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Mein Name ist Dr. Jefferson Starckly, ich bin der Leiter des Krankenhauses in Pine Ridge. Gestern starb eine Patientin namens Lea Smiles. Eine Schwester fand sie leblos in ihrem Bett liegend. Sie starb wohl über Nacht. Die Polizei nahm ihre Leiche und ihren Besitz mit, um zu untersuchen woran sie gestorben ist. Ich habe die Putzfrauen beauftragt das Zimmer der Verstorbenen zu säubern, um demnächst den nächsten Patienten dort unterbringen zu können. Beim Aufräumen fanden sie dann dieses Buch, was ich an mich nahm. In Hoffnung mehr über den Zustand vor ihrem Tod in Erfahrung zu bringen, ging ich abends nach meiner Schicht in mein Büro und setzte mich auf den Sessel, der an meinem Schreibtisch stand. Ich schalte die kleine Arbeitslampe auf meinem Tisch an. Es dauert eine Weile bis sie angeht. Obwohl das Licht erst langsam immer heller wird, schlage ich das Buch auf, um es zu lesen. Auf dem Einband ist in Großbuchstaben und Dicker Schrift „TAGEBUCH VON LEA SMILE“ geschrieben. Ihr erster Tagebucheintrag war am 05.06.1993. Sie schreibt in allen Einzelheiten über den Todestag ihrer Eltern und über eine Stimme, die sie hörte. Es ist kein Wunder, dass dieses Ereignis bei ihr zu einem Trauma führte. Die nächsten Einträge sind wie in jedem Tagebuch, lang und uninteressant.

Bisher gab es keine Anzeichen wie es zu ihren Schmerzen kam, bis auf ihre Ausraster bei denen sie sich immer schwer verletze, konnte ich mir nicht erklären wieso man sie Tod in ihrem Zimmer fand. Nur eines wunderte mich noch mehr, als ihr plötzliches Sterben. Es war die flüsternde Stimme die immer häufiger auftauchte und ihr drohte.

Ich beschließe bis zur letzten beschriebenen Seite zu blättern um sie zu lesen. Das Erste was mir auffällt ohne überhaupt einen Satz gelesen zu haben sind die Buchstaben, sie sind größer, viel größer als sie es bisher waren. Auch die Art der Schrift, die reizte sich in ihre Lage zu versetzen, verschwand mit einem Mal. Die Buchstaben machten mir eine Gänsehaut, es wirkte fast so als wollte Lea Smiles nicht, dass jemand weiter liest. Die Buchstaben sahen so aus, als hätte sie Lea Smiles mit ihrem Bleistift zerkratzt. Ein unwohles Gefühl machte sich in mir breit. Ich frage mich langsam, ob es eine gute Idee war das Tagebuch noch nicht der Polizei zu übergeben.

Lea: 29. 09. 1996

L … Lie … Liebes Tage … buch, meine Schmerzen werden immer … immer schlimmer. Es ist erst die erste Woche … DIE ERSTE WOCHE! … der Untersuchung. Die Ärzte glauben, dass ich mir die Schmerzen einbilde. HAHAHA! Kaum zu glauben, was? Ich habe sie belauscht … sie dachten ich würde schlafen aber ich war wach!

Ich weiß ich werde sterben … die Stimme hat es mir gesagt. Tag … für Tag. Vielleicht morgen, in einer Woche oder … nein. Es wird bald sein, sehr bald sogar. Denn „Sie“ … die Erste … wird auch Sterben. Zusammen … mit MIR.

Ich weiß es jetzt … den Grund warum meine Eltern … meine RICHTIGEN Eltern …Sterben mussten und ich jetzt auch. „Sie“ hat es mir gesagt. Nach all den Jahren hat „Sie“ es mir gesagt! Ich bekam nie eine Antwort warum, … Nie! Doch jetzt weiß ich ES.

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Hier endet der letzte Tagebucheintrag von Lea Smiles.

Sie wusste also, dass sie sterben würde … und auch mit ihr die Stimme. Ich gebe zu, dass ich noch immer glaube, dass sie sich diese Stimme eingebildet hat, aber … „die Erste“? Bedeutet das, dass sie mehrere Stimmen gehört hat? Was ist mit den anderen Stimmen passiert? Schließlich schreibt sie nur über den Tod der Ersten. Könnte es sein das, … nein. Das würde ja bedeuten dass sie sich diese Stimmen gar nicht eingebildet hat, sondern das diese Stimme sie wirklich ge … tötet hat. Aber wieso?

