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Die schier endlose Straße nach Hause schien weiter und weiter zu gehen. Die Straße streckte sich weit vor dem Fahrzeug aus. Das Licht, das durch die Äste der hohen, grünen Bäume schien, tanzte in zufälligen Mustern über das Fenster, immer wieder, und schien einem unerträglich hell in die Augen. Die Umgebung war voller tiefgrüner Bäume, die einen Wald um die Straße herum bildeten. Das einzige Geräusch war das des Automotors, während dieser den Weg entlang rauschte. Es war friedlich und ließ ein heiteres Gefühl aufkommen. Obwohl die Fahrt nett erschien, fehlte für beide Passagiere jegliche Art der Beschreibung von „nett“. Die Frau mittleren Alters hinter dem Steuerrad hatte ordentliches, kurzes, braunes Haar, das recht gut zu ihrer Hautfarbe passte. Sie trug ein grünes T-Shirt mit V-Ausschnitt und ein Paar blaue Jeans. Diamantohrringe zierten ihre beiden
Fue solo un sueño- (Ticci Toby)
Ohren, die teilweise hinter ihrer Frisur zu sehen waren. Sie hatte dunkelgrüne Augen, die durch ihr Shirt betont wurden, und das Licht schien diese auffälliger zu machen. Ihr Aussehen besaß nicht viel Außergewöhnliches. Sie sah einfach aus wie eine „durchschnittliche Mutter“, die man in einer Fernsehsendung oder dergleichen sehen würde, aber eine Sache unterschied sie doch sehr von diesen „durchschnittlichen Müttern“ und das waren die tiefen, schwarzen Ringe unter ihren Augen. Ihr Gesichtsausdruck war düster und traurig, obgleich sie wie jemand aussah, der viel lachte. Sie schniefte ab und zu und blickte gelegentlich kurz in den Rückspiegel, um nach ihrem Sohn auf dem Rücksitz zu sehen, der ein wenig gebückt da saß, seine Arme fest um seine Brust geschlungen und den Kopf gegen das kalte Fenster gedrückt. Dem Jungen fehlte es an jeglichem normalen Aussehen, jeder konnte locker sehen, dass etwas mit ihm nicht stimmte.

Sein unordentliches, braunes Haar stand in alle Richtungen ab und seine bleiche, fast graue Haut wurde durch das leuchtende Licht hervorgehoben. Seine Augen waren dunkel, anders als die der Mutter, er trug ein weißes T-Shirt und abgenutzte Hosen, die Kleidung, die man ihm im Krankenhaus gegeben hatte. Die Kleider, die er zuvor getragen hatte, waren zu zerfetzt und blutbefleckt gewesen, als dass man sie noch hätte tragen können. Die rechte Seite seines Gesichts trug ein paar wenige Schnitte neben seiner gespaltenen Augenbraue. Sein rechter Arm war einbandagiert bis zur Schulter, welcher zerrissen worden war, als seine rechte Körperseite das zerbrochene Glas getroffen hatte.

Seine Verletzungen schienen schmerzhaft, obwohl er selber gar nichts fühlen konnte. Er konnte nie etwas fühlen. Das war nur eine der Herrlichkeiten, die man hatte, wenn man er war. Eine der vielen Herausforderungen die er beim Aufwachsen hatte war, dass er mit der seltenen Krankheit aufwuchs, die ihn komplett taub für jegliche Schmerzen machte. Er hatte es nie zuvor gespürt, wenn er verletzt wurde. Er hätte einen Arm verlieren können und nichts gefühlt. Und dann war da noch eine weitere Störung, wegen der man ihm viele böse Spitznamen in seiner kurzen Grundschulzeit zurief, bevor er zu Hause unterrichtet wurde, und das war sein Tourette-Syndrom, durch welches er tickte und zuckte, ohne es kontrollieren zu können. Er knackte unkontrolliert mit dem Hals und zuckte immer wieder.

Die Kinder zogen ihn deswegen auf, nannten ihn 'Ticcy-Toby' und verspotteten ihn mit übertriebenem Schütteln und Auslachen. Es wurde so schlimm, dass er zum Hausunterricht wechselte. Es war zu schwer für ihn in einer gewöhnlichen Lernumgebung zu sein, wenn jedes Kind sich über ihn lustig zu machen schien. Er starrte aus dem Fenster, sein Gesicht war ohne jegliche deutbare Emotion, und alle paar Minuten durchfuhr ein Zucken seine Schulter, seinen Arm oder seinen Fuß. Bei jeder Unebenheit, über die das Auto fuhr, drehte sich sein Magen um. Toby Rogers war der Name des Jungen. Und das letzte Mal, als Toby in einem Auto gefahren war, war dieses verunglückt. Das war alles, an das er dachte.

