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Langsam öffnest du deine Augen. Schwärze steigt dir in die Augen und verdüstert dein Blickfeld. Alles, was du erblicken kannst, sind nichts als verschwommene Schemen. Immer noch etwas benebelt von deiner Umgebung bemerkst du, dass du auf einem weichen Etwas liegst. Du hebst vorsichtig deinen Kopf und sofort nimmst du einen pochenden Schmerz an deinem Hinterkopf wahr. Als wärest du mit einer Schaufel oder was ähnlichem an die Stelle geschlagen worden. Du reibst dir die schmerzende Stelle und richtest dich wie in Zeitlupe auf. Schon bald darauf stehst du auf deinen Beinen und streckst deine müden Glieder. Dir kommt es vor, als hättest du eine sehr lange Zeit geschlafen. Mit müden Augen erblickst du eine Kerze, die neben dir auf einem kleinen Teller auf einem Tischchen leise vor sich hin brennt. Ihr Wachs hatte die Farbe von Eis. Du bemerkst den Zettel, der neben der Kerze liegt. Nimmst ihn vorsichtig in die Hand. Aus Neugier faltest du ihn auf, machst dich auf dem weichen Etwas bequem und beginnst zu lesen:

Hallo du da vor dem Computer,

du fragst dich sicherlich wo du dich befindest, doch das ist jetzt unwichtig. Genauso unnötig ist die Frage, warum ausgerechnet du. Nun, wir fanden, dass du das Potenzial dazu hast. Genug Potenzial um auf Krad aufzupassen. Sagen wir es mal so, Krad ist ein bisschen schwierig. Wer oder was ein Krad ist? Das wirst du früher oder später selber herausfinden, wenn er aufwacht. Eine Sache noch, die Kerze die du neben dir vorfindest, muss immer brennen. Solange sie an ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Falls sie dann doch ausgeht, dann mache sie innerhalb von 10 Sekunden wieder an, sonst wird der kleine Krad sauer. Also pass auf. Wir haben dir für den Fall ein Feuerzeug in deine Hosentasche gesteckt. Wenn die Kerze ganz abgebrannt ist, dann wird Krad wieder schlafen und wir holen dich da raus.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Verwirrt legst du den Zettel an und greifst in deine Hosentasche. Zu deinem Erstaunen ist da tatsächlich ein Feuerzeug vorhanden. Du nimmt es heraus und hältst es gegen das schwache Licht der flackernden Kerze. Metallisches Rot mit einem dünnen, schwarzen Strich. Du legst es auf dem Tisch ab und schaust das Licht an.

In Gedanken fragst du dich ob das alles hier nur ein schlechter Scherz ist oder ob du nur träumst. Die Fragen aller Fragen ist jedoch, wer oder was dieses "Krad" ist. Nach dem Text zu urteilen muss es sich jedenfalls um etwas Lebendiges handeln. Schließlich kann ein Gegenstand nicht sauer sein. Eine Pflanze kann auch keine Gefühle empfinden und somit schließt du sie auch aus. Also kann es sich nur um einem Menschen oder einem Tier handeln.

Gebannt starrst du die Kerze an als könntest du mit deinem Blick etwas bezwecken. Wie auch immer, du hast nach wie vor ein wenig Kopfschmerzen und bist ziemlich müde. Du spürst die Müdigkeit in deinen Augen, trotzdem lässt du sie offen. Was auch immer ein Krad ist, du musst aufpassen, wie es auf dem kleinen Notizzettel stand.

So langsam kommen dir Zweifel, ob es Krad wirklich gibt. Du sitzt immer noch da und starrst auf die Kerze, als auf einmal du ein leises Kratzen wahrnimmst. Das Kratzen wird allmählich lauter und es erinnert dich an Hundekrallen auf einem Parkettboden. Zu dem Kratzen stimmt sich ein leises Hecheln an. Ist Krad ein stinknormaler Hund? Wollte dich jemand mit der Nummer reinlegen?

Langsam kannst du die Schemen von Krad sehen, wie sie langsam auf dich zu kommen. Schon bald starrst du in zitronengelbe, echsenartige Augen, die dich aufmerksam mustern. Krad ist so nah am schwachen Licht, dass du Bruchteile seines Wesens siehst. Es hat die Statur eines Velociraptors, eine kleine, fleischfressende Saurierart, und des Pokémon Absols. Krad beugt seinen Kopf zu dir. Graues Fell überzieht seinen etwas länglichen Kopf und seinen saurierartigen Hals. Eine Art Schnabel mit spitzen Zähnen macht Krads Äußeres unheimlicher. Dann gibt es einen gellenden animalischen Laut von sich, das wie eine Mischung aus dem Ruf von Absols und eines Delfines klingt. Nur in einer düsteren und tieferen Tonlage. Dies lässt dich schwer aufatmen und du kannst dich für einen Augenblick nicht mehr bewegen.

Dann nimmst du die Initiative und greifst nach dem Teller mit der Kerze, hebst ihn hoch und leuchtest ihm damit direkt in sein Gesicht. Dieser weicht vor der Kerze schreckhaft zurück und macht nebenbei leise, gurgelnde Geräusche. Bei dem Anblick kommt dir nur eines in den Sinn, das Viech hat wohl Angst vor Licht. Triumphierend lachst du Krad aus. Das scheint Krad nicht zu gefallen. Er faucht dich wütend an und schnappte nach dir. Völlig aus der Fassung gebracht weichst du der Attacke aus und leuchtest ihm zur Strafe nochmal ins Gesicht. Krad macht ein Schritt zurück. Das Viech hat wirklich Angst vor dem Licht. Er funkelt dich wütend mit seinen Augen an und faucht dich nochmal an.

