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25.09.2014: Mein Name ist Jasmin Jäger und auf den Wunsch meines Psychiaters soll ich jetzt anfangen ein Tagebuch zu führen. Ich hoffe Sie sind jetzt glücklich, Doktor Herzog. Mir geht es gut, nicht dass Sie mich das in einer unserer Sitzungen fragen hätten können. Naja, was soll ich sonst noch so erzählen? Heute, nach der Arbeit, hatte ich eine Sitzung bei Dr. Herzog, er verschrieb mir neue Medikamente. Das wars...


26.09.2014: Jasmin an Basis, Basis bitte kommen. Logbuch der Kapitänin, Tag zwei: Immer noch alles ganz normal. Auf der Arbeit gabs etwas Streit, aber hey, wann gibt’s den denn nicht? Heute ist Freitag, also auch endlich Wochenende. Ach ja. Ich sollte das tun was auf der Packung der Medikamente steht: sie nicht auf leeren Magen nehmen, ich hab mich heute Morgen schon fast übergeben. Sind Sie sicher, dass die Medikamente nicht etwas zu stark sind, Doktor?


27.09.2014: Hab mich wohl geirrt, heute lief alles ganz normal. Keine Übelkeit, keine Unterleibsschmerzen. So wie es sein soll. Ein ruhiger, angenehmer Samstag eben. Aber, Herr Doktor, es gehört sich nicht das Tagebuch anderer Leute zu lesen, sie sollten sich schämen!


28.09.2014: Mensch, Laune ist Heute im Keller, nicht nur meint sich meine Nachbarin über den Lärm aufzuregen – ich mag meine Musik nun mal laut, darüber redeten wir ja bereits, es hilft mir mich abzulenken – doch fühl ich mich auch ein wenig schummerig. Ich sollte mehr trinken. Aber so schlimm ist es sonst nie.


29.09.2014: Ich komme gerade aus ihrer Praxis, Herr Doktor. Und ich habe mal über das was sie sagten nachgedacht: Ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass eine höhere Dosis meine Depressionen eindämmen würde. Ich werde es aber morgen mal ausprobieren...


30.09.2014: Sie scheinen Recht gehabt zu haben, ich fühl mich heute irgendwie energischer – und unaufmerksamer. Ich sollte wohl kein Autofahren wenn ich so viele Medikamente nehme, oder? Die Musik brauch ich auch nicht mehr. Ich bin ein gänzlich neuer Mensch! Oder so!


1.10.2014: Heute nicht ganz so energiegeladen wie gestern, aber hey, Blumen verblühen, oder? Wir sehen uns ja morgen wieder, vielleicht haben Sie einen Tipp für mich. So oder so, heute gab es erneut einen Streit auf der Arbeit – wir haben anscheinend jemanden in der Firma der es mag Reifen zu zerstechen, doch Gott sei Dank war ich nicht betroffen.


2.10.2014: Ich rief Sie ja an, ich konnte heute nicht, denn ich war den ganzen Tag nur im Bett. Mir geht es echt beschissen. Ich konnte heute noch nicht einmal meine Dosis nehmen, da ich mich die ganze Zeit übergab. Dann geht es mir heute Abend sicherlich scheiße. Ich hoffe die Depressionen kommen nicht zurück...


3.10.2014: Immer noch krank. Ich verzichtete erneut auf meine Medikamente, denn so schlecht fühle ich mich gar nicht. Irgendwie fühle ich mich freier. Kein Psychopharmakum das mich glücklich macht oder so, sondern einfach nur ich selbst. Was jedoch komisch ist, ich friere die ganze Zeit. Ich hab kein Fieber und bin eigentlich ein menschlicher Burrito hier...


4.10.2014: Es ist Samstag und es geht mir endlich besser! Ich habe auch meine Medikamente wieder genommen. Mir ist zwar speiübel, aber immerhin ist mein Kopf wieder klarer? Oder so? Und der Schüttelfrost ist weg!

Okay, vergiss es, ich hab mich gerade übergeben. Ich werd von den Medikamenten ablassen, bis wir uns wieder treffen...


5.10.2014: Ich startete den Tag mit einer schönen Tasse warmer Schokolade. Mir ist extrem kalt, aber die Sonne scheint so schön. Warum hatte ich Depressionen? Ich versteh es nicht mehr. Mein Leben ist schön... Es brauchte diese Medikamente, dass ich das verstand.

Eins jedoch ist komisch, aber das werde ich Ihnen morgen erzählen.