Unbewusst spielte er alles ab, an das er sich erinnern konnte bevor er ohnmächtig geworden war, wieder und wieder. Toby hatte Glück gehabt, seine Schwester hingegen nicht. Als der Gedanke an seine ältere Schwester kam, konnte er nicht verhindern, dass seine Augen feucht wurden. Die furchtbaren Erinnerungen spielten sich nochmals in seinem Kopf ab. Ihr Schrei, der abgebrochen wurde, als die Vorderseite des Autos eingeschlagen wurde. Alles wurde schwarz für einen Moment bevor Toby seine Augen öffnete und den Körper seiner Schwester sah, ihre Stirn mit Glasscherben durchbohrt, ihre Hüfte und Beine unter dem Druck des Steuerrads zerdrückt, ihr Torso vom zu spät aufgeblasenen Airbag eingedrückt. Das war das letzte, das er von seiner geliebten großen Schwester gesehen hatte. Der Heimweg setzte sich für eine gefühlte Ewigkeit fort. Es dauerte so lange weil seine Mutter die Unfallstelle vermeiden wollte.

Als die Umgebung zur bekannten Nachbarschaft wurde, waren beide mehr als bereit aus dem Auto zu steigen und in ihr Haus zu treten. Es war eine alte Nachbarschaft, mit idyllischen kleinen Häusern, die alle nebeneinander standen. Das Auto fuhrt vor ein kleines blaues Haus mit weißen Fensterscheiben. Ihnen  beiden fiel schnell das alte Fahrzeug auf, das vor dem Haus geparkt war, und die bekannte Gestalt, die bei der Einfahrt stand. Toby fühlte automatisch, wie Wut und Frustration beim Anblick seines Vaters über ihn hereinbrachen. Sein Vater, der nicht da gewesen war. Seine Mutter stellte das Auto in die Einfahrt neben ihn bevor sie den Motor abstellte und sich bereit machte, auszusteigen und sich ihrem Mann zu stellen. „Warum ist er hier?“, fragte Toby leise, während er zu seiner Mutter sah, die gerade die Hand ausfuhr, um die Autotür aufzumachen. „Er ist dein Vater, Toby, er ist hier, weil er dich sehen will“, antwortete seine Mutter mit einer monotonen Stimme, weil sie nicht so zittrig klingen wollte. „Aber er konnte nicht zum Krankenhaus fahren, um Lyra zu sehen, bevor sie starb.“ Toby verengte die Augen und sah aus dem Fenster. „Er war in dieser Nacht betrunken, Schatz, er konnte nicht fahren - „Ja, wann ist er das schon nicht“, Toby schob die Tür vor seiner Mutter auf und torkelte hinaus auf die Einfahrt, wo er auf den Blick seines Vaters stieß, bevor er mit einem ernsten Gesichtsausdruck runter auf seine Füße sah. Seine Mutter trat hinter ihm aus dem Auto und traf den Blick ihres Mannes, bevor sie um das Auto herumging.

Sein Vater öffnete die Arme und erwartete eine Umarmung seiner Frau, doch sie ging neben ihm vorbei und legte ihren Arm um Tobys Schulter. „Connie“, begann ihr Mann mit einer kratzigen Stimme, „Was denn, keine Willkommensumarmung, huh?“ Sie ignorierte die widerlichen Worte ihres Mannes und ging neben ihm vorbei, mit ihrem Sohn unter ihrem Arm. „Hey, er ist 16, er kann selber gehen.“ Sein Vater begann, ihnen zu folgen. „Er ist 17.“ Connie blitzte ihn an, bevor sie die Haustür öffnete und hinein trat. „Toby, warum bringen wir dich nicht auf dein Zimmer damit du dich erholen kannst, okay? Ich hole dich wenn das Abendessen fertig ist--“„Nein, ich bin 16, ich kann selber gehen“, sagte Toby sarkastisch und warf nochmals einen verächtlichen Blick zurück zu seinem Vater, bevor er die schmale Treppe hoch stolperte und in sein Zimmer trat, wo er die Tür heftig zuschlug.

