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Telepathie ist nicht so, wie man es in zahlreichen Geschichten liest, in zahlreichen Erzählungen hört, oder in zahlreichen Filmen sieht.

Gedanken sind nicht geordnet, oder chronologisch, oder sonst irgendwie logisch. Ohne den Kontext ist es nur eine Collage von Erinnerungen, Geräuschen, Bildern, Gerüchen und noch so viel mehr, dass ich mich manchmal irgendwo vor all diesen Eindrücken verstecken würde – was natürlich leider nicht möglich ist.

Der Kunde, dem ich gerade seinen soeben erworbenen Eiscafé reiche, denkt zum Beispiel gerade daran, dass:


Drecks /Bild von Vorgesetzten/ /Geruch von zu viel Parfüm/ sagt ich soll /Erinnerung von dem Schrubben einer Toilette an irgendeiner Tankstelle/ ich könnte sie /Geräusch von Schüssen/.


Vor wenigen Jahren hätte ich noch die Polizei alarmiert, aber mittlerweile weiß ich es besser. Nicht ein einziger Tipp, den ich je gegeben habe, hat sich auch wirklich bewahrheitet. Anscheinend ist es etwas anderes, sich vorzustellen, jemanden zu töten, der dich nervt, als es zu planen, und vielleicht sogar in die Tat umzusetzen. Das soll einer kapieren. Aber als ich sein Geld nehme, denkt er schon wieder etwas anderes.


Genug /Bild von einem 100 Euro Schein/ /Geräusch einer Hupe/ heute /Erinnerung von der Grundschule/ /Geruch von Cafeteria-Essen/.


Keine Sorge. Ich kapier es auch nicht. Es können zufällige Gedanken, Vorstellungen, oder Erinnerungen sein, die sich da in seinem Verstand zusammenreihen. Ich habe eigentlich keine Ahnung, ob das was ich sehe nur irgendeine Fantasie, oder Erinnerung ist. Außer selbstverständlich, wenn die Gedanken vollkommen abstrus sind.

Ich wende mich an den nächsten in der Schlange.


/Bild von Kaffee/ /Geruch von Kaffee/ /Klang meiner Stimme/ haben gerade /Bild von Bett/.


Oh ja. Da gibts noch was, an das ich mich erst gewöhnen musste: Sich selbst in unrealistisch enthusiastischem Geschlechtsverkehr mit einfach zu vielen, gruseligen Fremden zu sehen. Man gewöhnt sich nach einer Weile auch daran, aber die Mordfantasien gefallen mir zuweilen etwas besser.

Er lächelt, und reicht mir das Geld. Seine Finger ruhen etwas zu lange auf meinen.


/Bild von Schlafzimmer/


Ich mache abrupt halt. Die Münzen rutschen mir aus der Hand, und kommen scheppernd auf dem gefliesten Boden auf.


Dieser Kerl…

Ich habe ihn noch nie in meinem Leben gesehen.




Aber er weiß haargenau, wie mein Schlafzimmer aussieht.



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