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Es war ein kühler Montagmorgen, als ich mit meinem Kumpel Maxi vor der Schule in den Wald ging, um zu joggen. Wir taten dies öfter, sodass wir des Öfteren schon in der Schule total kaputt waren, aber das war in Ordnung. Wir liefen durch den Wald, nicht auf den Wegen, sondern querfeldein. Sicher waren wir uns bewusst, dass man eigentlich den Wegen folgen sollte, aber das wurde uns nach einiger Zeit einfach zu langweilig. Hinzu kommt, dass wir schon oft querfeldein gelaufen sind und uns noch nie etwas passiert ist, was uns nun davon abhalten konnte. Heute allerdings war alles ein bisschen anders.

Wir hatten so ein merkwürdiges Gefühl, als wir durch den Wald gelaufen sind, als verfolge uns etwas. Wir sahen oft nach hinten, aber konnten nichts entdecken, trotzdem, das Gefühl wurde immer stärker. Als wir es einfach nicht mehr aushielten, liefen wir schlussendlich vorzeitig aus dem Wald raus und schoben das Ganze auf die morgendliche Müdigkeit. Wir sagten uns, dass wir heute Nachmittag nochmal in den Wald gehen und schauen würden, ob dieses Gefühl, verfolgt zu werden, dann verschwunden war.

Der restliche Tag verlief normal. Wir gingen zur Schule, hatten Deutsch, Englisch und Geschichte. Später machten wir uns dann zusammen auf den Heimweg. Als wir Richtung Wald gingen, hörten wir merkwürdige Geräusche. Es war fast wie Babygeschrei und als wir uns der scheinbare Quelle des Geschreis gemeinsam näherten, verschwand es. Dies passierte mehrere Male hintereinander. Immer kam das Geschrei von einem anderen Ort und sobald wir uns zu sehr näherten, verschwand es einfach. Zwar waren wir nun dadurch schon angespannt, wollten aber trotzdem wissen, ob wir uns nun im Wald genauso komisch fühlen würden wie in der Früh. So gingen wir in den Wald, ohne groß darüber nachzudenken.

Als wir schließlich im Wald ankamen, beschlich uns wieder dieses Gefühl, verfolgt zu werden. Wir versuchten es zu verdrängen und es gelang. Jedenfalls bis zu diesem einen Moment, als wir das Babygeschrei wieder hörten - diesmal lauter denn je. Wir suchten, wie auch zuvor, die Quelle des Geschreis auf und diesmal verschwand das Geschrei nicht, als wir an der Quelle ankamen - nein - es war, als würden wir mitten in der Quelle des Geschreis stehen. Natürlich beruhigte uns das keinesfalls und wir schauten uns nur gegenseitig entsetzt an. Das Gefühl, verfolgt zu werden, wurde auch immer stärker.

Wir machten uns auf den Rückweg, fest entschlossen, erst mal niemandem von dem jüngsten Ereignis zu erzählen - es würde uns ja sowieso keiner glauben - und kamen am Rande des Waldes an. Als auf einmal direkt hinter uns wieder ein Geschrei anfing, so als läge direkt hinter uns ein Baby, das sich die Seele aus dem Leib schrie. Ich drehte mich blitzschnell um und erschrak. Ich hätte schwöre können, dass ich hinter uns, in den Bäumen, Babys gesehen habe, die an einem Strick herunterbaumelten. Ich sah Maxi an und er sah ebenfalls kreidebleich aus, so als hätte er einen Geist gesehen. Ich erzählte ihm, was ich glaubte gesehen zu haben und er sagte mir, bei ihm war es das Gleiche.

Total geschockt gingen wir nach Hause, fest entschlossen, nie wieder in den Wald zu gehen. Als ich zu Hause ankam, war es bereits Abend und ich entschloss, ins Bett zu gehen. Nach den Ereignissen heute konnte ich ein bisschen Ruhe sicher gebrauchen. Ich schlief, trotz den schockierenden Erlebnissen, verhältnismäßig schnell ein. Als ich morgens aufwachte, hörte ich Babygeschrei in meinen Ohren, das nie aufzuhören schien. Ich wälzte mich auf dem Boden vor Schmerzen und schrie. Meine Mutter kam rein und fragte mich, was los ist, doch ich sagte nur, dass ich schlecht geträumt habe. Sie schaute mich verdutzt an und winkte dann mit einem "okay" ab.