In seinem kleinen Zimmer war nicht viel drin. Nur ein kleines Bett, eine Kommode, ein Fenster und an seiner Wand hingen ein paar eingerahmte Bilder seiner Familie. Von damals, als sie noch eine Familie gewesen waren. Bevor sein Vater ein Alkoholiker geworden war und sich gewalttätig gegenüber seiner Familie benommen hatte. Toby erinnerte sich daran, als sein Vater mit seiner Mutter gestritten hatte, sie an den Haaren gepackt und auf den Boden gedrückt hatte, und als Lyra versuchte, die beiden auseinanderzubringen, hatte er sie gestoßen und sie sich daraufhin den Rücken an der Ecke der Küchentheke angeschlagen. Toby hatte ihm nie dafür vergeben können, was er seiner Mutter und Schwester angetan hatte. Niemals.

Ihm war es gleich, wie oft sein Vater ihn niederschlug, er konnte es sowieso nicht spüren, was ihm nicht gleich war, war, wie er absichtlich die beiden Menschen verletzte, die ihm etwas bedeuteten. Und als er im Krankenhaus gewartet hatte, wo seine Schwester ihre letzten Atemzüge getan hatte, war die einzige Person, die nicht angestürmt kam, sein Vater gewesen. Toby stand beim Fenster und sah hinaus auf die Straße. Er hätte schwören können er hätte etwas im Augenwinkel gesehen, aber er gab schnell den Medikamenten, die man ihm verabreicht hatte, die Schuld. Als es Zeit zum Abendessen war und seine Mutter nach ihm rief, kam Toby die Treppe hinunter und setzte sich zögerlich seinem Vater gegenüber an den Tisch, zwischen seiner Mutter und einem leeren Stuhl. Es war ruhig, während Connie in ihrem Essen herumstocherte. Toby wollte nicht essen. Stattdessen beobachtete er seinen Vater mit einem leeren Blick. Seiner Mutter fiel sein Starren auf und sie stieß ihn leicht mit dem Ellbogen an. Toby sah ein wenig zu ihr herüber und dann hinunter auf sein Mahl, welches er nicht anrührte.

Toby lag im Bett, zog die Decke über den Kopf und starrte zum Fenster. Er war müde, aber er schlief nicht ein. Er konnte nicht, es gab zu viel zum Nachdenken. Er debattierte mit sich selbst, ob er den Anweisungen seiner Mutter folgen und seinem Vater vergeben, oder ob er weiterhin einen Groll und kochenden Hass hegen sollte. Er hörte seine Tür knarrend aufschwingen und seine Mutter trat leise in sein Zimmer. Sie setzte sich neben ihn auf das Bett. Sie rieb ihm den Rücken, den er zu ihr gedreht hatte. „Ich weiß, dass es schwer ist, Toby, glaub mir, ich verstehe es, aber ich verspreche dir, dass es besser werden wird“, sagte sie sanft. „Wann wird er gehen?“, fragte Toby mit einem unschuldigen Ton in seiner zittrigen Stimme. Connie ließ ihren Blick zu ihren Füßen wandern. „Ich weiß es nicht, Schatz, er bleibt, soweit ich weiß“, antwortete sie. Toby erwiderte nichts. Er sah einfach weiterhin zum Fenster und hielt seinen beschädigten Arm nahe bei seiner Brust. Nach ein paar Minuten Schweigen seufzte seine Mutter schwer, bevor sie sich hinunterlehnte um ihn auf die Wange zu küssen und aufzustehen. „Gute Nacht,“ sagte sie, als sie das Zimmer verließ und die Tür zu machte.

Die Stunden vergingen langsam und Toby konnte nicht aufhören, sich hin und her zu drehen. Immer wenn er seine Gedanken spielen ließ, hörte er das Quietschen der Reifen, das Schreien seiner Schwester, und er zuckte unkontrolliert im Bett zusammen. Er warf die Decke fort, lag auf dem Rücken, zog das Kissen über sein Gesicht und weinte hinein. Er fühlte, wie seine Brust sich hob und wieder senkte bei jedem zittrigen Atemstoß während er weinte. Er hörte sein eigenes, klägliches Jammern. Er hätte geschrien und geheult wenn er sich das Kissen nicht über das Gesicht gedrückt hätte.

