Hund sprang aus dem Spiegel. Seine Augen glänzten vor Blutdurst. Er sprang, zerbiss dem Mann den Hals und verschwand, als die Frau es geschafft hatte, die Tür zu durchbrechen. Smiledog hatte schon wieder eine Familie ausgelöscht.


Den ganzen Tag lang dachte der Hund nur an den Wahnsinn. Er musste tun was er wollte. Der Wahnsinn entschied sogar über sein Leben und seinen Tod. Das Monster wollte den Wahnsinn töten. "Niemand steht mir im Weg!" Er wollte gefürchtet sein, frei und kein Kettenhund. Der Dreiäugige ließ sich den ganzen Tag nicht blicken und als es Abend wurde, gab Smiledog schließlich die Hoffnung auf. Er ging zum Dorfplatz. Das Wasser des Brunnens plätscherte friedlich in das Becken und eine warme Brise strich dem Hund übers Fell. Plötzlich kam eine in eine Kutte gekleidete Gestalt des Weges. Das Monster versteckte sich in der spiegelnden Oberfläche des Brunnenwassers und wartete. Wie erwartet ging der Fremde direkt auf den Brunnen zu. "Ach, da steckst du. Ich hab dich schon gesucht.", diese Stimme kannte Smiledog doch, der Wahnsinn! Dieser nahm die Kutte ab. "Ich habe eine Aufgabe für dich.", fuhr er fort. "Nein! Ich werde gar nichts für dich tun.", knurrte der Hund sofort. Er kochte vor Wut. Zuerst war der Wahninn überrascht, doch dann besann er sich des besseren und fragte mit schneidender Stimme: "Und warum nicht, wenn ich fragen darf? Ich habe dich aus ihrem Körper heraus erschaffen, falls du das vergessen hast, klar? Ich sollte dir vielleicht mal zeigen, wozu ich im stande bin!". Vor Wut konnte Smiledog nicht mehr klar denken. Das Monster sprang aus der Oberfläche des Brunnens heraus und rannte auf den Wahnsinn zu. Dieser war auf den Angriff vorbereitet und wich mühelos aus. Im Geiste packte er Smiledog und zog ihn immer tiefer in sich hinein. Das Monster heulte und brüllte vor Schmerzen, doch der Wahnsinn zog ihn erbarmungslos tiefer. Alle die, die er ermordet hatte und die, die er zum Mord gebracht hatte, sie alle erwachten wieder zum Leben und setzten ihre Waffen bei ihm ein. Drei Stunden kämpfte Smiledog mit dem Tode und flüchtete. Es ging aus dieser Welt heraus in eine andere und der Wahnsinn folgte ihm. Smiledog flüchtete in unsere Welt. Er lauert immer noch auf Opfer, irgendwo...


...oder direkt hinter dir!!!
Smiledog.jpg

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki