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Kapitel 1 Bearbeiten

Wenn es etwas gibt, was Nachbarn gerne tun dann ist es über ihre Mitmenschen zu lästern und die Familie Casado war dafür immer gut zu haben. Rose Casado war alleinstehend, was in der Gegend schon an sich sehr verwerflich war, aber laut einigen aufmerksamen Hausfrauen aus der Gegend hatte sie oft fremde Autos vor ihrem kleinen Haus stehen. Was aber immer Gesprächsthema Nummer 1 in der Gegend war, war ihre Tochter Elisa. Das fünfzehnjährige Mädchen war eine ziemliche Außenseiterin, keiner wollte mit ihr etwas zu tun haben. Denn dafür sorgten meist die Eltern der Kinder. Eine ihrer markantesten Auffälligkeiten waren aber nicht ihre zerzausten struppigen dunkelblonde Haare, ihr sonderbares Verhalten oder ihre teils einfache Kleidung, sondern ihre - wie es ihre Mutter nannte “ Krankheit“. Sie hatte einen seltsamen Drang sich selbst zu verletzen. Immer wieder konnte man beobachten, dass Elisa in den unmöglichsten Situation anfing sich blutig zu kratzen, manchmal nahm sie sogar einige Gegenstände dabei zu Hilfe.


Eigentlich wollte das Mädchen sich nicht absichtlich verletzen. Schuld an ihrem Verhalten war nicht, wie es die Nachbarn gerne behaupten, ihre Mutter sondern diese Stimme. Elisa hörte immer wieder eine Stimme. Diese Stimme war für sie so real wie die Stimme ihrer Mutter oder die der Nachbarn. Die Stimme sprach zu ihr, flüsterte ihr schreckliche Dinge ein, Dinge die sie nicht tun sollte. Sie konnte diese Stimme nur für einen kurzen Moment in Zaum halten, wenn sie sich verletzte. Dann schwieg die Stimme, aber nur kurz. Sobald die Schmerzen nachließen kehrte sie wieder zurück.


Obwohl die gesamte Nachbarschaft über die Familie sprach, versuchte Rose alles daran zu setzen dass ihr Kind von der Gesellschaft akzeptiert wurde. Es war Montag, viele der Hausfrauen gingen in den städtischen Supermarkt. Während bei den Hausfrauen die teuersten und besten Artikel im Korb verschwanden, suchte Rose in den Restposten nach abgelaufenen Lebensmittel. Elisa hörte sie bereits wieder: diese nervigen perfekten Hausfrauen und deren Kinder. Wie sie über sie und ihre Mutter redeten. „He, Elisa, heute schon mit dem Ritzen angefangen?“, hörte sie einen Jungen rufen. Sie drehte sich um. Es waren Johann und seine Freunde. „Jungs, lasst sie in Ruhe!“, ermahnte Elisas Mutter die Jungen. „Von einer Hure lassen wir uns doch nichts sagen!“, keifte nun Tobias, der Sohn des örtlichen Bänkers. „Wie hast du mich genannt?!“, fragte Rose den Jungen ernst „Jeder, weiß doch wie Sie Ihr Geld verdienen. Meine Mama, hat oft genug gesehen wie Männer in Ihrem Haus rein und raus gehen.“ Rose nahm sich einige der Lebensmittel und ging mit Elisa zur Kasse. Elisas Herz raste, ihr linkes Auge zuckte. „Lässt du dir dass wirklich gefallen“, da war sie wieder. Die Stimme. „Lass mich in Ruhe!“, flüsterte das Mädchen so leise wie möglich zu sich selbst, während ihre Mutter beschäftigt war die Lebensmittel in ihrer mitgebrachten schmutzigen Einkaufstüte zu legen. „Die Arschlöcher haben deine geliebte Mutter eine Hure genannt. Findest du nicht auch, dass sie es verdient hätten zu leiden?"

Elisa fing an sich zu kratzen, zuerst ganz leicht. „Ja, dass ist Typisch für dich. Immer den Schwanz einziehen und sich blutig kratzen, sagte die Stimme in einem deutlich aggressiveren Ton zu ihr. Sie kratzte sich immer stärker, er spürte bereits, dass sie die alten Narben aufrissen und Blut herausquoll. „Elisa, nein hör auf!“, hörte sie ihre Mutter, als diese bemerkte das ihre Arme wieder blutig waren. „Bitte, hör auf damit“, flehte sie Elisa an und nahm ihre Hände. „Du musst damit aufhören“, sagte sie mit glasigen Augen und lehnte ihren Kopf auf ihren. Das Mädchen hörte deutlich ihr Herz schlagen, es war laut und voller Furcht. „Kann´s jetzt endlich weiter gehen. Mein Mann kommt in einer Stunde!“, rief eine der Kundinnen energisch. Rasch lenkte Rose ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Kassierer. „Das macht dann 30 Dollar bitte“, sagte der Kassierer. Ein dicklicher Weißer mit kreisrundem Haarausfall und verdreckter Schürze. „Kosten die Artikel nicht 10 Dollar weniger?“, fragte Rose beschämt. „Tja, der Krieg hat die Lebensmittelpreise erhöht“, sagte der Kassierer gleichgültig. Nervös kramte sie in ihrer blauen gebrauchten Geldbeutel herum. „Ich hab nur 22 Dollar“ „ Dann müssen Sie die Artikel wieder zurückbringen“, antwortete der Kassierer. Beschämt blickte sie zu den anderen Kunden, die sie missmutig ansahen. „Aber.....“, meinte der Kassiere worauf Rose zu ihm sah. „Sie können ja die Waren auf, eine andere Weise bezahlen“, sagte er lüstern zu ihr als er anfing ihre zarten Hände hinauf zu ihren Arm auf und ab zu streicheln. Angewidert zog die Frau ihre Hand weg. „Was ist? Sie machen doch für weniger Ihre Beine breit!“, keifte der Kassierer wütend.. „Komm, Elisa wir gehen“, sagte Rose zu ihre Tochter und führte sie raus ohne die Lebensmittel.


Der Nachhauseweg verlief sehr schweigsam. Da es bereits Spätherbst war, waren viele der Bäume bereits nackt während ihre Blätter auf dem Boden verrotteten. An den Häusern standen bereits einige Kürbisse mit furchterregend eingeschnitzten Gesichtern, die ihre langen Schatten warfen. Elisa blickte zu ihrer Mutter. „Tut mir Leid, Schätzchen. Heute wird es wohl wieder einmal Pfannkuchen geben“, sagte ihre Mutter zu ihr als ob sie sich für etwas entschuldigen musste, dabei fühlte sich Elisa als ob sie sich bei ihr entschuldigen müsse. Dafür überhaupt geboren worden zu sein. Mit gerade einmal 14 Jahren wurde ihre Mutter mit ihr schwanger. Ihr Vater hatte sie damals aus seinem Haus geworfen, nur ihre eigene Mutter und ihre Schwester Silvia standen hinter ihr aber ihr Mann verbot den Kontakt mit ihr. Hin und wieder bekam Elisa einige Briefe oder Pakete mit Süßigkeiten, Bücher oder Teddybären. Wer ihr Vater war, wusste das Mädchen nicht. Jeden Morgen sah sie in den Spiegel und suchte in ihrem Gesicht nach Antworten. Wem gehörten ihre kastanienbraunen Augen, die laut ihrer Mutter manchmal im Licht etwas golden funkeln, von woher kommen ihre dunkelblonde Haare? Von ihrer Mutter jedenfalls nicht, sie hatte lange schwarze Haare und grüne Augen. Auch hatte sie nicht wie ihre Mutter eine leicht bräunliche Haut, sondern ihre Haut war teilweise blass und von den Narben gezeichnet.


Oft fragte sie sich, ob ihre Mutter sie wollte. Wahrscheinlich nicht, obwohl sie ihr oft genug gesagt hatte das ihre sie ihre Tochter über alles liebte. So glaubte Elisa, dass ihre Mutter wesentlich besser ohne sie dastehen würde. Dann müsste sie sich nicht schämen und dieser Tätigkeit nachgehen, die sie so sehr hasste. Bei ihrem Aussehen wäre sie schon längst verheiratet, sie wusste dass sie schuld war, dass ihre Mutter keinen Mann finden würde. Wer will schon mit jemanden zusammen sein der ein solches Kind wie sie hat. Ihre Kehle schnürte sich zu, sie glaubte zu ersticken, ihre Hände verkrampften sich zu Fäusten, eine große Wut kam über sie. „Schätzchen, alles in Ordnung?“, fragte ihre Mutter sie besorgt und beugte sich langsam zu ihr. Sie nickte nur kurz. „Wir sollten lieber so schnell wie möglich heimkommen. Nicht das uns was passiert“, meinte sie und die Beiden setzten ihren Weg fort.


Nach dem Abendessen wurde Elisa in ihr Zimmer geschickt. Sie wusste was das bedeutet. Gleich würde einer der Freier von ihrer Mutter kommen. Sie schloss die Tür zu und vergrub ihr Gesicht tief in ihr Kissen um die Geräusche die aus dem Zimmer ihrer Mutter kommen zu ignorieren, doch sie konnte es nicht. „Tut dir dass nicht im Herzen weh?, hörte sie wieder die Stimme abfällig sagen. „Deine Mutter wird von so einem schmierigen Typen bezahlt, damit er sie besteigen kann und irgendwelche abartigen Sachen macht, für die wohl seine eigene Frau sich zu fein fühlt!“Sei still!“, flüsterte das Mädchen wütend in sich rein. „Warum tust du nichts dagegen? Schneid dem Typen, nachdem er fertig ist, seinen Schwanz ab. Dann wird er verbluten und dann schickst du seinen widerlichen Körper Stück für Stück an seine Familie oder noch besser: Du schlachtest die gesamte Familie ab und hängst ihre Eingeweiden im Stadtzentrum auf, wenn das Kürbisfest ist. Das wäre eine richtig schöne Deko!Elisa hielt es nicht aus. Während die Stimme weitere Vorschläge zur Verarbeitung der Leiche vom Freier euphorisch erzählte, suchte sie eifrig nach ihrer Rasierklinge. Sie durchsuchte ihr Regal, ihr Badezimmer doch da war sie nicht. Hatte ihre Mutter sie gefunden? Sie suchte nach etwas anderem. Das Fenster konnte sie nicht einschlagen. Ihre Mutter hatte das Fenster durch Plastik ersetzen lassen, Glasflaschen oder andere scharfe Dinge hatte sie alle weggeräumt. „Nicht schlecht. Deine Mutter kennt dich ziemlich gut. Glaubst du ihre Haut würde sich als Gürtel gut machen? Dann kannst du mit ihrem Körper Geld verdienen und sie schmiegt sich weiterhin an den Genitalien von irgendwelchen Kerlen an. Wenn man sich es überlegt, ändert sich dabei nicht viel und die Knochen kannst du als Muschelketten verkaufen, dann hat sie wenigstens etwas mehr Klasse. Halt den Mund!“, keifte sie nun etwas lauter.