Nach ein paar Sekunden nahm er das Kissen vom Gesicht und setzte sich auf, gebückt, hielt sich den Kopf und atmete schwer. Tränen liefen aus seinen Augen. Er konnte nicht anders, als zu weinen. Er versuchte, es aufzuhalten, aber es ging nicht und er winselte und wimmerte während er zitternd da saß. Er atmete tief ein bevor er aufstand und um sein Bett herum zum Fenster ging und hinaus sah, stets tief ein und ausatmend, um sich zu beruhigen. Er rieb sich die Augen und sah hinaus zu den großen Kieferbäumen gegenüber der Straße. Er hielt plötzlich inne, als sein Blick an etwas hängen blieb, das unter der Straßenlampe stand. Er hörte ein Läuten in seinen Ohren und er konnte nicht wegsehen. Die Gestalt stand neben der Straßenlampe, war etwa zwei Fuß kürzer als sie, lange Arme hingen neben ihr herunter, während sie ihn mit ihren nicht vorhandenen Augen anstarrte. Die Gestalt hatte kein Gesicht. Keine Augen, keinen Mund, keine Nase und doch hielt es Tobys hypnotisiertem Starren stand, als würde es in ihn hineinsehen. Das Pfeifen in seinen Ohren wurde lauter und lauter mit jeder Sekunde, in der er starrte und dann wurde auf einmal alles schwarz.

Am nächsten Morgen erwachte Toby in seinem Bett. Er fühlte sich anders. Er war überhaupt nicht müde und als er zu vollem Bewusstsein erwachte, fühlte es sich an, als hätte er seit Stunden wachgelegen. Er hatte keine Gedanken. Er setzte sich langsam auf, doch als er aufstand wurde ihm mit einem Mal schwindelig. Er stolperte zum Gang und ging die Treppe hinunter. Seine Eltern saßen am Tisch, sein Vater schaute in den kleinen Fernseher, der auf der Theke stand, und seine Mutter las die Zeitung. Sie sah schnell hinüber als sie Tobys Präsenz hinter sich spüren konnte. „Na, guten Morgen, Schlafmütze, du hast ja ewig geschlafen“, begrüßte sie ihn mit einem zögerlichen Lächeln.

Toby sah langsam zur Uhr und sah, dass es halb 1 mittags war. „Ich habe dir Frühstück gemacht, aber es ist kalt geworden. Ich wollte dich aufwecken, doch ich dachte, du brauchst den Schlaf." Ihr Gesichtsausdruck wechselte von glücklich zu besorgt, als ihr Sohn ihr noch immer nicht antwortete. „Bist du in Ordnung?“ Toby stolperte hinüber und setzte sich neben seinen Vater. Er fühlte sich müßig und als hätte er keine Kontrolle über seine Handlungen. Er sah alles, was er tat, aber sein Gehirn schien es nicht richtig zu registrieren. Er streckte die Hand nach dem Arm seines Vaters aus, doch seine Hand wurde dabei weggeschlagen. Sein Vater drehte sich abrupt zu ihm und stieß seinen Stuhl mit seinem Fuß um. „Fass mich nicht an, Junge!“, rief er. Seine Mutter stand auf. „So, Schluss jetzt! Das ist das Letzte, das wir brauchen!“

Der Tag ging vorüber und alles ging so weiter, wie es war. Connie nutzte ihre Zeit vor allem zum Putzen des Hauses und ihr ungehobelter Mann nutzte seine, indem er sie herumkommandierte. Es war genau so wie vor dem Unfall. Toby ging nie wirklich aus dem Zimmer. Er saß in seinem Bett und zitterte. Seine Gedanken wanderten herum, aber änderten sich zu schnell, um sich daran zu erinnern. Er ging in seinem Zimmer auf und ab wie ein eingesperrtes Tier, oder er starrte aus dem Fenster. Der ungesunde Zyklus setzte sich fort. Connie wurde weiterhin von ihrem Mann herumgeschubst und war viel zu gehorsam und Toby blieb in seinem Zimmer. Bevor er zweimal nachdenken konnte, begann er, an seinen Händen herumzukauen, sich das Fleisch von den Fingern zu ziehen.

Er knabberte auf seinen Händen herum, bis sie bluteten. Als seine Mutter ihn dabei erwischte, war sie schockiert. Sie lief nach unten und holte den Verbandskasten, wickelte seine Hände ein. Sie ordnete an, dass er von jetzt an niemals von ihrer Seite weichen solle. Er isolierte sich selbst so sehr, dass er es bald hasste, unter anderen Menschen zu sein. Seine Erinnerungen wurden ebenfalls fehlerhaft. Er begann, Erinnerungen von Minuten, Stunden, Tagen und so weiter zu verlieren. Er begann, Unsinn zu reden, über Dinge, die mit den aktuellen Konversationen überhaupt nichts zu tun hatten. Er sah Sachen, Haifische im Spülbecken wenn er das Geschirr wusch, hörte Grillen im Kissen und sah Geister vor seinem Schlafzimmerfenster. Der ganze Unsinn brachte ihn zu einem Ratgeber. Seine Mutter wurde zu ängstlich über seine psychische Gesundheit und hatte beschlossen, dass es ihm guttun würde, wenn er mit einem Experten darüber reden würde.