Bisher hatte Lea Smiles alles aufgeschrieben, was ihr durch den Kopf ging, sie würde niemals etwas so Wichtiges einfach so auslassen.

… Eine Seite wurde herausgerissen. Das bedeutet, … vielleicht. Es musste noch eine Seite geben, aber wo? In ihrem Zimmer?

Ich gehe hinunter in der Hoffnung, dass die Putzfrauen heute zu faul waren, ihre Arbeit richtig zu machen. Als ich mein Büro verließ, um zum Zimmer von Lea Smile zu gehen, war es schon fast Mitternacht. Das Krankenhaus war stockfinster, zum Glück konnte ich durch das grelle Licht des Vollmondes genug erkennen, um durch die dunklen Gänge zu laufen. Als ich nach einigen Minuten des Laufens das Zimmer betrat und das Licht einschaltete, musste ich enttäuscht feststellen, dass ich mich getäuscht hatte. Ich durchsuchte das Zimmer so gründlich, als ob es um mein Leben ginge. Selbst der nicht einmal halb volle Müll im Mülleimer war mehr da. Meine einzige und letzte Hoffnung war es die verschwundene Seite in den Müllcontainern wieder zu finden.

Ich verlasse enttäuscht das Zimmer von Lea Smiles und gehe schnell durch den dunklen Gang zurück ins Hauptgebäude bis ich die Treppe erreiche, die zum Ausgang des Krankenhauses führt. Als ich durch die große Drehtür der Eingangshalle gehe, gelange ich auf dem Parkplatz der von den 6 Straßenlaternen beleuchtet wird. Die Müllcontainer sind auf der anderen Seite des Krankenhauses. Ich renne schnell zu den Containern, um sie nach der verschwundenen Seite zu durch wühlen. Mir blieb nicht mehr viel Zeit bis das Licht des Mondes hinter den dichten Wolken verschwinden würde, die ein Gewitter ankündigten. Ich durchsuchte einige der Mülltüten im Container, bis ich eine Tüte mit einem zerbrochenen Bleistift fand. Er war in der Mitte in zwei Hälften zersplittert. Der Bleistift hatte an einer der beiden Seiten eine ungewöhnliche Farbe, die braun oder dunkelrot aussah. … Blut! Es war das Blut von Lea Smiles, die sich einen Tag vor ihrem Tod an einem kaputten Bleistift verletzt hatte.

Ich schütte die Tüte auf den Boden aus und wühle wie besessen darin rum bis ich auf ein zusammen geknülltes Blattpapier stoße. Ich falte es mit Erleichterung auseinander und sehe es mir genauer an. Die Buchstaben sind mit Blut geschrieben, das wahrscheinlich durch die Splitter des kaputten Bleistifts kam.

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LEA SMILES HEUTE WERDE ICH DIR DEN GRUND NENNEN, WARUM ICH DAMALS DEINE ELTERN GETÖET HABE.

ES WAR RACHE! RACHE FÜR DEN TOD MEINER FAMILIE.

DAMALS VOR SECHS JAHREN TÖTETE DEIN VATER MEINE BRÜDER UND SCHWESTERN. ER FAND SIE LÄSTIG UND VERGIFTETE SIE. MICH HÄTTE ER AUCH GETÖTET, WENN ICH NICHT ZU KLEIN GEWESEN WÄRE, UM ZU ENTKOMMEN. ICH MUSSTE MIT ANSEHEN WIE MEINE FAMILIE AUSGEROTTET WURDE.

ALSO VERGIFTETE ICH DEINEN VATER, DOCH DAS REICHTE MIR NICHT. ES WAREN ZU VIELE GESTORBEN, ALS DAS ICH ES NUR BEI EINER PERSON BELASSEN KÖNNTE, DARUM KONNTE ICH NICHT ANDERS ALS AUCH DEINE MUTTER ZU TÖTEN.