Hektisch rannte sie durch ihr kleines Zimmer, kratzte sich an ihrer Haut um wenigstens etwas gegen die Stimme zu tun, die mit jeder Idee immer lauter wurde. Sie schlug mit ihrer Faust gegen die Mauer. Der Schmerz raste durch ihren Körper, ein lautes Knacken in ihrem Finger deuteten darauf hin, dass dieser gebrochen war. Blut tropfte von ihren Finger. Adrenalin raste durch ihren Körper und ihr Herz hämmerte wie wild. Sie sah auf ihre Hände. Aus ihren rechten Ringfinger ragten Teile des Knochens. Da war sie nun. Die ersehnte Stille, nur sein lautes pochendes Herz und der unerträgliche Scherz vernahm das Mädchen glücklich. Sie keuchte schwer, ihre Augen füllten sich mit Tränen, dennoch musste sie lächeln. Sie atmete tief ein. Das waren diese Momente, diese wenigen kostbaren Momente, in denen sie keinen Ton vernahm. Sie fühlte sich frei. Langsam glitt sie auf den Boden und ließ sich von den pochenden Scherz wegziehen. „Denkst du wirklich, dass das hilft? Elisa erwachte aus ihren Delirium. Das konnte nicht sein! Sie spürte immer noch den starken Schmerz ihre gebrochenen Finger und sah eine große Menge Blut auf dem alten, leicht morschen Boden ihres Zimmers. „Du bist noch da?!“, flüsterte das Mädchen panisch "War ja auch nie weg“, hörte sie die Stimme hämisch lachend sagen. Elisa fiel auf die Knie „Verschwinde doch einfach!“, flehte das Mädchen weinend „Das werde ich nicht“, sagte die Stimme kalt. „Ich bin das, was du wirklich bist. Die Regeln, mein Gefängnis, du mein Wärter, der mich durch Schmerzen zu kontrollieren versucht. Ich bin in deinem Kopf und da wird es mir zu eng.“ Zitternd blickte das Mädchen auf dem Boden, sie keuchte schwer. Ihr von Wahn erfüllter Blick fiel auf ihre gebrochenen Finger. „Du willst also raus“, meinte das Mädchen mit einem verzweifelt verwirrten Lachen auf den Lippen. „Ich kann dir gerne da raus helfen!“ Mit diesen Worten, brach das Mädchen mit seiner gesunden Hand den letzten verbliebenen Teil ihres Fingers ab. Eine Fontäne von Blut schoss hervor und beschmutzte den Boden. Kein Schrei kam über ihre Lippen.


Nachdem der Freier aus dem Haus war, fiel Rose auf die Knie. Sie fühlte sich schmutzig und wollte nur noch duschen. Sie blickte auf die zerknüllten 200 Dollarscheine. Für das Geld konnte sie wenigstens etwas zu Essen kaufen und die Stromrechnung zahlen. Niedergeschlagen stand sie auf und ging in Richtung Badezimmer, als sie etwas aus Elisas Zimmer hörte. Es klang ein wenig wie Weinen. „Elisa, alles in Ordnung?“, fragte sie nervös und öffnete die Tür. Was sie dort vorfand, ließ ihr das Blut in ihren Adern gefrieren. Auf dem Boden war viel Blut und ein abgebrochener Finger. „Hallo Mama“, sagte ihre Tochter in einem seltsamen Ton, während sie mit dem Gesicht vor der Wand stand. Misstrauisch und besorgt ging ihre Mutter auf sie zu. „Hast du dich verletzt?“, fragte sie erneute, als sie vorsichtig nach ihrer Schulter griff um ihr Gesicht zu sehen. Was sie vorfand, ließ ihr den Atem stocken. Ihre Tochter hatte sich das linke Auge mit ihrem gesplitterten Finger ausgestochen. Blut floss aus der offenen Wunde „Ich wollte das sie aufhört zu reden. Also habe ich ihr geholfen aus meinem Kopf zu kommen.“ „Wem hast du geholfen?!“, fragte ihre Mutter schockiert. „Der Stimme, aber sie hat Angst bekommen. Ich muss noch viel tiefer rein kommen. Damit ich endlich frei werde“, antwortete sie mit einen von Wahnsinn befallenen überschlagenen Lachen und stach erneut hinein. Ihre Mutter schrie auf, wollte sie davon abhalten weiter zu machen, aber sie hörte nicht auf. Sie stach immer weiter rein. Fleischreste fielen auf den Boden, ebenso wie Muskeln. „Hör auf!“, befahl ihre Mutter ihr hysterisch und rannte zum Telefon um den Notarzt zu kontaktieren. „Ah verdammt, wo bist du?!“, schrie sie wütend als sie ihren Finger herauszog und eine große Menge an Blut hervor kam. „Ich muss den Schädel aufkriegen“, sagte sie grinsend und schlug ihren Kopf gegen die Mauer. „Nein, Elisa hör auf!“, schrie ihre Mutter doch sie hörte nicht auf sie und stieß sie zur Seite. Immer wieder und wieder schlug sie ihren Kopf dagegen. „Komm da endlich raus!“, befahl sie der Stimme die sie hämisch auslachte bis sie einen leichten Knacks hörte und alles um sie herum schwarz wurde.

Fortsetzung folgt......... Bearbeiten

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