Connie brachte Toby in das Gebäude, hielt ihm die Hand und leitete ihn hinein. Sie brachte ihn zur Rezeption und begann, mit der Frau dahinter zu reden. „Mrs Rogers?“, fragte die Frau. „Ja, das bin ich“, nickte Connie, „Wir sind hier für Doktor Oliver, ich bin hier mit Toby Rogers.“ „Ja, gleich hier entlang.“ Die Frau stand auf und führte sie durch einen langen Gang. Toby betrachtete die eingerahmten Kunstbilder im Gang und setzte mit dem Klackern der Absatzschuhe der Frau auf dem harten Holzboden ein. Sie öffnete die Tür zu einem Zimmer mit einem Tisch und zwei Stühlen. „Er soll bitte hier für ein paar Minuten Platz nehmen, ich hole die Doktorin.“ Sie lächelte und hielt die Tür auf. Toby stolperte in den Raum und setzte sich an den Tisch. Er sah zu seiner Mutter hinüber und zur Frau, bevor sie die Tür langsam hinter ihnen schloss.

Er sah sich im Zimmer um, bevor er seine fest eingebundenen Hände hochhielt und anfing, an den Bandagen herum zu beißen, um seine Hände frei zu bekommen, doch er wurde unterbrochen, als die Tür aufschwang und eine junge Frau in einem weiß-schwarz gepunkteten Kleid und hellblondem Haar eintrat, mit einem Klemmbrett und einem Stift. „Toby?“, fragte sie mit einem Lächeln. Toby sah zu ihr hoch und nickte. „Schön, dich kennen zu lernen, Toby, mein Name ist Doktor Oliver.“ Sie hielt ihm die Hand hin, um sie mit ihm zu schütteln, doch zog sie zögerlich zurück als sie die einbandagierten Hände sah. „Oh.“ Sie lächelte nervös bevor sie sich räusperte und sich auf den Stuhl gegenüber setzte. „Also, ich werde dir ein paar Fragen stellen, versuch, sie so ehrlich wie möglich zu beantworten, okay?“ Sie platzierte ihr Klemmbrett auf dem Tisch. Toby nickte langsam und hielt seine gebundenen Hände in seinem Schoß. „Wie alt bist du, Toby?“ „17“, entgegnete er leise. Sie schrieb dies auf das auf das Klemmbrett gespannte Papier. „Was ist dein voller Name?“ „Toby Erin Rogers.“ „Wann hast du Geburtstag?“ „Am 28ten April.“ „Wer ist in deiner nahen Familie?“ Toby pausierte für eine Minute, bevor er die Frage beantwortete. „Meine Mom, mein Dad, und...“ er hielt an. „M-meine Schwester.“ „Ich habe gehört, was mit deiner Schwester passiert ist, Schatz... Es tut mir sehr leid.“ Ihr Blick wurde zu einem traurigen, bemitleidenden Ausdruck. Toby nickte. „Erinnerst du dich an irgendetwas vom Unfall, Toby?“ Toby sah weg von ihr. Seine Gedanken wurden für einen Moment leer. Er sah auf seinen Schoß und hörte in der Umgebung ein entferntes Läuten. Er riss die Augen auf und erstarrte. „Toby?“, fragte die Beraterin. „Toby, hörst du zu?“ Toby fühlte einen kalten Schauer über seinen Rücken laufen, bevor er nochmals erstarrte und langsam aus dem kleinen Fenster durch die Tür blickte, wo er es sah. Eine dunkle, gesichtslose Gestalt, die zu ihm hinsah. Er starrte, Augen aufgerissen, das Läuten wurde lauter und lauter bis auf einmal die laute Stimme der Beraterin die Trance brach. „Toby!“, rief sie. Toby sprang auf, fiel seitlich aus dem Stuhl und verzog sich in eine Ecke. Doktor Oliver stand auf und hielt sich das Klemmbrett an die Brust, ein überraschter Ausdruck in ihren Augen. Toby sah ihr wieder in die Augen, sein Atem stockte als er zuckte.

