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Es ist so unscheinbar, so süß, es wirkt so lieblich. Dachte ich zumindest. Bis zu dem Tag, an dem sich meine Einstellung zu diesem Pokémon gegenüber völlig veränderte: Somnivora.

Ich schlenderte gut gelaunt durch Einall, hielt meinen Pokédex in der Hand und wühlte meine Einträge durch. Dann blieb ich bei dem Pokémon Somnivora stehen und las mir die Info dazu durch: Der Dunst, der aus seiner Stirn tritt, enthält die Träume unzähliger Menschen und Pokémon. Das hört sich ziemlich mächtig an, dachte ich. Ob es sich auch die Träume von ihnen anschauen kann? Wow, das würde ich zu gerne auch können! Ich beneide Somnivora dafür. Schon, wenn ich nur seinen Ruf höre, werde ich angenehm müde. 

Irgendwann erreichte ich die Traumbrache, zu der ich sowieso einen Abstecher machen wollte, da mich dieses Pokémon so brennend interessierte. Hier lag viel Gerümpel herum, man musste aufpassen, wohin man trat. Und natürlich musste es passieren - ich Tollpatsch stolperte und landete auf allen Vieren. Mit schmerzverzerrtem Gesicht versuchte ich, wieder auf die Beine zu kommen, als ich plötzlich ein Geräusch vernahm, was mir mehr als nur bekannt vorkam. Mehrmals hörte ich es - ein Somnivora war ganz in der Nähe! Ich erkannte seinen Ruf sofort.

Aufgeregt raffte ich mich auf, es befand sich nun plötzlich vor mir ... doch irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Da ich meinen Pokédex in der Hand hielt - abgebildet natürlich der Eintrag vom Somnivora - erkannte ich sofort, dass irgendetwas sehr merkwürdig war. Auf meiner Pokédex-Abbildung war es in Rosatönen gehalten, so, wie man es nun einmal kannte. Dunst trat aus, und es hatte die Augen geschlossen. Doch das Somnivora, das vor mir stand, war nicht rosa. Es war blutrot, mit schwarzen Beinen. Roter Dunst trat aus. Ich erschrak. Wie kann das sein? Ist es vielleicht ein Shiny-Somnivora? Nein, niemals. Ich hatte doch vor nicht allzu langer Zeit einen Trainer getroffen, der so eines besaß. Es hatte violetten Dunst und war türkisfarben. Ja, eindeutig, das hier war ein ungewöhnliches, beängstigendes seiner Sorte. Auch dieses hatte die Augen geschlossen.

Wenige Sekunden später allerdings öffnete es sie langsam, so bedrohend langsam, dass es mir kalt den Rücken hinunterlief. Und das, was ich dann sah, war noch viel beängstigender als seine Farben: Strahlend rote Augen blinzelten mich an. Ich schaute genauer hin, und traute meinen eigenen nun kaum: Es liefen die Träume von Menschen und Pokémon in ihnen ab! Unglaublich. Man konnte sogar erkennen, um was es darin ging. Ein kleines Mädchen, welches tränenüberströmt sein Pokémon in die Hände zweier schwarz gekleideter Männer gab.

Mochte das Somnivora etwa schlechte Träume? Ich will es lieber nicht wissen. Es gab wieder seinen Ruf von sich, doch diesmal klang er so schrill, dass ich mir die Ohren zuhalten musste. Zum Glück hörte es kurze Zeit später wieder auf damit, jedoch kam es nun langsam auf mich zu. Panisch machte ich einige Schritte zurück. Los, ich will deinen Traum fressen! Her damit! Um Gottes Willen, spricht es etwa mit mir? Habe ich Halluzinationen?

Eine rote, verschwommene Aura entfaltete sich um das Somnivora. Auch ich selbst wurde langsam davon eingeschlossen. Beim Sprechen öffnete sich nicht einmal sein Mund, es schien so, als ob es aus seinem Inneren kam. Wie soll es auch reden, wenn permanent roter Dunst aus ihm trat? Vielleicht sprach es ... mit der Kraft seiner Gedanken? Ich könnte nun wirklich alles glauben.

Ich sagte, dass ich deinen Traum in mir aufnehmen will. Wenn du dich nicht freiwilligst dazu bereit erklärst, werde ich mich selbst darum kümmern, verstanden?, sprach es. Was soll ich nur tun? Ich hatte doch sowieso keine Chance mehr, zu entkommen, selbst wenn ich es versuchen würde! Denn die rote Aura war so paralysierend, dass sie einen ganz benommen machte, und man nicht einmal mehr wusste, wo man sich befand. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf, ich wurde ohnmächtig. 

Als ich schließlich aufwachte, schwante mir ein grausamer Gedanke, der sich nach näherem Umschauen auch leider bewahrheitete: Ich war in dem Somnivora, ich war gefangen. Es hat meinen Traum gefressen, mich mit dazu.

Ich schaute mich um. Hier war es riesig groß, unzählige Menschen und Pokémon lagen hier, viele von ihnen schliefen. Die, die es taten, hatten Albträume und verzerrte Gesichter, sie litten anscheinend im Schlaf. Überall liefen Träume von ihnen ab, wo man nur hinsah. Das machte einen ganz verrückt.

Somnivora stellte anscheinend alles mit ihnen an, was es wollte, man war die Marionette, konnte nichts dagegen tun. Die, die wach waren ... waren schon längere Zeit tot. Man starb also während des Albtraums und merkte es nicht einmal. 

Sicher war es bald auch um mich geschehen, lebend kommt man hier nicht heraus.

                                                         

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