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Soldier (Feeling) Strong ~Prolog

Dunkelheit umschließt mich, als ich die Augen nach langer Zeit wieder öffne.

Besser gesagt versuche ich sie zu öffnen, aber ein Tuch liegt fest geschnürt um meinen Kopf.

Es zerquetscht ihn fast und in meinen Ohren dröhnt es, als hätte jemand mit einem Baseballschläger direkt darauf geschlagen.

Ich will aufstehen, kann mich aber keinen Millimeter bewegen, da auch mein Körper, fest zugeschnürt, auf einer harten Unterlage fest gemacht ist.

Mir tut alles weh…

Die Situation kommt mir bekannt vor und diesmal weiß, ich wo ich bin. Weiß ich, warum ich hier bin.

Weiß…dass ich nichts dagegen tun kann.

„Oh…unser verehrter Soldier ist wach“, klingt Blades Stimme als erstes an mein Ohr.

Er reißt mir das Tuch von den Augen, deutet auf mich. Zwei Muskelprotze kommen auf mich zu und schneiden die Seile durch.

„Nicht mal in Ketten legen könnt ihr mich“, beginne ich verächtlich und mit meinem typischen schiefen Grinsen im Gesicht zu krächzen, „So arm sind Sie also, Blade, weil die Forschung das ganze schöne Geld verschlingt.“

Wie in Zeitlupe dreht sich Blade, welcher so eben noch den Blick von mir abgewandt hatte, um.

Seine flache Hand trifft auf meine Wange, schlägt meinen Kopf zur Seite. Ich spucke auf den Boden.

Der Schlag saß hart, so viel ist sicher.

Mit meinen nun freien Händen reibe ich mir die Wange und grinse Blade an.

„Was grinst du so!?“, fährt dieser mich an.

„Amüsant zu sehen, was aus dem ehrbaren Officer Blade geworden ist“, erwidere ich, „Und nun, versuchen Sie zu vergessen, was Ehre und Ehrlichkeit bedeuten, schlagen Soldaten, unterwerfen Soldaten, nehmen Soldaten gefangen. Was hat das Schicksal mit Ihnen angestellt, Officer?“

Ich muss lachen bei meinen Worten, in meinen Ohren klingen sie fast…poetisch.

„Genug jetzt!!!“, ruft Blade.

Officer Blade…Officer…mmh…zu viel Ehre für solch einen skrupellosen Mann.

Ich richte mich, die Hände darauf abstützend, von der Unterlage auf und erblicke in dem kleinen weißen Raum, welcher an der Frontseite mit Glas ausgekleidet ist, vor mir eine Art weiße Säule.

Durch die Glaswand dahinter erblicke ich einen Gang. Grau.

Wieder treten die mit Muskeln bepackten Männer an mich heran und reißen mich hoch. Zu der Säule hin.

„Da haben Sie Ihre Ketten, Strong“, meint Blade grimmig lachend.

Die Kerle reißen mir mein Shirt vom Leib, zerren mich nach unten zu den Ketten hin und fesseln mich.

Ich weiß was nun passiert.

So etwas passiert in jeder schlechten Folterszene.

„Lassen Sie mich erklären, warum ich das hier alles veranstalte“, verkündet Blade und klingt dabei wie einer der Fernsehmoderatoren.

Wieder grinse ich.

„Im Angesicht des Feindes. Grinsend. Ich muss schon sagen, es amüsiert mich“, fährt er fort, „Eine starke Persönlichkeit. Es sollte Ihnen bekannt sein, dass man Menschen mit physischen Schmerzen so foltern kann, dass sich deren Psyche drastisch verändert. Das ist bei Kampfhunden, welche ihr ganzes Leben lang auf ‚Angriff‘ getrimmt werden, nicht anders.“

„Schönes Beispiel“, kommentiere ich, mal wieder grinsend.

Blade sieht mich an. Emotionslos.

Ich blicke ihm tief in die Augen und merke somit nicht, dass er mit der Peitsche ausholt.

Durch den Aufschlag des Leders auf meiner Haut werde ich aus der Fassung gerissen.

Plötzlich ist meine…nun ja…“Coolness“ weg. Wie verdampft.

Diese Umgebung hier macht mir zu schaffen.

Ich habe mich in den zwei Tagen verändert. Zumindest habe ich zwei Tage bei Bewusstsein hier erlebt.

Ich bin angriffslustig. Auf Angriff getrimmt. Wie ein Kampfhund.

So war ich einmal. So will ich nie wieder sein!

Der nächste Schlag zieht von meiner linken Schulter zu meiner rechten Hüfte.

Vor Erschrockenheit verlässt ein dumpfer Schmerzensschrei meine Kehle.

Ich keuche und japse nach Luft.

Blade lacht laut auf.

„Soldier Strong kann Schmerz fühlen!“, meint er wohl mehr in den Raum herein und zu sich selbst als zu einer anderen anwesenden Person. „Soldier FEELING Strong!“, er prustet los vor Lachen.

Es ist ein dämliches dreckiges Lachen.

Was ist denn bitteschön so lustig!?