Dir scheint es Spaß zu machen Krad zu ärgern und nimmst das Feuerzeug an dich. Du lächelst etwas schadenfroh und machst es an. Jetzt leuchteten zwei Lichter um die Wette, die des Feuerzeuges und der Kerze. Krad war völlig überfordert mit der Lage. Es sind schon zu viele Lichter für ihn. Zu hell für seine an die Dunkelheit angepassten Augen. Du amüsierst dich bei dem Anblick und leuchtest mit der Kerze und dem Feuerzeug in Krads Augen hinein. Wie die vorigen Male weicht Krad diesen aus und verschwindet dann völlig in der Dunkelheit. Auf einmal macht Krad ein durch Mark und Bein erschütterndes Kreischen, das dich dazu bringt dir die Ohren zu zu halten. Mit einem Fauchen rennt Krad wieder zu dir zurück und schnappt nach den beiden Lichtern, die durch den Wind, den Krad durchs Schnappen erzeugt, ausgehen. Alles vor deinen Augen ist nun schwarz. Nur Krads grelle Echsenaugen leuchten wie Glühbirnen in der Dunkelheit.

"Es darf niemals dunkel sein", hast du dir gemerkt, doch genau das ist gerade passiert. Krad faucht wie eine wütende Katze und kommt dir gefährlich nah. Du spürst seine scharfen Zähne auf deiner Kopfhaut. Du kannst sogar seinen fauligen Atem riechen. Dir wird etwas schlecht, dennoch ziehst du den Kopf ein und schlägst um dich herum. Du triffst Krad genau ins Gesicht und sofort schreckte das Tier zurück. Du rennst davon. Du fliehst. Das Ding ist gefährlicher als du dachtest. Krad folgt dir mit lauten, kratzenden Schritten. Das Viech ist dir dicht auf den Fersen, du kannst seinen heißen, fauligen Atem in deinem Nacken spüren. Dann spürst du einen scharfen Schmerz in deinem Rücken, der sich schnell ausbreitet. Während du noch vor Krad weg rennst, berührst du mit deiner rechten Hand die Stelle. Du fühlst etwas warmes und feuchtes, dass dich sofort an Blut denken lässt. Voller Schrecken hältst du es an deine Nase. Die Dunkelheit lässt dir keinen Blick auf die warme Substanz entbehren, so musst du es erschnüffeln. Deine Gedanken bestätigen sich, als dir der metallische, süßliche Geruch dir in die Nase steigt. Krad hat nach dir geschnappt und du hast es nicht einmal bemerkt.

Du musst die Kerze um jeden Preis anmachen, sonst kann etwas Schlimmeres als die paar Kratzer an deinem Körper passieren. Außerdem geht dir langsam die Puste aus. Auch wenn es dir schwer fällt, gehst du auf allen Vieren und suchst den Boden nach dem Feuerzeug ab. Hinter dir lauert ein böses Etwas und wartet darauf, dass du einen Fehler machst. Krad faucht dir die Ohren taub, aber du suchst verbissen das Feuerzeug weiter. Als du den nächsten Schmerz in deinem rechten Beinen spürst, musst du laut aufschreien. Krad hat seine messerscharfen Pranken in dein Fleisch gekrallt und lässt dich nicht los. Du versuchst dich mit dem anderen freien Bein zu wehren, doch Krad weicht geschickt aus. Der Schmerz wird immer stärker und du spürst wie warmes Blut die Wunde verlässt. Danach lässt dich Krad einfach los. Du hebst schmerzverzerrt dein Bein. " Nur nicht aufgeben." redest du dir aufmunternd ein. Du musst, auch wenn du starke Schmerzen hast, dieses verdammte Feuerzeug finden. Nach einer geräumigen Zeitspanne bekommst du das kleine, kühle Ding zu fassen. Schwer atmend machst du es an, worauf eine schwache aber helle Flamme zu brennen beginnt. Krad sieht die Flamme und rennt davon. Die Kerze daneben ist auch noch da, die du dann wieder anzündest. Du bist zu erschöpft, um nach deinem verletzten Bein zu sehen.

Eine lange Zeit bleibst du still schweigend im Schein der Kerze sitzen. Vor dir lauert Krad mit schweren Schritten darauf, dass das Licht wieder ausgeht und er dich angreifen kann. Er durchlöchert dich mit seinen gelben, hellen Augen und umkreist dich wie ein Geier seine Beute.

Du weißt nicht, wie lange du schon einfach nur da sitzt, bis auf einmal eine Tür aufgeht. Grelles Neonlicht durchflutet die Dunkelheit. Du stehst auf und rennst in diese Richtung. Plötzlich drehst du dich um. Im Schein der Neonlampen erblickst du, wie Krad sich in die verdunkelte Ecke verkriecht und sich hinlegt. Gleich darauf siehst du die Kerze, die vollkommen abgebrannt ist.

Seltsamerweise siehst du keinen einzigen Spritzer Blut. Weder bei Krad noch bei dir.

Claw

-KnifeNight

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