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Ich hatte eine geile Kindheit. Wie die meisten Kinder, die in den 90ern aufgewachsen sind, bestand mein Fernseh-Alltag hauptsächlich aus Pokemon, den Power Rangers oder Transformers. Im Grunde genommen war ich allerdings nie ein Fan von Kiddie Sendungen wie Barney, Teletubbies oder ähnlichem. Aber erst kürzlich sprach ich mit meiner Mutter über die Zeit in der ich noch ein kleines Kind war. An einem bestimmten Punkt der Unterhaltung, kam sie auf eine alte Fernsehsendung, die ich manchmal geguckt hab. Sie hieß „Stubb‘s Clubhouse.“ Ich wusste erst nicht welche Sendung sie damit meinte, doch dann kamen die Erinnerungen zurück. Ich erinnerte mich so klar daran, fast schon schlagartig. Im Großen und Ganzen war Stubb’s Clubhouse eine kitschige low-budget Kindersendung mit einem Clown namens Stubb in der Hauptrolle. Er trug ein Regenbogenfarbenes Jacket, einen Hut und wenn ich mich recht erinnere eine schwarze Hose mit Sternen drauf. Die Show war in gewisser Weise ein Rip-Off von Peewee’s Playhouse, selbst ich als junger Bengel konnte das feststellen.

Stubb lebte in einem großen Clubhaus, dass merkwürdiger weise nach einem stinknormalen Haus ausgesehen hat. Ich nehme an, das lag an dem geringem Budget für die Produktion. Stubb hatte eine Gruppe von Freunden, die ebenfalls im Clubhaus lebten. An viel erinnere ich mich nicht, aber ich erinnere mich vage an einen Pudel und einen Mann in einem ziemlich schlecht gemachten Elefanten Kostüm.

Wie ich bereits sagte, ich erinnere mich nicht an viel von der Sendung. Ich habe sie auch nicht oft geschaut und das hauptsächlich aus zwei Gründen:

  1. Sie wurde zu einer eigenartigen und späten Zeit ausgestrahlt. So um 22:30, was ganz schön bizarr ist für eine Kindersendung.
  2. Sie wurde auf einem unbekanntem Kanal namens Channel Beepo ausgestrahlt. Der Kanal zeigte Sendungen für ungefähr drei Jahre, bevor er aus unerfindlichen Gründen geschlossen wurde.

Die einzige Sache von der Sendung an die ich mich noch erinnern kann ist der Theme Song. Es klang, als ob eine Frau im halbschlaf sang und die Hintergrundmusik wurde komplett auf einem Xylophon gespielt.

Es war im November 2006, ich war gerade 14 geworden und entschied mich mir einen kleinen Ausflug ins Buchhaus zu gönnen. Das war ein paar Tage nach der Unterhaltung mit meiner Mutter. Weißt du, Ich mag das Buchhaus mehr als Thalia, denn dort findet man wesentlich ältere Bücher und Filme im Vergleich zu dem Neuen Kram im Thalia. Ich wühlte mich also durch die VHS-Kassetten und suchte nach einem Video von einem meiner absoluten Lieblingsshows. Street Sharks! Eine Sendung über menschenähnliche Haie, die Verbrechen bekämpften. In alphabetischer Reihenfolge suchte ich die Kassetten ab und gerade als ich die „S“ Sektion erreicht hatte, fiel mir etwas ins Auge: Es war eine Kassette mit der Etikette „Stubbs’s Clubhouse“. Die Hülle hatte kein Logo oder Bild, dass auf Stubb schließen ließ; Es war eine schlicht langweilige Hülle, auf dessen Seite ein Stück Papier befestigt war, auf dem „Stubb’s Clubhouse“ in schwarzem Edding geschrieben stand.

Die Sendung an die ich mich kaum erinnern konnte hielt meine Neugier und zusätzlich konnte ich Street Sharks sowieso nicht finden, also entschied ich mich Stubb zu kaufen. 75 cents waren ziemlich billig, sogar für eine Kassette im Buchhaus. Aber hey, immernoch ein guter Deal. Ich nahm das Tape mit zur Kasse. Die Mitarbeiterin schaute erst zur Kassette, dann starrte sie mich an. Zögerlich fragte sie mich: „Bist du dir sicher, das du DIESE VHS kaufen willst?“ Höflich nickte ich ihr zu und sie tippte in ihre Kasse. Ich ging nach Hause, schnappte mir meinen Videorekorder und schloss ihn am Fernseher im Wohnzimmer an, in dem meine 6-jährige Schwester Emily gerade mit ihren Barbie-Puppen spielte. Sie fragte mich, was ich vorhatte und ich erzählte ihr, dass ich eine Videokassette im Buchhaus gekauft hatte und wir sie uns zusammen anschauen könnten. Ich schob die VHS in den Rekorder und die bekannte Standart Nachricht zur „Urheberrechtsverletzung“ tauchte auf.