DU GABST MIR DEN NAMEN GUNTER, WIE KONNTEST DU AUCH WISSEN DAS ICH EIN MÄDCHEN WAR. ICH HABE LANGE AN DEINER SEITE GELEBT, LÄNGER ALS ANDERE MEINER GATTUNG. ICH HABE DEIN LEIDEN MIT ANGESEHEN UND MICH GEFRAGT, WARUM?

DAMALS HAB ICH DICH, DIE KLEINE LEA SMILES AM LEBEN GELASSEN, NICHT WEIL DU MIR LEID GETAHEN HAST … NEIN. DU SOLLST DIE TATEN DEINER ELTERN WIEDER GUT MACHEN. DU SOLLTEST STERBEN FÜR DAS LEBEN MEINER NEUEN FAMILIE.

SIE SIND IN DIR GEWACHSEN, HABEN SICH VON DIR ERNÄHRT UND DICH ZU TODE GEQUÄLT.

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Ich unterbreche, als ich bemerke wie etwas meinen Arm herauf kriecht. Eine kleine Raupe? Ich sehe ihr zu bis sie auf meiner Hand ankam. … AUTSCH! SIE hat mich gebissen und ein kleines Stück Fleisch aus meinem Handrücken gefressen. Ich schlage sie hastig weg und sehe ihr nach wie sie auf denn Boden aufkommt. Sie rappelt sich auf und kriecht auf mich zu. Ihre Augen sind blutrot. Ein Schauer zieht mir über denn gesamten Körper. Ich versuche in Richtung Parkplatz zu laufen, bis mich auf einmal ein stechender Schmerz an den Füßen zum stehen bringt. Ich schaue hinunter. Blutrote Augen starren mich mit einem leisen Gelächter an. Ich versuche ihnen zu entkommen, doch sie waren schneller und bissen mir mit ihren scharfen Zangen die Sehnen durch. Mit einem lauten Knack, brachen meine Knochen, als sie mir mein Knochenmark aus meinen Beinen raus leckten, um sicher zugehen, dass ich nicht weglaufen konnte. Ich pralle mit meinem Gesicht auf den harten Fliesen des Gehwegs auf, in immer weiter wachsender Panik versuche ich mit den Händen weg zu kriechen bis meine Arme auf einmal taub wurden und ich wieder zu Boden fiel. Ich rufe verzweifelt um Hilfe. Währenddessen sich diese „Dinger“ durch mein Fleisch fressen. Ich muss hilflos mit ansehen, wie sie in mich hinein kriechen und sich an meinen Organen bedienen. Mir wird schlecht als ich den Geschmack von Eisen im Mund habe. Ich muss kotzen. Doch die quälenden Schmerzen sind viel schlimmer. Ich habe das Gefühl zu ersticken. Jetzt sind sie wohl an meiner Lunge angekommen. Mir bleiben nur noch wenige Minuten bis ich durch die inneren Blutungen ersticke. Ob sie wohl aufhören werden wenn ich tot bin? Mir wird Schwarz vor Augen und sehe verschwommen geradeaus auf meine Hand. Die aller letzte Tagebuchseite von Lea Smiles. Ob ich sie weiter lesen soll, jetzt wo ich sterbe? Mir bleibt noch ein Atemzug.

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DU WEISST DU KANNST IHNEN NICHT ENTKOMMEN. NIEMAND KANN DAS. SIE WERDEN WEITER TÖTEN, SO LANGE BIS AUCH SIE IRGENTWANN STERBEN. DAS TUN WIR ALLE, OB WIR WOLLEN ODER NICHT.

ES TUT MIR LEID, SCHLAF GUT.

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Dir auch eine gute Nacht Gunter.


Der Tag danach:

Früh am Morgen fand man Dr. Jefferson Starckly`s abgenagte Körperreste an den Containern. Durch das Gewitter in der Nacht floss sein ganzes Blut auf den Parkplatz und verteilte sich dort großflächig. Den Parkplatz bezeichnen die Bewohner von Pine Ridge jetzt als „Blutrotes Meer“.

Die Polizei fand das Tagebuch von Lea Smiles im Büro von Dr. Starckly und auch das Blatt, was er zerknüllt in seiner Hand festhielt. Sie konnten aber nicht sagen, wer ihn getötet haben könnte.

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