Ich machte mich fertig für die Schule und machte mich schließlich auf den Weg. Als ich den Schulweg hinter mir brachte, drehte ich mich immer wieder zum Wald um und jedes Mal wenn ich mich umdrehte und zum Wald sah, war mir, als hörte ich ganz leise in meinem Kopf Babys schreien. In der Schule angekommen fiel mir auf, dass Maxi nicht da war, was mir ebenfalls Sorgen bereitete, denn er war der Einzige, mit dem ich darüber sprechen konnte, er war ja schließlich dabei, als alles geschah. Ich hatte glücklicherweise nur vier Stunden, weshalb ich früh nach Hause konnte, aber erst einen kurzen Abstecher zu Maxi machte. Maxis Mutter machte mir auf und sagte nur "Maxi geht es nicht gut, er braucht erst mal Ruhe". Sie machte die Tür zu und verabschiedete sich nicht mal, mir war aufgefallen, dass auch sie geschaut hat, als wäre etwas Schreckliches passiert. Ich entschied mich dazu, heimlich an Maxis Fenster zu klopfen und ihn persönlich zu fragen, was los war. Ich nahm mir einen Stuhl aus dem Garten von Maxi, stellte ihn unter sein Zimmerfenster und klopfte.

Wie ich es mir dachte, wusste er sofort, dass ich es bin, denn das hatten wir schon öfter gemacht, beispielsweise als er Hausarrest hatte oder tatsächlich krank war und sich trotzdem mit mir treffen wollte. Ich schaute ihm ins Gesicht und war geschockt, als ich bemerkte, dass sein gesamtes Gesicht - bis auf sein linkes Auge - mit Bandagen bedeckt war. Ich fragte, ihn was passiert ist und er sagte, er sei gestern noch einmal im Wald gewesen. Er behauptete, er wurde von zwei Jungs angegriffen - ungefähr 14 oder 15 Jahre alt, also ca in unserem Alter - und dass sie etwas nicht Menschliches an sich hatten. Ich fragte ihn, was dieses nicht Menschliche sei und er behauptete, dass sie die ganze Zeit krankhaft gelächelt haben und aus ihren Mündern, sobald sie sie aufmachten, nur Babygeschrei kam. Als er sich umdrehte und weglief, wurde er festgehalten, sagte er und als er dann blind vor sich schlug, um denjenigen, der ihn festhielt, unschädlich zu machen, war keine Menschenseele mehr da. Verwirrt sprang er von der Erhöhung, auf der er diesen beiden Jungen begegnet war, rutschte aus und schlug mit dem Gesicht zu erst auf dem Boden auf. Durch den Aufprall mit dem Gesicht wurde er ohnmächtig und als er aufwachte, war er bereits im Krankenhaus. Dadurch, dass diese Kreaturen zwei kleine Jungen waren und sobald sie ihre Münder aufmachten, ein ohrenbetäubendes Geschrei aus diesen drang, das sterbenden Babys glich, nannten wir sie die sterbenden Söhne - The Dying Sons.

Ich ließ ihn allein, schließlich bauchte er mit Sicherheit tatsächlich Ruhe. Bevor ich ging, erzählte er mir noch, dass er sich trotz diesen schrecklichen Erlebnissen sehr zu dem Wald hingezogen fühlte. Doch das war nicht alles: bei mir war es dasselbe. Als ich am Abend allein in meinem Bett lag und mir Sorgen um Maxi machte, kam ich auf die Idee, selbst noch einmal in den Wald zu gehen. Ich nahm mein Handy, ein Messer und eine Tachenlampe mit. So konnte mir ja nichts passieren, dachte ich. Also machte ich mich auf den Weg Richtung Wald. Im Wald angekommen fühlte sich alles normal an, ich fühlte mich wieder einigermaßen wohl, so wie früher. Ich ging noch ein wenig tiefer rein und als sich auch da nichts fand, beschloss ich, nach Hause zu gehen. Gerade trat ich den Rückweg an, als ich Babygeschrei vernahm - wieder als wäre es direkt hinter mir -. Mich packte die Angst und ich fing an zu rennen. Nach gefühlten 2 Stunden sprinten blieb ich keuchend stehen und drehte mich um.

Ich sah nur zwei Gestalten, ein breites Grinsen im Gesicht, die mich niederschlugen. Bevor ich das Bewusstsein verlor, hörte ich nur noch ohrenbetäubendes Babygeschrei. Bevor meine Welt für immer schwarz wurde, erinnerte ich mich an die letzten Worte meines besten Freundes Maxi, die er mir sagte, bevor ich nach Hause ging: "Was du auch tust, gehe nicht noch einmal in den Wald...".

Ich hätte auf ihn hören sollen...

Creepypasta von FaTaLiiTy98

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