FANDOM


Es war in Zeiten wie diesen, wo ich wünschte, ich könnte einfach weglaufen und nie wieder zurück sehen. Ich wollte schreien, aber ich konnte nur von all dem Stress, den meine Familie verursachte , weinen. Mein Vater und meine Stiefmutter gingen sich gegenseitig an den Hals wie ein paar Löwen im Streit um ein Stück Fleisch. Es gibt keinen friedlichen Moment. Manchmal wünschte ich, ich könnte in ein Loch kriechen und nie wieder herauskommen. Ich betete verzweifelt zu Gott, dass jeder Tag zumindest ein wenig besser wird, aber es änderte sich nie. Nichts wurde jemals besser.

Das Einzige, worauf ich mich freute war der Schlaf. Das Gefühl der Unterdrückung und Vernachlässigung von meiner Stiefmutter stieg mit jedem Tag. Manchmal lag ich im Bett und fragte mich, ob meine Familie oder Freunde mich vermissen würden, wenn ich weg ginge. Würden die Leute weinen? Die einzige Liebe die ich jemals erfuhr, war die von meinem Vater, aber in letzter Zeit haben die Dinge eine Wendung zum Schlechteren genommen. Das Streiten ist immer heftiger geworden und es gab Tage, da fand ich meinen Vater weinend und betend darum, dass ein Wunder geschah.

Die Nacht brach herein und ich wartete für mehrere Stunden in meinem Zimmer. Das verdammte ticken der Uhr frustrierte mich. Gefühlte Ewigkeiten habe ich meinen Vater und meine Stiefmutter streiten hören. Meine Angst wuchs, und in meiner Eile packte ich den Türknauf und öffnete schwungvoll die Tür. Ein Mann stand an der Tür, ich sah sein müdes Gesicht und ging langsam auf ihn zu. Es war mein Vater, geschlagen, gebrochen und durch den Missbrauch meiner Stiefmutter von innen zerschlagen. In diesem Augenblick entschied ich mich genug ist genug, dann vergas ich alle vernünftigen Gedanken und griff nach der Hand meines Vaters. Ich schob meine Stiefmutter beiseite, sah die Wut auf ihrem Gesicht.

Schnell setzte ich meinem Vater im Auto auf den Beifahrersitz und rutschte auf die Fahrerseite. Ich hörte meine Stiefmutter meinen Namen verfluchen.

"ALEXA!", schrie sie mit heiserer Stimme.

Meine einziges Ziel war es meinen Vater so weit wie möglich weg von hier zu bekommen. Ich suchte schnell, um die Schlüssel für das Auto zu finden. Ein plötzlicher Knall am Autofenster versetzte mich in einen Schockzustand, als ich sah, dass meine eigene Stiefmutter einen Baseball-Schläger in der Hand hielt und gegen das Glas des Fensters schlug. Ich schrie vor Angst und sah zu meiner Stiefmutter, wärend ich hektisch im Handschuhfach wühlte, um den Schlüssel meines Vaters dort zu finden. Mein Vater schrie und ich griff schnell die Schlüssel aus dem Handschuhfach, schob mich aus dem Fahrersitz und mein Vater startete den Wagen. Während er fuhr hinterließ er eine auffällige Spur von Rauch und Bremsspuren auf der Auffahrt.

Meine Panik stieg, also bat ich meinen Vater das Auto zu verlangsamen. Dieses beschleunigte aber nur noch mehr und mein Vater verlor die Kontrolle darüber. Ich konnte fühlen, wie das Fahrzeug außer Kontrolle geriet. Wir wurden durchgeschüttelt, während das Auto gegen eine Straßenlaterne fuhr. Die Befestigungen meines Sicherheitsgurtes, der mich in meinem Autositz befestigt hatte, brach und warf mich durch die Frontscheibe des Autos. Ich landete einige Meter entfernt.

Es war schmerzvoll, als ich den kalten, harten Boden berührte. Ich bekam eine Gänsehaut und versuchte meine Augen zu öffnen. Ich wurde plötzlich von starken Schmerzen ergriffen, die ich durch die harte Landung erlitt, ich schlug mit meinem Kopf auf und stöhnte. Meine Hände berührten den Boden und seltsamerweise hörte ich kein einziges Geräusch. Keine Leute redeten, keine Vögel zwitschern. Der Alarm der normalerweise aus dem Auto kommt, blieb still und leblos. Nur eine deutliche kühle Brise schlug mir ins Gesicht, und ließ meine Haare leicht im Wind wehen. Ich hob mich langsam auf meine Füße, während ich mich umdrehte und nach meinem Vater rief.

