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Aufmerksam sah ich mich im Raum um. Wände und Decke waren

weiß. Ein steriler Duft drang in meine Nase,
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by Circusmonster666

während ich langsam weiterging.

Vor mir sah ich ein weißes Bett. Es war ein Krankenhausbett. Auf diesem Bett lag eine Frau, die ein Baby, welches noch mit Blut bedeckt war, in ihren Armen hielt und mit einem Grinsen im Gesicht still und leise beobachtete, wie das Kind in ihren Armen schlief. Schemenhaft konnte ich erkennen, dass das Baby etwas auf seiner Hand hatte. Es sah aus wie ein pechschwarzer Fleck, ähnlich wie wenn ein kleines Kind sich mit Filzstiften anmalte, ich wollte es genauer sehen und hörte plötzlich ein Platschen unmittelbar vor mir, fast so als wäre ich in eine Regenpfütze getreten. Irritiert schaute ich hinab zu der Stelle, von der ich das Geräusch vernommen hatte. Buchstäblich gefror mir das Blut in den Adern, als ich langsam realisierte, was dort auf meinen Fußsohlen klebte: Blut. Blut, das sich zu kleinen Äderchen verformt hatte und in verschiedene Richtungen zeigte. Eine der Adern zeigte direkt auf das Bett, in dem die Frau lag. Plötzlich bekam ich ein mulmiges Gefühl. Als ob ich das dringende Bedürfnis hätte, jemanden zu verletzen. Jemanden Leid zuzufügen. Mein Körper kribbelte aufgeregt bei dem Gedanken und ich wurde das unbändige Bedürfnis, Blut zu lecken, nicht los. Ich wollte töten!

Die Frau schien mich zu bemerken. Mich und meine verdammte Gier, pulsierende Gedärme auf den Boden aufklatschen zu hören. Doch alles, was sie je sagte, war etwas, was ich nicht erwartet hätte. Jeder andere Satz oder gar jede andere Reaktion hätte in den darauffolgenden Momenten vielmehr Sinn ergeben, als diese Worte, die sich selbst bis heute noch wie ein gottverdammtes Brenneisen in mein Gehirn einbrannten: „Ich habe dich lieb, meine süße, kleine Lucy.“ Kaum hatte die Frau diesen einen Satz ausgesprochen, begann das Baby zu lachen, so als wüsste es, was nun folgen würde. Kurz darauf flogen mir Gedärme, Milz und andere Organe zusammen mit einigen anderen Körperteilen entgegen. Schützend hielt ich meine Arme vor's Gesicht, damit die Wucht der explodierten Organe mich nicht beschädigte. Als endlich alles vorbei war, rannte ich zu den verbliebenden Überresten der Frau hin. Wie befürchtet war sie nun nichts mehr als ein aufgeplatzter Haufen von Haut und Knochen. Der aufgeplatzte Brustkorb wies an den spitzen Rippenknochen noch einige übriggebliebene Reste ihres Herzens auf, das nun, genau wie ihre anderen Organe, auf der, bis eben noch markelosen, weißen Wand klebte. Hasserfüllt blickte ich zum Baby rüber, das ein schallendes Lachen von sich gab. Es fühlte sich so komisch an. Einerseits hasste ich dieses… Ding wie die Pest, für das, was es getan hatte und andererseits musste ich plötzlich anfangen unwillkürlich zu grinsen. Es gefiel mir, die nach Blut riechenden, zermatschten Überreste eines Menschen zu sehen.

Ein kalter Luftzug erfüllte den Raum und meine platinblonden Haare peitschten mir leicht ins Gesicht. Verwundert über den plötzlich aufkommenden Luftzug, drehte ich mich dorthin um, von wo ich diesen vernommen hatte. Und da stand sie vor mir, ein Mädchen mit nahezu pechschwarzer Haut und Haaren, selbst ihre Klamotten waren in der selben Farbe gefärbt, nahezu alles, bis auf ihre Augen und ihren Mund. Ihre Augen waren in ein seltsam leuchtendes Blau getaucht und ihre Lippen in so ein unnatürliches Rot, dass es fast schon wie zähflüssiges Blut wirkte, dass sie sich einfach auf ihre Lippen geschmiert hatte. Blut ihrer Opfer… Mit vorsichtigen Schritten nährte ich mich ihr. Das Aussehen hatte verblüffende Ähnlichkeiten mit mir selbst, selbst die Art, wie sie sprach, ähnelte der meinen: „Mein Name ist Negative. Und du bist ein Teil von mir. Ein Teil der sich Mensch nennt.“ Ihre Stimme klang seltsam verzerrt, dass es mir schwer fiel, einen Vergleich zu finden, fast so, als wäre sie nicht von dieser Welt. „Sag mir deinen Namen", forderte ich die Fremde vor mir auf. „Lucifer", erklang prompt als Antwort und ich traute meinen Ohren kaum. „Wie… bitte…?“, gab ich zögernd von mir, als habe ich ihre, nein meine, eigenen Worte nicht gehört. „Lucifer, das ist mein Geburtsname. Mein Vater hat mich nach dem Tod meiner Mutter so genannt, da ich in seinen Augen ein Teufel war. Eine Ausgeburt der Hölle.“ Jetzt trat ich wieder einige Schritte näher. Sie war wie ich und sie besaß den selben Namen, dachte ich und begann zu weinen. Es waren Tränen der Verzweiflung und zugleich Tränen der Freude. Freude darüber, dass ich jemanden gefunden hatte, der mein Denken und Handeln verstand. Der ganz genau wusste, warum ich diese ungesättigte Lust nach Blut und Gedärmen hatte. Auch Negative fing an zu weinen. Doch sie weinte keine Tränen aus Wasser, so wie ich. Es waren lavafarbende Tränen, die sich in den Boden einbrannten und kleine Löcher hinterließen, je mehr sie vergoss. Auf einmal öffnete Negative ihren Mund und schrie aus Leibeskräften auf. Spitze Reißzähne entblößten sich vor mir, kurz darauf gruben sie sich tief in meinen Hals hinein.

Schwer keuchend wachte ich auf. Schon wieder dieser verdammte Albtraum! Instinktiv wischte ich mir den Schweiß von meiner Stirn und stand auf, um mir mein nassgeschwitztes T-Shirt gegen ein Neues auszutauschen. Dabei warf ich noch kurz einen Blick in meinen Schrankspiegel. Erschrocken fuhr ich mit zittrigen Fingern über mein Gesicht. Von den Tränensäcken bis zu meinem Mund führten zwei dicke Spuren, die aussahen, wie Verbrennungen dritten Grades, entlang meines Gesichtes. Bei jeder Berührung, egal wie vorsichtig ich auch war, zuckte ich vor Schmerzen zusammen. Seit wann zur Hölle hatte ich mich bitte verbrannt?!      

Hier geht's weiter zum zweiten Kapitel:       

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