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Dunkelheit umschließt mich, als ich die Augen nach langer Zeit wieder öffne.

Besser gesagt, versuche ich sie zu öffnen, aber ein Tuch liegt fest geschnürt um meinen Kopf.

Es zerquetscht ihn fast und in meinen Ohren dröhnt es, als hätte jemand mit einem Baseballschläger direkt darauf geschlagen.

Ich will aufstehen, kann mich aber keinen Millimeter bewegen, da auch mein Körper, fest zugeschnürt, auf einer harten Unterlage fest gemacht ist.

Mir tut alles weh…Was ist bloß passiert?!

„Erinnern Sie sich, Strong!“, höre ich mein Gewissen zu mir sagen.

Die Stimme kommt mir bekannt vor…Officer Blade!

Auf einmal, als wäre ich in einem Strom aus meinen Erinnerungen gefangen, fällt mir alles wieder ein.

Da war diese…Sondermission.

Eigentlich bestand sie nur darin, die feindliche Besatzungsstation zu erkunden und alles genauestens für den Angriff zu notieren, was auffällig war, und wichtig sein könnte.

Dann…dieser…finstere Gang.

Wir hatten uns aufgeteilt! Und dann hatten sie mich entdeckt und alle Ein- und Ausgänge wurden versperrt. Ich glaube, keiner von uns hatte es geschafft, zu entkommen. Und nun…waren wir Gefangene der feindlichen Besatzung!

Als mir alles klar wird und ich meine sehr ernste Lage verstehe, wird mir mulmig zumute.

Die Dunkelheit und die Bedrängnis machen es nicht besser.

Aber ich muss bei Verstand bleiben und einen kühlen Kopf bewahren.

„Gut Strong“, -mein Gewissen wieder, „Was kannst du tun? Was ist das einzige, wozu du noch in der Lage bist?“

Ich gehe alle Sinne durch:

Fühlen: Wohl kaum. Die engen Stricke schnüren mir beinahe die Arme und Hände ab.

Sehen fällt wohl auch aus, denn selbst wenn das Tuch mich nicht daran hindern würde meine Augen zu öffnen, bin ich mir relativ sicher, dass es ohnehin stockdunkel in diesem Raum wäre, in dem ich liege.

Riechen…? Ich atme tief durch die Nase ein. Ein leicht säuerlicher Geruch, Erbrochenes? Dazu kommt ein sehr…beißender Geruch.

Wo könnte ich mich nur befinden?

„Was ist mit hören?“, hilft mir mein Gewissen, meine innere Stimme weiter.

Ich habe die ganze Zeit, die ich schon bei Bewusstsein hier lag, auf ein Geräusch gehofft.

Doch nie ist mir etwas aufgefallen. Ich versuche, mich nur auf mein Gehör zu konzentrieren.

Ein leises Surren…wie von einem Computer oder einem ähnlichen Gerät…

„Schmecken!?“

Was soll mir das jetzt bringen, denke ich schon leicht genervt von mir selbst, als mir klar wird, dass ich schmecken könnte, also, dass mein Mund frei und nicht zugebunden ist.

„Wie wäre es, du rufst um Hilfe?“

„Werd´ nicht albern! Wer soll mich denn hier hören!?“, entfährt es mir.

Verdammt!!! Ich könnte mich selbst schlagen für diese dumme Aktion.

„Ich.“

So weit das möglich ist, zucke ich zusammen. Die Stimme kam von rechts, oder!? Wem gehört sie? Ein Mann auf jeden Fall, insofern ich das beurteilen kann, ein älterer. Seine Stimme klang…auch wenn er nur ein Wort sagte sehr…befehlend und gehässig.

„Interessant, wie Sie sich abmühen, Strong“, sagt die Stimme, die mir auf einmal sehr bekannt vorkommt.

Die Fesseln werden von der Unterlage gelöst und ich atme tief ein.

„Gedanken zusammennehmen!“, meine innere Stimme.

Die Fesseln werden von meinem Körper gewickelt. Ich atme aus.

„Ruhe bewahren!“, sage ich mir, um mich zu beruhigen.

Lange passiert nichts, dann macht sich jemand an dem Knoten des Tuches, welches mich am Sehen hindert, zu schaffen.

„3…2…1...“, zähle ich in Gedanken runter.

Das Tuch wird weggeworfen. Licht geht an.

Ich blinzele. Eine kurze Zeit habe ich Angst, erblindet zu sein, doch dann erkenne ich Konturen und schließlich auch Gegenstände. Ich erblicke mehrere Computer, welche aber aussehen, als wären sie nicht in Benutzung, denn sie stehen verteilt im Raum und nur einer ist angeschlossen. Dieser ist jedoch auch nur im Standby-Modus. Woher der saure Geruch kommt, bekomme ich aber nicht raus.

Eine Person tritt in mein Blickfeld.

Erschrocken atme ich aus.

„So sehen wir uns wieder, Strong“, sagt Officer Blade hämisch.

„Officer…“, entfährt es mir.


„Überrascht? Sowas hätte ich nicht erwartet, Strong. So ein zuverlässiger, mutiger Soldat wie Sie…und sich dann gefangen nehmen lassen. Ich muss schon sagen, es überrascht mich sehr, gerade Sie hier anzutreffen.“

Er umkreist mich, sodass ich mich extrem eingeengt fühle und ich drehe meinen Kopf, um ihn die ganze Zeit beobachten können.

„W…warum?!“, ist das Einzige was ich herausbringen kann.

So entsetzt war ich noch nie. So überrascht.

Blade grinst.

„Ich hatte gehofft, Sie würden fragen“, sagt er sichtlich grinsend.