"Dad?!" Keine Antwort.

Ich brüllte wieder den Namen meines Vaters. Immer noch keine Antwort. Ich rief und rief, bis meine Stimme erschöpft war, ich musste aufhören, bevor ich nicht nur meinen Vater verlor, sondern auch meine Stimme. Erschöpft ging ich weg und rieb mir die Augen. Je mehr ich rieb, desto mehr verblasste das Licht in die Dunkelheit. Ein ungutes Gefühl überfiel mich. Als ich meine Augen öffnete, wurde ich von einem einzigen Scheinwerfer geblendet. Ansonsten umgab mich völlige Dunkelheit . Ein leises Klirren hallte in und durch meine Ohren. Das körperlose Gelächter das ich hörte machte mir Angst. Ich rief, in der Hoffnung es war mein Vater,

"H-Hallo? Vati bist du das?"

Ich wartete einige Minuten auf eine Antwort, aber niemand kam oder antworte. Um meine Ängste zu bestätigen. Ich ging rückwärts. Meine Nackenhaare richteten sich auf, als ich mich umdrehte. In den Farben blau, magenta und blaugrün stand ein hoch aufragenden Narr, er trug eine kokette Erscheinung mit sich.

Er sah gelangweilt aus, bis er merkte, dass ich da war. Er hatte das einzige Lärm erzeugende weit und breit mit sich. Das Geräusch kam von den schwachen Klingeln und Schellen die an die Enden seines blauen Haares gebunden waren. Meine Augen konnten nicht wegsehen, von seinen vielen Eigenarten. Seine extravaganten Features brachten so viel Leben, auf sein eigenes Wesen. Der Narr kam näher zu mir, mit einem Grinsen, bei dem ich mir nicht sicher war, ob man ihm vertrauen könnte oder nicht. Ich verstand nicht, woher er, oder wie ich hierher kam.

Als der Narr dann meine Aufmerksamkeit gefangen hatte fing er an mit Tricks, die die Augen der Menschen in Erstaunen versetzen würden. Bei einem seiner Tricks erschien ein lila Ballon mystisch aus der Hand, er sah mich wieder an und lächelte. Der Ballon hatte ein Smiley-Gesicht , er bot ihn mir an, doch ich wollte ihn nicht nehmen. Vor allem, weil er ein Fremder war, und ich nicht wusste, woher er kam. Vor allen Dingen hatte ich keine Zeit, um von ihm unterhalten zu werden, da ich meinen Vater finden musste.

Also ging ich einfach ein paar Schritte zurück und drehte mich um, nur um ihn wieder vor mir zu haben. Der Narr sah enttäuscht aus, er nickte mir ünermütlich verneinend zu und bot mir wieder den lila Ballon an. Ich konnte die unheimliche Stille zwischen mir und ihm nicht ertragen, also sammelte ich etwas Mut und sprach.

"Wer bist du?" Ich sprach leise.

Der Narr beantworte meine Frage nicht. Ich fragte wieder, doch er wollte immer noch nicht antworten, aber mit jeder Frage die ich fragte, zog er eine Karte mit einem Buchstaben heraus. Ich sah ihn mit den Karten einen Namen legen. Ich starrte auf die Karten und buchstabierte den Namen den er mir legte.

"Candy Pop?", antwortete ich

Die einzige Antwort, die er mir gab, war sein breites Grinsen. Ich weiß nicht, warum, aber jedes Mal, wenn er grinste schauderte es mich. Irgendwie fühlte ich, dass etwas nicht stimmte doch ich wusste nicht was. Er begann wieder Tricks vorzuführen und dieses Mal ließ er den lila Ballon aus seiner Hand verschwinden und ließ dort einen blauen Lutscher erscheinen, dann noch einen und schließlich noch einen Dritten. Schließlich hatte er drei Lutscher in der Hand, die jeweils dem anderen gegenüber lagen. Ich war nicht sicher, was er sagen oder was er sonst wollte. Ihn zu fragen, war nicht nötig er würde sowieso nicht zu mir sprechen. So herrschte Stille.