Die Kassette begann mit dem Theme Song der ersten Folge, komplett mit Xylophon und schläfrigem Gesang. Es fing im Clubhaus an, wo Stubb sich vorstellte und den Zuschauern von einem bevorstehendem Ausflug berichtete.

Ein sehr schlechter Schnitt und man sah einen Spielplatz mitten in einem grasübersätem Park. Eine Gruppe kleinkinder, ungefähr so alt wie meine Schwester, spielten auf einem Drehkarussell. Stubb ging auf sie zu und alle rannten zu ihm rüber um ihn zu umarmen. Kurz danach schaute Stubb in die Kamera und fragte, ob die Kinder zuhause mitspielen wollten. Wie zu erwarten war Emily total aufgedreht. „Jaaa!“ und Stubb antwortete, “Supidupi! Dann komm runter zum Spielplatz und Spiel mit mir!“ Emily fragte mich, ob wir zum Spielplatz gehen konnten, aber ich erzählte ihr, dass die Sendung gefilmt wurde. Allerdings fiel mir etwas Interessantes im Augenwinkel auf. Wir hatten einen Spielplatz in unserer Nachbarschaft, ungefähr einen Block von unserem Haus entfernt, trotzdem nah genug um ihn durch unser Wohnzimmer sehen zu können.

Es dauerte einen Moment, um die Verbindung zu erkennen, aber dann traf es mich. Der Spielplatz in dem Video war der gleiche Spielplatz in unserer Nachbarschaft... Und dann traf es mich noch härter; Die gleichen Kinder in der Sendung, spielten genau in diesem Moment auf dem Spielplatz. Sie trugen die gleiche Kleidung, wie die in dem Video und taten exakt das Gleiche, fast so als ob sie Live gefilmt wurden. Dann bemerkte ich etwas, dass mich massiv verstörte; In dem Video hielt eines der Kinder Stubbs Hand und als ich aus dem Fenster schaute, sah ich das gleiche Kind, dass sich bewegte als ob es von jemandem die Hand halten würde, aber... es war niemand da. Ich war geschockt. Sofort warf ich das Tape aus, sehr zu Emilys Missfallen, da sie gerade anfing die Sendung zu mögen. Ich nahm die Kassette und schmiss das Ding in den Müll. Ich dachte ich hätte mit Stubb abgerechnet, aber ich lag Falsch.

Am nächsten Tag, als meine Mutter Emily vom Kindergarten abholte, erzählte mir Emily, dass Stubb ihnen in einem schwarzen Van hinterhergefahren wäre. Sie sagte, sie hätte aus dem Rückfenster geschaut und Stubb am Steuer des Vans gesehen. Meine Mutter meinte jedoch, dass ihr keine Autos, geschweige denn ein Van, im Rückspiegel aufgefallen war. Emily war verwirrt und machte sich Sorgen. Ich erzählte ihr, dass sie sich beruhigen und die Situation den Erwachsenen überlassen konnte.

In dieser Nacht sträubte ich mich gegen mein Urteilsvermögen, entschloss mich das Tape aus dem Müll zu fischen und mir die zweite Folge anzusehen. Der Theme Song fing an, aber etwas war komisch. Das Xylophon war verzerrt,die Stimme der Frau klang wesentlich tiefer und war ebenfalls kaputt. Der Titel tauchte erneut auf und die Farben waren etwas trüber, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Braun- und Grautönen, anstatt dem sonst so grellem Rot und Gelb. Ich schob es auf den uralten Zustand der Kassette und schaute weiter. Es folgte ein roher Schnitt zu einem Bild von Stubb, der direkt in die Kamera Starrte. Nach einer Weile, realisierte ich, dass es kein Bild war; es war ein Video von Stubb, der regungslos da saß und den Zuschauer anstarrte. Stubb neigte hin und wieder seinen Kopf, als ob er seinen steifgewordenen Nacken knacken lassen wollte, aber er blinzelte kein einziges Mal. Er tat das die komplette Folge, die 20 Minuten lang dauerte. Doch kurz bevor die Folge endete schloss Stubb seine Augen. Dann öffnete er sie schlagartig, um das Pechschwarze in ihnen zu offenbaren; Nichts außer tintengleiche Schwärze erfüllte seine Augenhöhlen... Plötzlich gab es einen Schnitt und man sah ein Haus; mein Haus. Verzweifelt warf ich das Tape ein weiteres Mal aus und stopfte es in eine Schublade. Ich hielt Ausschau nach der Stelle an der ein Kameramann hätte stehen müssen, aber es war niemand da, geschweige denn auch nur die Spur von Jemandem.

