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Sie steht im Fensterrahmen meines Schlafzimmers und sieht mich mit ihren wunderschönen blauen Augen traurig an.
Ihre langen braunen Haare flattern abstrakt um ihr blasses Gesicht, das sonst so viel Leben versprüht.
Nichts ist in diesem Moment noch davon übrig.

Sie hat mich mit Maria in flagranti erwischt. Noch vor wenigen Minuten hatte ich mit dieser Schönheit mein Bett geteilt und zärtliche Küsse ausgetauscht.
Meine Sekretärin.

„Komm zurück in das Zimmer!“ flehe ich Sophie an, versuche sie davon abzuhalten. „Du weißt doch selbst, dass du das nicht tun willst.“

Ein resigniertes Lächeln huscht ihr über die Lippen, die mir zitternd Worte an den Kopf werfen: „Wie konntest du mir das antun, ich hab dich geliebt, du miese Schlampe.“

„Es tut mir leid, bitte verzeih mir! Ich liebe doch nur dich“, versuche ich sie zu beschwichtigen und von diesem Wahnsinn abzubringen.

Sie jedoch lehnt sich immer weiter aus dem Fenster, muss nur loslassen und ich würde sie verlieren.
„Warum hast du mich dann betrogen? Das macht alles keinen Sinn, wenn du mich lieben würdest, hättest du es auch nicht getan.“

Ihre Augen schimmern feucht, und das Blau darin lässt sie zu einem tiefen Ozean heranwachsen, sodass ich glaube, darin zu ertrinken, während mich eine unbekannte Macht in den Abgrund zieht.
Diesen Ozean nicht aus den Augen lassend, mache ich einige Schritte auf sie zu, verringere den Abstand. Nur für den Fall das sie es ernst meint.

„Bleib stehen oder ich lasse los, du sollst stehen bleiben“, droht sie, doch ich bleibe nicht stehen. Ich halte erst inne in der Gewissheit das ich sie aus dieser Entfernung erreichen kann, strecke meine Hand nach ihr aus.

„Bitte komm zu mir; das ist doch, was du möchtest, und dann sprechen wir darüber.“
Meine Stimme ist fest und bestimmend, bin aber auch darauf bedacht. Sie nicht zu hart klingen zu lassen, um sie nicht auf die Idee zu bringen, doch zu entschwinden.

„Unsere gemeinsame Zeit ist vorbei, ich wünschte, du hättest dich nicht so entschieden, aber so ist es nun mal, leb wohl“, stottert sie. Die Stille, die darauf folgt, bricht grausam ihre Wogen zwischen uns, sie schenkt mir ihr liebevollstes Lächeln und lässt los.

Die Zeit scheint still zu stehen, während sie aus dem Rahmen des Fensters verblasst. Ich vergleiche es mit einem Gemälde, es hat etwas Erhabenes.
Nach einigen Sekunden höre ich dumpf den Aufschlag ihres Körpers, der den Asphalt küsst. Eine Frauenstimme beginnt zu schreien.

Ich lächle zufrieden und stecke mir eine Zigarette an, höre in der Ferne schon die Sirene des Rettungswagens näher kommen.
Zu spät, ihre Seele gehört schon mir.

Autor: Bloody_Tears_666

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