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"Melanie war ein fröhliches Mädchen, als sie noch lebte. Sie hat immer jeden zum Lachen gebracht, war gut erzogen, liebte Tiere und Fotografie und hat alle verteidigt, die sie mochte. Sie war außerdem auch gut in der Schule und mit ihren langen, schwarzen Haaren und diesen großen, stechend-blauen Augen auch wunderschön zugleich! Jeder nannte sie Eye Catcher, weil ihr einfach jeder hinterher geschaut hat.", erzählte meine Oma und kicherte. Ich schaute sie unterschwellig gelangweilt an, aber sie schien es nicht zu bemerken. 

Ich bin vor einer Woche 17 geworden und deshalb sind meine Familie und ich zu unserer Oma gefahren, um dort zu feiern. Sie hatte immer coole Geschichten zu erzählen, aber diese war echt langweilig.

"Doch an ihrem 16 Geburtstag", setzte Großmutter fort, "wurde bestätigt, dass sie an einem seltenen Gendefekt leidet, und deshalb bald blind werden würde.", meine Oma machte eine Pause und nippte an ihrem abgekühlten Kaffee. Dann sagte meine Oma mit zittriger Stimme: "Sie veränderte sich. Sie wurde immer stiller, verkroch sich immer mehr und wurde abweisend. Ihr Hass auf Leute mit funktionierendem Sehvermögen wurde immer stärker, da ihr Augenlicht eines ihrer größten Schätze war."

Ich hörte gebannt zu. Mit stärkerer Stimme fuhr sie fort: "Eines Tages unterzog sie sich einer gefährlichen Operation, indem sie ihre eigenen Augen herausnehmen ließ und mit Spender-Augen austauschte. Alle waren dagegen, doch Melanie war verrückt.", wieder eine Pause, "Wie du dir denken kannst ging es schief und sie verlor ihre Augen und ihr Leben..."

"Essen ist fertig!", rief meine Mutter und ich ging zur Küche.

Als ich am übernächsten Tag Zeitung las, ging mir dieser Artikel einfach nicht mehr aus meinem Kopf.

>>Zwei Jugendliche tot im alten xxxx-Krankenhaus gefunden worden. Ihre Augen waren jeweils herausgenommen worden, waren jedoch nicht auffindbar. Die Polizei dazu: "Wir werden uns um den Fall kümmern und den Mörder finden. Das xxxx-Krankenhaus darf nicht betreten werden."<<

Ich wunderte mich. Das xxxx-Krankenhaus war lange verlassen. Warum sollte dort jemand hin? Außerdem, war das nicht das Krankenhaus, wo Melanie operiert worden war? Hatte Oma nicht auch was von Hass auf Leute, die sehen können, gesagt? Nach langem grübeln kam ich doch zu dem Entschluss, sie zu fragen.

Es war bereits Abends, als ich mir meine Fragen im Kopf zurecht gelegt hatte. Ich wollte sie grade fragen, doch ich hörte einen Schrei. Ich rannte zum Wohnzimmer, blieb aber im Türrahmen stehen. Meine Großmutter lag auf dem Boden, ohne ihre Augen. "R-re-renn...!", sagte sie mit letzter Kraft, als sie wegen Blutverlust tot zusammensackte.

Ich wollte wegrennen, doch eine kalte Hand hielt mich an meiner Schulter fest. Im Augenwinkel sah ich ein Mädchen mit schwarzen, wuscheligen Haaren, einem zerfetzen OP-Kleid und... Ich schrie. Um ihre Augen waren Bandagen mit Blutflecken an den Stellen, wo ihre Augen hätten sein sollen und Blut floss ihr Gesicht hinab. In ihrer anderen Hand hielt sie die Augäpfel meiner Oma. Ich schubste sie weg, rannte zu den Zimmern meiner Familie und rannte raus.

Nun sind zwei Jahre vergangen und ich wohne in meiner eigenen kleinen Wohnung, aber ich bin mir sicher, das war Melanie, die meine Oma umbrachte, aber niemand will mir glauben. Ich fühle mich in letzter Zeit häufig beobachtet, paranoid und mir ist ständig kalt. Ich gehe jetzt lieber schlafen. Aber das Gefühl, dass mich jemand beobachtet, bekomme ich einfach nicht los...

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