6.10.2014: HERZLICHEN DANK DASS ICH AUSREDEN DURFTE BEVOR SIE ANFINGEN MICH ANZUSCHREIEN! Jasmin, nimm die Medikamente, Jasmin, schreib mehr Details, Jasmin, ich bin ein armer Doktor mittleren Alters und ich brauche weibliche Zuneigung, meine Frau hasst mich und deswegen mach ich dir das Leben zur Qual. Wissen Sie was?

Hätten sie mich ausreden lassen, hätte ich Ihnen von meiner Paranoia erzählt. Ich fühle mich verfolgt seit... weiß nicht, 'ner Woche oder so? Das Auto mit dem zerstochenen Reifen stand neben meinem und jemand meinte mir das Messer unterzujubeln.

Ich wette diese Krankheit kam von dem Medikament. Mir reichts, ich nehms nicht mehr. Wir sehen uns ja am Donnerstag!


7.10.2014: Leben ohne Medizin fühlt sich gut an, doch ich friere noch immer. Und was noch verwunderlich ist, ist dass ich der Meinung bin jemanden in meiner Nähe zu spüren. Immer. Die ganze Zeit! Als ob er mich verfolgen würde. Mich stalken würde. Es wird Zeit, dass wir miteinander Reden, und zwar ohne dass sie mich anschreien. Es ist mein Körper, ich entscheide was ich nehme...


8.10.2014: Okay, okay, ich bin ganz sicher, dass ich verfolgt werde! Ich bin ganz sicher das lag an den Medikamenten, dass ich das nicht merkte. Alles wirkt so gestellt. Meine Nachbarin hat ein falsches Lächeln auf ihrem Gesicht, wenn ich sie sehe. Meine Mitarbeiter wirken wie schlechte Schauspieler. Hier stimmt irgendwas nicht. Wo ist die Kamera? Wir müssen miteinander reden!


9.10.2014: Ich glaube Sie haben Recht, es handelt sich wohl um Entzugserscheinungen, doch kann ich die Medikamente nicht mehr nehmen. Ich habe gerade versucht 15 Tabletten zu schlucken, ich kotze sie immer gleich wieder aus. Mein Körper stößt es ab...


10.10.2014: Wenn ich es mir genau überlege, wirkte unsere Sitzung auch gestellt. Als würden sie einen festen Text haben. Ich bin so verwirrt. Ist irgendwas echt? Ich spüre diese Person ganz sicher, ich höre sie Atmen, wie sie mich verfolgt, ich höre ihre Schritte auf dem Laminat in meiner Wohnung. Ich könnte mir vorstellen, dass sie mitliest. Ich habe Angst. Und es ist Ihre Schuld, Doktor!


11.10.2014: Habe mich seit gestern wieder beruhigt. Es scheint als wäre ich dabei durchzudrehen. Ich spüre diese Person immer noch, und es wirkt realer doch ansonsten? Ansonsten bin ich nicht mehr so paranoid. Ich glaube wir sollten uns öfters treffen, Herr Doktor.


13.10.2014: Anscheinend bin ich gestern ohnmächtig geworden, bin auf jeden Fall im Krankenhaus aufgewacht. Ich zeigte Doktor Herzog meine Einträge und er verstand was ich meinte. Er entschuldigte sich auch für die ganze Angelegenheit. Er meinte ich komme von den Medikamenten runter, ich solle nun Übergangsmedikamente nehmen. Sie wollen mich einige Tage zur Beobachtung hier behalten...


14.10.2014: Mir geht es schon viel besser. Der Tropf nervt nur ein wenig beim Schlafen, aber die Krankenschwester meinte es geht nicht anders. Die Kälte ist weg und ich nehme die Übergangsmedikamente, mein Körper lehnt die nicht ab! Es fühlt sich gut an, auf dem Weg der Besserung zu sein.


15.10.2014: Lass mich Ihnen sagen, Herr Doktor, ich nehme seit dem Kindesalter Medikamente, hatte ja damals Asthma, doch es wird einfach nicht leichter...

So oder so, Morgen ist.... Donnerstag, Morgen werde ich entlassen. Bin dann noch bis zum Ende der Woche krankgeschrieben.


16.10.2014: Endlich wieder zuhause. Heute habe ich auch keinen Termin beim Doktor, ich werde jetzt noch einkaufen fahren und dann... weiß nicht, Fernsehen?

Okay, ich hab meine Einträge noch einmal durchgelesen. Jetzt weiß ich warum der Doktor das wollte. Ich bin extrem verwirrt, wenn ich wirklich all das schrieb, dann muss da doch zumindest irgendwas dran sein, oder? Mensch, was soll ich tun? Ich wills wissen...