„Die Frage, die sich schon unzählig viele Wissenschaftler, Präsidenten und auch Normalbürger gestellt haben, die in Büchern beschrieben wurde…“, fährt er fort, „Wie viel Leid, kann ein Mensch ertragen? Wie viel Strong? Wie viele Schmerzen kann ein Mensch durchleiden, ehe er stirbt? Auch ich habe mir diese Frage gestellt. Ich wollte mich mit der Frage befassen: Kann ein Mensch unzählig viele physische Schäden durchlaufen, bevor er an psychischen Belastungen und Schmerzen zu Grunde geht? Kann man einem Menschen psychisch so schaden, dass er stirbt ohne Suizid zu begehen? Einfach nur, weil sein Herz gebrochen wurde? Weil ihm die Kraft zum Leben fehlt.“ Ich sehe ihn verwirrt und entsetzt an. Ich habe versucht ihm aufmerksam zu folgen, doch seit ich hier aufgewacht bin, fällt mir das Denken schwer, tut mir alles weh, fühle ich mich wehr- und schutzlos.

„Ich kann förmlich hören, wie Ihr kleines Hirn rattert, Strong. Ich gebe zu, dass es schwer ist, mir zu folgen, aber dass das für SIE ein Problem darstellt, hätte ich nicht vermutet“, spottet Blade.

Ich starre ins Leere. Weiß nicht, was ich sagen soll. Ich denke nach, über mein Schicksal und über die Vergangenheit. Damals, als ich an der Front kämpfte, dachte ich, drauf los schießen ist das Einzige, was zählt. Mit den Jahren aber wurde ich schlauer und entdeckte Strategien für mich. Ich wurde befördert. Meine Aufgabe war es nun feindliche Strategien auszuspionieren und sie meiner Mannschaft, allen anderen Soldaten, aber auch Officer Blade zu Nutzen zu machen.

„Strong, Vergangenheit ist Vergangenheit“, sagt mein Gewissen.

Ich schrecke auf. Nein. Es war nicht mein Gewissen, es war Blade. Wieder erstarre ich. Kann er Gedanken lesen? Blade steht vor mir. Und vor einer Tür, der einzigen

Möglichkeit aus diesem Raum zu entkommen.

„Reiß dich zusammen!“, sage ich mir, „Du kannst es schaffen Blade zu entkommen.“

Die Tür geht auf und schon ist der Wille und die Kraft zu fliehen zerstört.

Eine Frau kommt herein. Was mir zuerst ins Auge fällt, sind ihre blauen Haare. Sie trägt einen kurzen weißen Arztkittel und ich muss sagen, dass sie diesen auch mit ihrer Figur tragen kann.

Die Frau trägt ein Tablett, auf welchem eine Spritze liegt.

Ich weiß was gleich passieren wird…aber ich wehre mich nicht. Ich habe keine Kraft.

Seit ich hier bin…Angst, Hilflosigkeit. Ich habe die Beherrschung über meinen Körper verloren.

Die Frau nimmt die Spritze vom Tablett und reicht sie Blade.

„Still halten“, meint dieser hämisch und hält mich an der Schulter.

Ich weiß nicht, wo ich das nächste Mal erwachen werde. Ob ich überhaupt wieder erwachen werde…

Doch es ist zu spät. Blade setzt die Spritze an meinem Hals an. Ich spüre die eiskalte Nadel, wie die klare Flüssigkeit in meinen Hals schießt und wie ich hart auf dem Boden aufkomme.

Dann wird alles schwarz.


Der junge, gut aussehende Mann sinkt zu Boden. Er schlägt hart auf, doch den Officer kümmert dies herzlich wenig, denn er lässt mich allein mit dem Soldier im Raum zurück und geht hinaus.

Ich lege das Tablett, welches ich immer noch in der Hand halte ab und knie mich hin, um ihn genauer betrachten zu können.

Ich greife nach einer Haarsträhne um sie mir genauer anzusehen.

Auf der rechten Seite des Kopfes liegen seine Haare länger über der Schulter, als auf seiner linken.

Seine Haare sind am Schopf hellblond, an den Haarspitzen gehen sie jedoch in ein fast feurig wirkendes orange über, dann in ein tiefes rabenschwarz. Zudem trägt er ein schwarzes Stirnband, welches aber größtenteils unter seinen Haaren versteckt ist.

Zwei breite Gürtel liegen schwer auf seinen Hüften. In den Taschen, die die Gürtel besitzen, hatte er Seile, Patronen und kleinere Waffen verstaut, doch natürlich hatten sie ihm alles abgenommen, sonst hätte er noch Unsinn angestellt.

Ich kichere.

Als ich vorsichtig über sein Gesicht fahre, bemerke ich eine Wunde. Als ich mir das Gesicht ansehe erkenne ich eine tiefe Narbe die über sein rechtes Auge schräg zur Nase hin verläuft.

Er ist sehr muskulös und obwohl ich nicht auf Muskelprotze stehe, ist er wahnsinnig süß…

„Anni! Kommen Sie! Wo stecken Sie schon wieder!?“, durchbricht die laute Stimme des Officers meine Gedanken und die Stille.

Ich fahre hoch und hebe dabei schnell das Tablett vom Boden auf. Dann streiche ich mir eine blaue Haarsträhne aus dem Gesicht und mit einem letzten Blick auf den jungen Soldier denke ich mir:

Er wäre eh nur Zeitverschwendung…
Prolog

~Soldier (Feeling) Strong

Dann verlasse ich den Raum.


--shimaiXimoto 12:44, 2. Jan. 2015 (UTC)

 ~Imoto


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