In dieser Nacht lag Toby in seinem Bett. Seine Augen waren benebelt, während er direkt geradeaus an die Decke starrte. Er fühlte, wie er langsam abdriftete, als er das Klopfen von Fußtritten in seinem Gang hörte. Er setzte sich auf und sah zum Gang, seine Tür stand weit auf. Es gab kein Licht, alles wurde durch das blaue Leuchten des Mondes durch sein Fenster erhellt und in ein kaltes Licht getaucht. Er stand auf und ging langsam zum Gang als auf einmal die Tür, die zuvor weit aufgestanden hatte, vor seinem Gesicht zuschlug. Er schnappte nach Luft und fiel zurück. Er war außer Atem als er auf dem Boden aufprallte und er begann, schwer zu atmen, seine Augen weit geöffnet. Er wartete ein paar Sekunden bevor er auf die Füße kam. Er streckte die bandagierte Hand aus, griff nach der kalten Türfalle und drückte sie auf.

Er sah hinaus in den dunklen Gang und ging auf Zehenspitzen aus seinem Zimmer. Das Fenster am Ende des Ganges erhellte die Dunkelheit mit blauem Mondlicht, während er entlangschlich. Er hörte Fußstapfen, die um ihn herumhasteten, und ein entferntes Kichern unter dem Tapsen von kleinen Füßen, als würde ein Kind vor ihm umherrennen. Der Gang war sehr viel länger, als er ihn in Erinnerung hatte. Er schien endlos... wie die Heimfahrt vom Krankenhaus. Er hörte eine Tür vor ihm knarren. „Mom?“, rief er mit zittriger Stimme. Plötzlich fiel die Tür hinter ihm zu und er zuckte zusammen und dreht sich um. Hinter ihm hörte er ein langes, unheimliches Ächzen, das genau bei seinem Ohr abzusterben schien. Er drehte sich so schnell er konnte um und stand auf einmal Angesicht zu Angesicht mit niemand anderem als seiner toten Schwester

Ihre Augen waren weiß eingehüllt, ihre Haut bleich, und die rechte Seite ihres Kiefers hing nur an Fasern und Muskeln. Glas ragte aus ihrer Stirn hervor und schwarzes Blut rann aus ihrem Gesicht, ihr blondes Haar war zu einem Pferdeschwanz gebunden, wie immer und sie trug ihr graues T-shirt mit den Athletenshorts, welche dreckig und Blut besprenkelt waren. Ihre Beine waren in Richtungen gebogen, die nicht hätten sein sollen. Sie stand da, stieß ein langes, krächzendes Geräusch aus, nur einen Finger weg von Tobys Gesicht. Toby schrie auf und fiel zurück. „AW!“ Er begann, rückwärts von ihr weg zu kriechen, ohne den Blickkontakt zu ihren leeren, toten Augen zu brechen. Er zog sich nach hinten bis er gegen etwas stieß. Er hielt für eine Sekunde inne. Alles war totenstill, bis auf sein schweres Atmen und Weinen. Er sah langsam hoch, wo er das leere Gesicht einer großen dunklen Gestalt traf, die über ihm stand. Hinter der großen dunklen Masse waren reihenweise Kinder, zwischen 3 bis 10 Jahren, ihre Augen komplett schwarz und dunkles, schwarzes Blut sickerte aus ihren Augenhöhlen. Er schrie und stand so schnell er konnte auf, nur um von dunklen schwarzen Ranken am Fußgelenk gepackt und umgeworfen zu werden. Er fiel genau auf den Magen und ihm wurde die Luft aus der Lunge gedrückt. Er versuchte zu schreien, doch konnte keinen Laut erzeugen. Er röchelte, bevor alles schwarz wurde.

Toby wachte erschrocken auf. Er schrie und setzte sich so schnell er konnte auf, der Atem kam in kurzen Stößen. Er röchelte und hielt sich die Brust mit den bandagierten Händen. Es war nur ein Traum... nur ein Traum. Er legte sich zurück auf sein Bett und drehte sich zur Seite. Es fühlte sich an, als sei ihm ein schweres Gewicht von der Brust genommen worden, als er tiefe Atemzüge tat. Er stand auf und trottete zu seinem Fenster. Er sah niemanden. Niemand war da draußen. Keine Geister. Keine Gestalten. Nichts. Er hörte das Rascheln und das Husten seines Vaters draußen im Gang. Seine Tür war zu. Er ging hinüber und öffnete sie. Sah noch einmal prüfend hinaus. Er trottete durch den Gang und ging ins Wohnzimmer, wo er seinen Vater vorfand, der eine Zigarette rauchte.