17.10.2014: Heute vor der Einnahme meiner Medikamente bekam ich eine Idee. Ich hatte noch einige Tabletten aus der alten Packung, und ich nahm diese anstelle von den Übergangsmedikamenten. Ich bin mir zu 100% sicher, dass das die gleichen sind. Ich kriege eine Gänsehaut wenn ich daran denke. Was war in dem Tropf? Was zur Hölle ist hier los? Ich werde aufhören sie zu nehmen, egal was kommt...


18.10.2014: Erster Tag ohne Medikamente. Diesmal habe ich Entzugserscheinungen! Ich zittere die ganze Zeit und fühle mich schwach, doch schon heute fühle ich diese leichte Präsens von meinem Verfolger. Er kommt nachhause.


19.10.2014: Es ist wieder da, dieses Gefühl im falschen Film zu sein. Heute kam einige Schreiben via Post, und alles wirkt so unpersönlich, so fremd. Die Sonne fühlt sich elektrisch an. Diesmal werde ich nicht schwächeln und mit meinem Entzug aufhören.

Ich bin mir sicher mein Verfolger ist männlich, ich kann nicht sagen warum. Intuition, oder so.


20.10.2014: Ich las erneut meine Einträge. Es ist verdammte Gehirnwäsche! Seit meiner Kindheit! Die Asthmamedikamente, das Kantinenfutter auf dem Gymnasium, verdammt. Warum ist mir das nicht früher aufgefallen, ich war so blind. Heute habe ich ihn endlich einmal ganz gesehen. Er meinte sein Name sei unwichtig, das er mein Schutzengel sei, und er meinte, dass ich von den Medikamenten ablassen sollte, bis ich in Freiheit bin.

Er erzählte, dass das hier eine Art Test für mich ist, das alles nur maschinell funktioniert, dass nichts je echt war. Meine Lehrer, meine Freunde, meine Kollegen. Alles Schauspieler. Alles Maschinen.


21.10.2014: Er sagte, dass ich versuchen sollte auszubrechen. Ich werde meine Sachen packen und heute Nacht werd ichs versuchen.


22.10.2014: Gestern Abend war ein absoluter Fehlschlag. Die Straßen waren so voll, alles Menschen die versuchten mich dazu zu zwingen Zuhause zu bleiben. Also habe ich mich eingesperrt. Gerade rechtzeitig, denn nachdem ich die Tür blockierte klopfte es. Es war Doktor Herzog der mich suchte, ich tat so als wäre ich nicht Zuhause. Er versuchte danach noch anzurufen, doch ich schnitt die Leitung durch. Ich habe genug Rationen um mindestens einen Monat durchzuhalten.

Mein Engel meinte, dass ich mich tot stellen sollte, das sie dann vielleicht von mir ablassen würden. Ich werde es versuchen.


23.10.2014: Die Tage werden länger und länger und mehr Leute suchen nach mir. Es klopft überall um mich herum. Ich wünschte ich hätte mehr Platz in dieser Wohnung. Ich schlafe sehr schlecht und scheine erneut krank zu werden, doch bald ist es vorbei, meinte mein Engel.


24.10.2014: Es ist so dunkel, mir ist so kalt, doch ich darf nicht aufgeben. Jemand hat mein Fenster eingeworfen, doch ich krabble auch durch die Scherben. Ich blute, doch er sagt mir alles wird gut. Ich fange an zu kränkeln, habe Schnupfen.


25.10.2014: Er hällt mich dicht an seiner Brust bei dem heutigen Klopfangriff. Doktor Herzog scheint die Feuerwehr informiert zu haben, und ich glaube sie versuchen die Tür aufzubrechen. Sollen sie doch. Sie kriegen mich nicht lebend.


27.10.2014: Doktor Herzog weckte mich heute auf. Ich lieg im Krankenhaus, und ich weiß nicht was passierte, doch er erklärte das ich anscheinend psychische Anfälle hatte, da ist verdrängen ganz normal. Und er holte eine alte Person aus meiner Kindheit wieder! Meinen Kinderarzt! Es war so ein freudiges Wiedersehen. Mir tut noch alles weh. Herzog meinte ich wollte mir das Leben nehmen. Gott sei Dank hat er mich davon abgehalten.

Ach ja, mein Kinderarzt meinte, dass ich schon damals einige manischen Episoden hatte, durch die Beta-Blocker angeblich.

Herzog meinte, da die Medikamenten Studie (ich konnte mich nicht einmal mehr dran erinnern das ich teilnahm) fehlgeschlagen ist, muss dies mein letzter Beitrag sein. Mein Tagebuch soll danach zur Firma geschickt werden, welche die Medikamente entwickelten.

Eine bitte an euch verrückten Wissenschaftlern, ja?

Weniger Amnesie das nächste mal, ist ja schrecklich.


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