Der Schmerz auf meinem Rücken breitet sich weiter aus. Fährt in meine Arme, meine Beine, meinen Kopf.

Unzählige weitere Schläge folgen.

Ich keuche.

„Genug für heute!“, ruft Blade als er sich von seinem Gelächter ein wenig…erholt hat.

„Schafft ihn in seine Zelle!“

Die zwei Typen kommen wieder einmal auf mich zu, nehmen mir die Ketten ab und zerren mich hoch.

Wie ein Blitz durchfährt der Schmerz meinen Rücken und ich stöhne auf.

„Ich dachte Sie wären…nun ja…stärker, Soldier Feeling Strong!“, meint Blade spöttisch und fängt wieder an zu prusten.

Benommen lasse ich mich abführen.

Die beiden „Männer“ sind hochgewachsen, haben ein breites Kreuz und muskelbepackte Arme, sehen aber nicht besonders…intelligent aus.

Sie führen mich durch einen langen Gang, durch welchen Blades dämliches Gelächter noch lange hallt.

Leuchtstoffröhren verbreiten ein kaltes und unangenehmes Licht.

Schon nach wenigen Abbiegungen habe ich die Orientierung verloren.

Zu viele einheitliche Gänge. Grau in Grau. Gleichförmig.

Genau wie die Gesellschaft. Ein…Einheitsbrei.

Ruckartig werde ich aus meinen Gedanke gerissen.

Der eine Kerl zieht mich hoch und dreht meine Hand auf meinem Rücken um.

Ein leiser Schmerzensschrei entweicht mir. Mein Rücken brennt immer noch.

Der zweite Typ steht mittlerweile vor einer robusten Metalltür, durch welche man nur einen ebenso grauen Gang wie diesen vermuten kann.

Vor ihm, ein Feld mit Tasten.

Langsam bewegt er seinen Zeigefinger auf die erste Zahl zu.

„0“

Die nächste ist eine „2“.

So langsam wie er die Zahlen eingibt, könnte man meinen, dass er unbedingt will, dass ich mir die Reihenfolge merke:

Ich lache.

„0-2-0-1“- gemerkt.

Vielleicht haben die Typen viele Muskeln, aber mit dem Denken haben sie es nicht so.

„Klappe halten!“, keift der Kerl hinter mir und packt mich noch fester am Arm, als er mein Lachen hört.

Ich verdrehe die Augen.

„1-1-0-5“, beendet der Andere die Zahlenfolge.

Die Tür geht auf.

Das ist meine Chance zu entkommen, wird mir erst jetzt bewusst.

Der junge Mann kommt auf mich zu, um mich dem anderen abzunehmen.

Eine Sekunde der Unaufmerksamkeit, ein loser Griff, ein Wegschauen.

Schon habe ich mich befreit.

Ich reiße mich los und trete nach hinten.

Der Typ hinter mir lässt ein Stöhnen von sich hören –ein Zeichen dafür, dass ich getroffen habe, was ihm am liebsten ist.

Grinsend ramme ich dem vor mir in einer fließenden Bewegung meinen Ellenbogen in die Brust und wende mich dem hinter mir zu.

Dieser, nun in die Knie gegangen ist noch vom Schmerz benebelt und bekommt nicht mit, wie ich seinen Kopf nehme und ihm mit einem Ruck das Genick umdrehe.

Ein lautes Knacken ist zu vernehmen, der Kerl sinkt zu Boden.

Zur Sicherheit drehe ich mich um und schlage sofort mit meiner ausgestreckten Faust zu.

Doch der Typ ist schneller als ich dachte, zerrt meine Faust nach hinten, sodass ich falle und er mir seinen Arm auf mein Kreuz drückt.

Schmerz durchfährt mich und mir entweicht die Luft aus meinen Lungen, so ähnlich, wie bei ihm gerade.

Ich muss mir etwas einfallen lassen.

Wehren kann ich mich in dieser Position nicht –aber denken.

Ein Grinsen stiehlt sich über mein Gesicht.

„Tze, tze, tze, Soldier Strong“, imitiere ich die Stimme von Blade so genau wie möglich.

Die Stimme hallt durch die Gänge, woher unerkennbar wird, woher sie kommt.

Dieser kleine Moment, meine Chance, ist perfekt, denn der Kerl schreckt kurz hoch und lässt für den Bruchteil einer Sekunde seinen Arm von meinem Rücken.

Ich rolle zur Seite, springe auf und stoße mein Knie in sein Gesicht.

Ein Knacken –seine Nase ist gebrochen.

Er stöhnt, kippt nach hinten.

Ich hebe meinen Fuß und dieser saust nach unten –auf seinen Brustkorb.

Ich höre einzelne Rippen knacken, wie die Luft aus seinem gesamten Körper entweicht.

Er ist tot.

Ich erhebe mich und gehe zu der großen Tür.

Sie ist in der Zwischenzeit wieder ins Schloss gefallen.

Ohne zu zögern gebe ich den Code ein.

„0-2-0-1-1-1-0-5“

Die Tür geht auf. Ein letzter Blick auf die Beiden, dann betrete ich den nächsten Gang.

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--shimaiXimoto 17:22, 4. Apr. 2015 (UTC)

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