Er öffnete meine Hand und legte die Lutscher hinein und schloss seine Eigene zur Faust. Wieder einmal machte der Narr das Gleiche, wieder ließ er den lila Ballon erscheinen, wich aber zurück und hockte sich hin. Die einzigen Geräusche, die ich hören konnte, war das Geräusch von Kunststoff, das gespannt wurde. Als er sich zu mir umdrehte reichte er mir den Ballon in Form einer Blume.

Der Narr präsentiert ein süßes und freundliches Lächeln auf seinem Gesicht. Ich war nicht sicher, warum er so hartnäckig war, mir seinen Ballon zu geben. Vielleicht wollte er sich ja auch nur mit mir anfreunden. Also entschied ich mich schließlich, ihm zu vertrauen und akzeptierte sein Ballon. Ich untersuchte den Ballon und blickte zu Candy Pop's Ausdruck, wie der von seiner süßen Art sich zu einer Finsteren veränderte. Schnell drehte ich mich weg und umarmte den Ballon fest, ich fühlte wie mein Körper begann vom Boden abzuheben. Höher und höher, flog ich. Weiter in das Licht, ich konnte den Ballon nicht stoppen

"W-Was ist das!?", wimmerte ich. Egal was ich tat, ich konnte meine Hände nicht von dem Ballon entfernen. Das Licht über mir wurde heller und heller, ich konnte sehen wie ich immer näher in Richtung des brennenden Licht schwebte. Ich schaute wieder nach unten und bemerkte, wie dieser ominöse Narr mir zuwinkte. Ich sah bei genauer Fokussierung seines Schattens, dass dieser nicht seiner eigentlichen Figur entsprach.

Der Schattenwurf auf dem Boden zeigte teuflische Hörner und einen Teufelsschwanz. In diesem Augenblick, als ich versuchte, wieder auf den Narr zu schauen, war sein Gesicht verzerrt.Ich konnte hören, wie mich mehrere flüsternde Stimmen umgaben. Ich spürte, wie mein Kopf sich drehte, ich schloss die Augen fest und wünschte mir, dass was auch immer ich träumte bald vorbei sein würde. Die hellen Lichter brannten heller bis, ich die schwache Stimme meines Vaters hörte.

'' ALEXA! Alexa! Aufwachen! ALEXA!!!''

Mein Vater rief nach mir. Ich fühlte mich so kalt, als ob ich tot gewesen wäre, ich erschrak und umarmte mich so, so dass nichts ahnend, der Ballon zerplatzte. Ich öffne die Augen, die hellen Lichter, wurden klarer und gingen langsam in die strahlenden Straßenlaternen über. Vater kniete sich neben mich um zu überprüfen, ob ich in Ordnung war.

Fast sofort, umarmte ich ihn. Weinend, den Schmerz ignorierend. Er starrte mich mit einem besorgten Gesicht an. Das Nächste, was ich wusste, war ich ins Krankenhaus gebracht wurde. Mein Vater war so freundlich, mich durch die ganzen Straßen zu tragen. Er war erschöpft, aber er ging den ganzen Weg, nur um sicherzustellen, dass ich auch gut behandelt wurde. Ich war froh, dass ich weit weg von meiner Stiefmutter war und das ich und mein Vater überlebt hatten.


Nun sind drei Monate seit dem Autounfall vergangen, aber noch immer konnte ich nicht das Gefühl, dass etwas nicht stimmte, abschütteln. Ich zuckte einfach mit den Achseln bei diesen Gedanken und seufzte tief. Ich sah aus dem Fenster. Es war wie der Tag als Vater und ich meine Stiefmutter verließen. Es regnete. Der Arzt erschreckte mich durch das Öffnen der Türe. Ich dachte, dass er wohl hier war, um auf meinen Fortschritt zu überprüfen. Ich drehte mich zu ihm und sah seinen Rücken mir gegenüber. Als der Arzt sich umwandte merkte ich, dass er etwas in der Hand hielt und leise zu mir sprach.

"Du hast meinen letzte Ballon zerstört aber, keine Sorge Alexa ... Ich habe etwas Neues ..."


Original

Geschrieben von: Jesterca

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.