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Langsam, jedoch fordernd hob der Mann im schwarzen Anzug ihr die Hand entgegen, welche sie zögernd ergriff. Eine leise, melancholische Melodie setzte ein, während der Mann langsam begann sich mit ihr zu drehen. Sie konnte sein Gesicht nicht genau deuten, denn es wirkte wie hinter Nebel versteckt, unscharf und verschwommen. Dennoch glaubte sie ein Lächeln zu erkennen, als er die Hand auf ihren Rücken legte und begann zu der Musik zu summen.

Dicke Schneeflocken trudelten vom Himmel auf die vereisten Straßen und Gehwege. Die einzig Person welche man zu dieser späten Stunde noch erblickte war eine hübsche, junge Dame im zarten Alter von vielleicht 18 oder 19 Jahren. Sie trug einen schwarzen Wintermantel und dicke Handschuhe, sowie eine Wollmütze welche sie sich weit über die goldblonden Haare gezogen hatte.

Die Musik verschnellerte sich, während weiße Flocken auf die schwarze Tanzfläche fielen. Der Mann im Anzug führte den Tanz mit schnellen, jedoch sachten Bewegungen. Groteske Bilder der Ewigkeit brannten sich in ihren Kopf ein, während sie sich wiegend hin und her bewegte. Nach einiger Zeit zog der Mann eine silberne Taschenuhr aus dem Nichts, um diese nach einem kurzen Blick auf den Boden fallen zu lassen, wo sie in tausende Teile zersprang und sich ihr Ticken unter die Musik mischte.

Die junge Dame hatte ihr Schritttempo mittlerweile erhöht und blickte sich immer wieder hektisch um. Ab und an schien es, als würden Schritte hinter ihr erklingen. In jedem dieser Momente setzte ihr Herz einen Moment aus und sie musste sich dazu zwingen sich umzusehnen. Nichts. Nur Schnee. Langsam schüttelte sie den Kopf und lächelte über ihrer eigene Paranoia, als eine Hand sie aus dem Nichts zu packen schien und in die Dunkelheit zerrte.

Ein lautes, schnelles Schlagen, mehr ein Pochen ähnlich dem eines Herzens, hatte sich unter die Musik gemischt. Bumm Bumm Bumm! Die Schläge vermischten sich mit dem Ticken zu einer grotesken Melodie an die man sich noch in Jahrtausenden erinnern würde, während die eigentliche Musik immer leiser wurde. Nach und nach taten sich hauchdünne Risse auf der schwarzen Tanzfläche auf, welche sich schnell zu kilometertiefen Schluchten, die in dem endlosen Nichts verliefen, auftaten. Der Mann führte seine Partnerin geschickt an den Spalten vorbei, wobei er sich immer noch im Takt der grotesken Musik drehte.

Kalter Stahl traf auf weiche Haut, und das Rot floss in Strömen. Schmerz durchzuckte die Frau, während das eisige Metall ihre Haut immer und immer wieder durchdrang. Kein Schrei, kein letzer Hilferuf drang in die Nacht. Ihr Peiniger ließ schon bald von ihr ab und verschwand wie ein Schatten in der Stille. Nur der wunderschöne, regungslose Körper der Dame blieb zurück. Zurück auf dem vom Rot gefärbten Weiß. Bevor er in ewig währende Dunkelheit versank.

Langsam ließ der Mann sie los und schenkte ihr sein schönstes Lächeln. Ein Lächeln, welches man nur im Angesicht des Todes sah, ehe man in die Ewigkeit sank. Und damit ließ der Tod die Dame in einen der tiefen Abgründe fallen. Den Abgrund den noch kein Mensch überwunden hatte.

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Geschrieben von White Midnight

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