Ich versuchte diese Nacht schlafen zu gehen, aber... ich konnte es nicht. Es lief darauf hinaus, dass ich mich mitten in der Nacht runter in die Küche schlich und mit dem Licht angeschaltet einen Vorrat an koffeinhaltigen Getränken aufbrauchte. Die Sonne ging bald auf und für eine Weile fühlte ich mich sicher. Überraschenderweise verlief der restliche Tag ohne merkwürdige Ereignisse. Emily sah nicht mehr, wie Stubb sie in einem Van verfolgte, was eine enorme Erleichterung war und etwas Hoffnung gab, dass dieser Schrecken möglicherweise vorbei war. Aber in dieser Nacht wachte ich auf in einem Zustand, den ich als „bewusstes Schlafwandeln“ bezeichnen würde. Das heißt, ich stand mitten in der Nacht auf und tat etwas, während ich vollkommen bei Bewusstsein, aber dazu verdammt war etwas zu tun auf Grund eines inneren Verlangens.

Unterbewusst nahm ich das Tape aus der Schublade und schob es zurück in den Videorekorder. Ich setzte mich auf die Couch und erwachte plötzlich aus meinem Schlaf. Ich saß auf der Couch, kurz davor die Kassette weiterzuschauen. Ich wollte das Tape ausmachen und wieder nach Oben, aber ein komisches Verlangen oder eine Macht befahl mir die letzte Folge zu schauen. Die dritte Folge. Das Intro fing an und dieses Mal... War es völlig anders. Das Xylophone war mit lauten Schlägen ausgetauscht und die Stimme tief und dämonisch geworden. Sie sang einen Text in einer Sprache, die ich nicht verstand. Der Titel erschien und es sah aus als wäre er von den Klauen eines großen Tieres aufgeschlitzt worden.

Als die Folge anfing, saß Stubb mit einigen Kindern an einem Tisch. Er fragte die Kinder, ob sie ein Spiel spielen wollten und sie alle stimmten voller Begeisterung zu. Stubb griff unter den Tisch und holte ein langes Tranchiermesser hervor. Er bat eines der Kinder den Arm auf den Tisch zu legen. Ein kleines Mädchen tat es und Stubb fragte: „Sag mir wie es sich anfühlt.” Langsam begann er eine dünne Schicht des Fleiches vom Arm des Kindes zu schneiden, als ob er eine Kartoffel schälen würde. Sofort begann Blut zu fließen und der Raum war erfüllt von den Schreien des Mädchens. Die anderen Kinder rannten nicht weg; Sie schauten bloß zu, ruhig, als ob sie den Rest tatsächlich mitansehen wollten. Stupp fragte das Mädchen, „Fühlt sich das nicht lustig an?“ Er fuhr fort und schnitt Schicht für Schicht des Fleisches von dem Arm des Mädchen, bis er auf den Knochen traf. An diesem Punkt schrie das Mädchen bereits wie eine Banshee und ich war vor Schock vollkommen erstarrt. Jeden Moment würde ich mich aufs heftigste Übergeben. Der Arm des Mädchens war getränkt in Blut, das überall auf dem Tisch verteilt war und bereits eine Lache gebildet hatte. Stubb lachte unbeschwert in einer Clownartigen Art und Weise als das Video endete. Dann jedoch zeigte es ein weiteres Video. Es zeigte Emilys Zimmer und zwar in diesem Moment. Sie schlief tief und fest. Über ihrem Bett stehend und auf sie herabblickend stand Stubb. Schlagartig starrte er in die Kamera mit seinen von schwarzer Tinte erfüllten Augen.

Übersetzer: Ver-Toni

Original: Stubb's Clubhouse

Autor: Goopking

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