Toby wartete für eine Sekunde und beobachtete ihn von der Ecke aus, bevor sich ein brennendes Gefühl tief in seiner Brust ausbreitete. Tiefe, kochende Wut überkam ihn. Er hörte die kleinen imaginären Stimmen in seinem Kopf. „Tu es, tu es, tu es“, sangen sie. Er drehte sich weg und hielt seine Arme. Er fühlte sich, als hätte er tatsächlich Kontrolle über sich, anders als die letzten paar Wochen seit er aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Er hatte wirklich vollständige Gedanken für kurze Momente, bevor sie wieder vom Gesang der kleinen Stimmen in seinem Kopf vernebelt wurden. „Töte ihn, er war nicht da, er war nicht da, töte ihn, töte ihn“, machten sie weiter. Toby zitterte. Nein. Nein, er würde es nicht tun. Was, war er am Durchdrehen? Nein. Er würde niemanden töten. Er konnte nicht. Er hasste seinen Vater, aber er würde ihn niemals umbringen.
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Das war er. Das war der letzte Gedanke den er hatte, bevor er wieder in den untätigen Status verfiel. Der Einfluss der Stimmen in seinem Kopf war zu groß. Er begann, langsam hinter seinen Vater zu treten. Er langte über die Theke nach dem Messerhalter in der Küche und zog das größte Messer heraus, das in dem Behälter lag. Er hielt es fest in der Hand. Ein Gefühl übernahm seine Brust. Er gab ein Kichern von sich. „Heh....heheh....hehehehehe! HAHAHAHA!“ Er lachte so sehr dass er nach Luft ringen musste. Sein Vater drehte sich abrupt um, bevor ihn eine brachiale Kraft zu Boden stieß. Er ächzte als die Luft aus ihm herausgedrückt wurde. „Was!“ Er sah hoch zu dem Jungen, der über ihm stand, mit einem Küchenmesser in der Hand. „Toby, was tust du da!“ Er setzte sich auf und hielt die Arme zur Selbstverteidigung vor sich, doch bevor er sich besinnen konnte, war Toby über ihm. Er wollte ihn am Hals packen, doch sein Vater streckte die Hand aus und packte die Seine am Handgelenk. „Stopp! Runter von mir, du kleines Arschloch!“, rief er und schlug Tobys Schulter mit der anderen Hand, doch dieser hörte nicht auf.

Der Blick in Tobys Augen war nicht gesund. Er sah aus als hätte ein Dämon Besitz von ihm ergriffen. Er schrie zurück und wollte das Messer in die Brust seines Vaters stechen, doch der blockte ihn ab und packte ihn wieder beim Handgelenk. Er wollte ihn zurückstoßen aber Toby trat vor ihm mit den Füssen aus und traf ihn hart im Gesicht. Sein Vater schreckte zurück und nahm die Arme zurück, um sein Gesicht zu decken, aber Toby stand wieder auf und rammte das Messer genau in seine Schulter. Sein Vater stieß einen lauten Schrei aus und wollte das Messer herausziehen, doch bevor es das tun konnte, schlug ihm Toby die Faust genau ins Gesicht. Er begann, seine Fäuste in sein Gesicht zu hämmern, und er lachte und keuchte. Er knackte sein Genick, packte das Messer und riss es aus der Schulter. Er stach es tief in die Brust seines Vaters und rammte es immer und immer wieder in seinen Torso, Blut spritzte heraus und befleckte alles. Er hörte nicht auf bis er fühlte, wie der Körper seines Vaters still wurde. Er warf das Messer zur Seite und beugte sich über seine Leiche, hustend und keuchend. Er starrte in sein eingeschlagenes Gesicht und saß zuckend da, bis ein lauter Schrei die Stille zerriss. Er sah hinüber zu seiner Mutter, die ein paar Meter daneben stand und sich den Mund zuhielt, Tränen rannen aus ihren Augen. „Toby!“, schrie sie. „Warum hast du das getan?!“ Sie weinte. „W-warum?!“, schrie sie. Toby stand auf und begann, von der blutigen Leiche seines Vaters zurückzuweichen.

Er sah hinunter auf seine blutgetränkten Bandagen an den Händen und blickte ein letztes Mal hinauf zu seiner Mutter bevor er sich umdrehte und aus dem Haus lief. Er lief zur Garage und schlug seine Hand gegen das Bedienfeld an der Wand, drückte den Knopf, um das Garagentor zu öffnen. Bevor er ging, sah er auf die beiden Handbeile seines Vaters, die an der Gerätewand über einem Tisch voller mit rostigen Nägeln und Schrauben gefüllter Gläser hingen. Ein Beil war neu, hatte einen leuchtend orangen Griff und eine glänzende Klinge, das andere war alt mit einem hölzernen Griff und einer alten, matten Klinge. Er nahm beide, sah hinunter zum Tisch und seine Augen trafen auf eine Schachtel Streichhölzer, unter dem Tisch lag ein roter Benzinkanister. Er hielt beide Beile in einer Hand und nahm die Streichhölzer und den Benzinkanister mit, bevor er aus der Garage lief, über die Einfahrt und hinaus auf die Straße.

