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Dicker, salziger Schweiß rannte zwischen meinen Augen herunter und bannte sich direkt in meinen Mund hinein, während ich mich vor Erschöpfung nach hinten lehnte und schwer keuchend zu meinem Mann rüber sah. Er lächelte ein strahlendes Lächeln. „Du hast es geschafft“, verkündete er stolz und küsste mich auf meine, vor Anstrengung schweißnasse, Stirn. „Es ist ein Mädchen.“ Laute Schreie eines Kindes, wie die, wenn es gerade geboren wurde, erfüllte den Raum. Mühsam richtete ich mich auf, um etwas sehen zu können. Ich sah, wie die Hebamme gerade die Nabelschnur durchtrennte und kurz darauf das Baby in meine Arme legte.  „Mein Baby“, flüsterte ich leise und musste plötzlich selbst lächeln. Ich hatte mir schon immer Kinder gewünscht und da es endlich, nach mehreren Versuchen, geklappt hatte, war es jetzt hier in meinen Armen und träumte mit geschlossenen Augen vor sich hin. Erneut schaute ich, voller Freude über dieses Glück, meinen Mann an, der von diesem Moment an der Vater dieses Kindes war. Er würde einen sehr guten Vater abgeben, dessen war ich mir bewusst. „Ich liebe dich, Mathew,“ formte ich leise mit meinen Lippen und küsste ihn auf seine. Er erwiderte diesen Kuss und für einen kurzen Moment schien alles perfekt. Jedoch nur für ein kurzen Moment.

Plötzlich schien die Sicht vor mir leicht zu verschwimmen. Mit einer Hand stützte ich mich ab, während ich ein leises Stöhnen von mir gab. „Schatz, was ist denn los?“, fragte mich Mathew mit besorgniserregter Stimme, während er eine Hand auf meine legte. „N… Nichts, Liebling mach dir keine Gedanken. Nur ein kleiner Schwindelanfall nichts weiter“, versuchte ich das seltsame Gefühl, dass sich nun in mir breit machte, zu überspielen. Mir war auf einmal so schlecht geworden, doch wieso nur? „Machen sie sich keine Gedanken“, meinte die Hebamme, die mit einem warmen Lächeln zuerst mich und dann mein Kind anlächelte. „Es ist die Anstrengung, die Sie sich so schlecht fühlen lässt. Das passiert den meisten Müttern nach der Geburt, es ist also was ganz Natürliches.“ Wieder legte ich meinen Blick auf meine Tochter, die ihre zierlichen, kleinen Fingerchen um meine legte, als ich ihr diesen entgegenstreckte. Kaum hatte mein Finger ihren berührt, keuchte ich vor Schmerzen auf. Es fühlte sich an, als würde etwas in mich hineinstechen. Immer und immer wieder. „Rebecca!“, schrie mein Ehemann meinen Namen. Seine Stimme klang in meinen Ohren vollkommen verschwommen und verzerrt, so als ob sie nicht die seine wäre, sondern die eines anderen, fremden Mannes.  Nur schemenhaft erkannte ich, wie zwei muskulöse Arme mein Baby von mir wegnahmen. Nun verlagerten sich die Schmerzen auf mein Unterleib, solange, bis sie sich Stück für Stück weiter nach oben zu meiner Brust kämpften. Kleine, feine und zugleich scharfe Messerstiche erzeugten diese höllischen Schmerzen, aus denen ein verdammtes Brennen resultierte, im Einklang mit der immer wieder stärker werden Verschwommenheit, die auch meine Sinne langsam zu benebeln schien.

„Schwester, tun Sie doch was!!!!!“, hörte ich die aufgeregte, verzerrte Stimme meines Mannes neben mir, während ich mich regelrecht vor Schmerzen krümmte und aufschrie. So langsam bekam ich das Gefühl, meine Lunge würde jeden Moment explodieren. Auch meine Augen begannen sich komplett nach hinten zu verdrehen, bis ich realisierte, dass ich erblindet war. „Helft mir doch!“, schrie ich mit Blut im Mund in den Raum hinein, nicht in der Lage, irgendjemanden genau anzuschauen. Wie denn auch, wenn urplötzlich alles vor einem verschwommen war? Durch die unerträglichen Schmerzen begann sich mein Körper zu verkrampfen. Mit meinen Fingernägeln krallte ich mich an das, bis eben noch reinweißen, Bettlacken fest, das durch mein eigenes Blut, das nun in Strömen, inzwischen nicht nur aus meinem Mund, sondern auch aus meinen ganzen anderen Körperöffnungen lief. „Mathew!“, meine Stimme war nun nichts mehr als ein grausames Krächzen gefolgt von einem Gurgeln, da sich weiteres zähflüssiges, dickes Blut in meinem Rachen angesammelt hatte. Mit anzusehen, wie mein Mann mit dem Kind im Arm immer noch hilflos dasaß und meine Hand hielt, als könne dies etwas bewirken, brach mir das Herz. Verzweifelt versuchte ich, nach meinem Kind zu greifen, ich wollte Lebewohl sagen, ehe ich mich in das Reich der Toten begab. So schluckte ich das angesammelte Blut langsam hinunter und schmeckte den bitteren und zugleich metallisch-salzigen Nachgeschmack meines vergossenen roten Lebenssaftes und nahm erneut alle Kräfte zusammen.  Kaum hatte Matt mir unsere Tochter in die Arme gelegt, biss diese mir in meine Brust. Der Biss erinnerte mich zunehmend an die Stiche, durch die ich eben noch gelitten hatte. Ich schrie auf, auch wenn es vielmehr wie ein schwaches Husten klang. Ein letztes Mal blickte ich meinem Glück auf ihre süße, kleine Hand. Bei dem Anblick musste ich willkürlich meine Augen weiten: Auf ihrer linken Hand besaß sie ein pechschwarzes Muttermal…    

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