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SchwarzerLabrador

Ein tiefes Hundebellen riss ihn aus seinem Schlaf. Es war grade erst kurz vor Sieben. Nicht gerade die beste Weckzeit an einem Sonntagmorgen. Vor allem wenn einem der Schädel vom vergangenen Abend noch dröhnte. Billi hatte nicht das Vergnügen, mit einem Kater aufzuwachen. Er konnte es sich nicht leisten seine Zeit mit dumpfem Betrinken zu verschwenden. Letztes Semester wäre er beinahe sitzen geblieben und seine Zwischennoten für das aktuelle waren auch nicht die vorzeigewürdigsten.

Mit kurzer Überwindung schaffte er es doch schließlich sich aufzuraffen, obwohl sein Wecker erst in einer Stunde klingeln würde. Wie üblich machte er sich einen morgendlichen Kaffee und holte anschließend die Zeitung rein. Auf der Titelseite ging es wieder einmal um den Wolf von Münster. Die ersten Opfer wurden vor grade mal einem Monat gefunden. Die Polizei vermutete einen großen Wolf oder etwas dergleichen. Den Opfern wurde mit eisernen Krallen der Brustkorb aufgerissen. Mehrere Untersuchungen schlossen einen menschlichen Täter aus.

Bevor er wieder ins Haus ging, fiel ihm die Gestalt vor seinen Füßen auf. Ein schwarzer Labrador saß auf den Stufen des Hauses und betrachtete Bill gründlich. „Hey Sparkey. Was machst du denn hier?“, sprach dieser nach einer kurzen Stille.

Bill konnte es nicht erklären was der Hund seiner Eltern vor seinem Haus machte. Hatten seine Eltern ihn vorbeigebracht, weil sie spontan verreist waren? Aber für gewöhnlich meldeten sie sich immer bei ihm und klingelten wenigstens. Mit einer Handbewegung signalisierte er dem Hund er solle mit ins Haus kommen. Wieder zurück in seinem Wohnzimmer versuchte er seine Mutter auf dem Handy zu erreichen, doch sie schien es ausgeschaltet zu haben. Sparkey machte es sich in der Zwischenzeit auf der Couch bequem.

Er machte sich erst gar nicht die Mühe es erneut zu versuchen. Schließlich musste er sich auf eine Prüfung für morgen vorbereiten und er war die letzten Wochen nicht gerade fleißig gewesen. So wie die meisten Schüler und Studenten schob auch er sein Lernen auf, solange bis die Zeit zu knapp wurde und er am vorletzten Tag alles auf einmal in sich hinein zwingen musste. Bill ging zurück mit dem Kaffee in sein Zimmer und schlug sein Chemiebuch auf.

Nach mehreren Minuten in denen er in sein Buch vertieft war, blickte er das erste Mal auf. Nun fiel ihm auch endlich der schwarze Labrador auf. Wie er dort saß an dem Türeingang und ihn beobachtete, hatte schon etwas Eigenartiges an sich. Sparkey starrte ihn einfach nur an. Zumindest solange bis er sich letztlich neben ihn zu Boden legte.

Der Hund bedeutete Bill eine Menge. Schon damals in seiner Kindheit hatte es ihm schon immer Spaß gemacht mit dem Hund über die Wiese zu toben. Doch jetzt blieb ihm keine Zeit dafür. Mühselig begab er sich wieder ans Lernen.

Das Klingeln des Handys durchbrach die Stille. Bill gab den Sicherheitscode in seinem Handy ein und öffnete sein Postfach. Es lag eine neue Nachricht vor, diese kam von seiner Mutter. „Bill. Es ist etwas Schlimmes passiert“, konnte er vom Postfach aus lesen. Ein seltsames Gefühl überkam ihn. Sparkey saß immer noch neben Bill und starte ihn mit seinen braunen Augen musternd an. Bill hielt noch einen kurzen Moment inne, dann öffnete er die Nachricht. Die folgende Botschaft ließ sein Blut in den Adern gefrieren. Sein Herz raste wie bekloppt als er die restlichen Wörter der Nachricht laß.

„Sparkey wurde heute Morgen eingeschläfert.“ Ein tiefes Knurren ertönte hinter ihm und anschließend umfing ihn der Schmerz.

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