Während er sich der Straßenlampe näherte, die er von seinem Schlafzimmerfenster aus gesehen hatte, hörte er Polizeisirenen in der Ferne. Er drehte sich um und sah rot und blau leuchtende Lichter die Straße hinunter rasen. Toby stand für eine Sekunde da bevor er den Deckel vom Kanister aufdrehte, die Straße hinunter lief und dabei Benzin über die Straße hinter sich goss. Er drehte sich um, um zu den Bäumen zu laufen. Er schüttete das letzte bisschen Benzin aus, bevor er in seine Tasche griff und ein Streichholz hervor zog. Er rieb es gegen die Schachtel und ließ es sofort fallen. In einem einzigen Augenblick brachen Flammen um ihn herum aus. Das Feuer befiel die Bäume und Büsche um ihn herum und bevor er's sich versah, war er von Feuer umgeben. Die Silhouetten der Polizeiautos waren durch die Flammen hindurch sichtbar, während er rückwärts in den Wald um sich herum ging. Er sah sich um, aber seine Sicht war verschwommen, sein Herz pochte und er schloss die Augen für einen Moment. Das war’s. Das war das Ende.

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Toby spürte eine Hand auf seiner Schulter. Er öffnete seine Augen und sah hinüber, wo er eine große, weiße Hand mit langen knochigen Fingern sah, die auf seiner Schulter lag. Er folgte dem Arm der an der Hand hing, hinauf zu einer gewaltigen, dunklen Gestalt. Sie schien einen dunklen, schwarzen Anzug zu tragen, und ihr Gesicht war komplett leer. Sie ragte über Tobys kleinem Körper empor und sah zu ihm hinunter. Ranken ragten aus ihrem Rücken. Bevor Toby wusste wie ihm geschah, verschwamm seine Sicht und er war von dem Geräusch von Läuten in seinen Ohren umgeben. Alles wurde weiß. Das war's. Das war das Ende. So starb Toby Rogers.

Einige Wochen später saß Connie in der Küche ihrer Schwester. Ihre Schwester, Lori, saß neben ihr und trank eine Tasse Kaffee.

Vor etwa drei Wochen verlor Connie ihren Ehemann und ihren Sohn, und wenige Wochen davor hatte sie ihre Tochter bei einem Autounfall verloren. Inzwischen war sie bei ihrer Schwester eingezogen. Die Polizisten hielten sie auf Trab, sie waren gerade erst mit dem Aufräumen des Falles fertig geworden, und die Geschichte war vor zwei Wochen veröffentlicht worden. Der Fokus der Welt schien auf komplett neue Geschichten gewechselt zu haben.

Lori schaltete den Fernseher an, wo ein Nachrichtenmagazin lief. Im TV stellte der Moderator eine neue Schlagzeile vor.

„Wir haben eine Eilmeldung! Letzte Nacht wurde der Mord an vier Personen gemeldet. Es gibt noch keine klaren Verdächtigen, nur Vermutungen, doch die Opfer waren eine Gruppe Mittelschüler, die letzte Nacht in den Wäldern gewesen waren. Die Kinder sind verprügelt und erstochen worden. Die Ermittler haben eine Waffe am Tatort gefunden, das alte, stumpfe Beil, das Sie hier sehen können.“ Das Bild wechselte zu Fotos der Waffe, genau so wie sie am Tatort gelegen hatte.

„Die Ermittler haben den Namen eines möglichen Verdächtigen genannt, Toby Rogers, ein 17-jähriger Junge, der ein paar Wochen zuvor seinen Vater erstochen und seine Flucht zu verstecken versucht hatte, indem er die Straße und das Waldgebiet um seine Nachbarschaft herum angezündet hatte. Obwohl man glaubte, der junge Mann wäre in dem Feuer umgekommen, verdächtigen die Ermittler, dass Rogers noch am Leben sein könnte, da man seine Leiche nie gefunden hatte.“

HIER der Link zum Original

Original Autor: Kastoway

http://www.wattpad.com/33919586-creepypasta-stories-ticci-toby-by-kastoway

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