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Haus der Hallogans, vor 12 Jahren:

Die kleine Nancy schrie wie am Spieß. Sie überlegte, was sie nur tun könne, doch ihr Verstand war gelähmt vor Panik. Sie konnte immer noch nicht begreifen, was da gerade geschah. Ihre Eltern saßen beide gefesselt auf zwei Stühlen, mit den Gesichtern einander zugewandt. Und dann war da dieser andere Mann... Nancy kannte ihn nicht, doch in seinen Augen lag das pure Böse. Er ging um die Stühle, auf welchen Nancys Eltern gefesselt waren, herum. Nancy selbst hatte sich versteckt, auf Befehl ihres Vaters, als der Mann eingebrochen war. Als dieser zu sprechen begann, erschrak Nancy vor seiner Stimme. Diese war kalt und hart.

„Eines muss ich Ihnen ja lassen“, sprach der Mann zu Nancys Vater. „Sie sind ein guter Detektiv. Ja, ich habe die Frauen ermordet. Ich habe auch meine eigene Frau zur Ruhe gebracht. Sie betrog mich mit einem Bastard, da ich wohl nicht mehr ihrem Qualitätsstandard entsprach. Sie können seinen Kopf aufgespießt in einem Wald vorfinden. Die anderen Frauen... Naja, meine Exfrau hat in mir einen Hass auf alle Frauen ausgelöst und dieser zog die Faszination des Tötens nach sich. Aber das wissen sie ja alles, Sherlock. Doch sie hätten Ihre Nase aus meinen Angelegenheiten heraushalten sollen. Nun sind Sie es, der schweigen muss. Sie wissen zu viel. Und da ich Frauen hasse, dürfen Sie in der ersten Reihe sitzen, wenn Ihre stirbt.“ Als diese Worte gesprochen waren, hob der Mann einen Bohrer vom Boden auf und mein Vater begann, panisch in seinen Knebel zu winseln. Dem Mann schien dies nur zu gefallen, denn er schaltete grinsend den Bohrer ein und hielt ihn vor das Gesicht meiner Mutter, auch diese begann zu schluchzen und zu winseln. „Hiermit erkläre ich dieses Haus offiziell zum Mordhaus!“ rief der Mann und rammte den Bohrer in den Kopf meiner Mutter. Blut spritzte, mein Vater schrie und der Mann lachte. Und Nancy saß in ihrem Versteck und konnte nicht glauben, was sie gerade gesehen hatte. Fast hätte sie laut geschrien und sich damit verraten, doch sie hielt es im letzten Moment zurück. Nun wandte sich der Mann an ihren Vater. Nancy wollte wegsehen, doch sie konnte nicht. Als ob sie jemand zwingen würde, hinzusehen. „Ihre Augen waren auf Dinge gerichtet, die sie nichts angingen. Ihre Augen haben mich in Probleme gebracht. Das werde ich nicht länger dulden.“ Der Mann begann, Nancys Vater die Augen auszubohren. Erst das eine, dann das andere. Das sah jetzt wirklich furchtbar aus, diese leeren Augenhöhlen, aus denen immer mehr Blut lief und die gequälten Geräusche von Nancys Vater. „Ich glaube, unter der Erde ist noch ein Plätzchen frei, hab ich gehört.“ Der Mann stieß auch Nancys Vater den Bohrer tief in den Kopf und erlöste ihn von seinen Qualen. Nancy hielt es nicht mehr aus, sie begann zu schreien, vor Angst, Schrecken, wegen dem ganzen Entsetzen, das sie gerade erlebt hatte. Der Mann hörte es natürlich und begann sich umzusehen. Nancy wusste, nun musste sie handeln und verließ ihr Versteck, um die Treppe hinaufzufliehen, in das Schlafzimmer ihrer toten Eltern, dort gab es ein Telefon. Dabei wurde sie von dem Mann gesehen, welcher die Verfolgung aufnahm. Sie sperrte sich in das Schlafzimmer ihrer Eltern ein, während der Mann, die Treppe hochkam. Sie wählte die Notrufnummer. Der Mann klopfte an die Tür. „Hey Kleine, willst du nicht öffnen? Ich habe ein Geschenk für dich!“

„Hallo Polizei?“ meldete sich eine Stimme am anderen Ende.

„Hier ist Nancy Hallogan! Mein Vater ist Polizist bei Ihnen und hier ist ein Mann eingebrochen, der meine Eltern getötet hat und jetzt auch mich umbringen will!“

„Oh, verflucht! Wir sind auf dem Weg, es dauert nur fünf Minuten! Halten Sie durch!“ Der Mann draußen donnerte gegen die Tür. „Gut, dann komm ich eben rein, Süße!“ Er schlug und trat noch fester gegen die Tür, versuchte sogar, diese aufzubohren, doch es brachte nichts. Die Polizei stürmte ihr Haus und nahm den Mann fest. Er wurde zu lebenslänglichem Psychatrieaufenthalt auf oberster Sicherheitsstufe verurteilt. Und er bescherte Nancy die eine Erinneung, die sie nie vergessen konnte. Von Blut an den Wänden, Möbeln, ihrer Kleidung, einfach überall. Und dieser Mann war Anthony Larin.


Gegenwart:


Ein normaler Arbeitstag in einem ganz normalen Diner. Es hätte ein typischer Dienstag wie jeder andere sein können, wäre Nancy nicht gezwungen gewesen, mit Anthony um das Leben ihrer besten Freundin zu spielen. Scheiße. Dieser kranke Psychopath war zurück. Nach all den Jahren. Er hatte sie in der Hand und sie konnte nichts tun, als abzuwarten und mitzuspielen. Ihr wurde übel, bei dem Gedanken daran, was sie gleich tun musste. Anthony hatte ihr ihre erste Aufgabe gestellt, nun musste sie nur noch abwarten, bis der Mann hereinkam. Ein älterer Mann mit Lederjacke, weißem Haar und Drei-Tage-Bart. Ihr Zielobjekt. Wie konnte sie sich nur gegen Anthony wehren? Sie durfte nicht zur Polizei.

Da! Da war der Mann. Er betrat das Diner und setzte sich an einen Tisch. Jetzt musste sie es tun. Sie nahm seine Bestellung auf. Ein Steak, ein Bier. Sie bereitete sein Bier zu und zog das Gift aus ihrer Tasche. Das hatte Anthony vor ihrer Tür abgelegt, mit dem Auftrag, diesen Mann damit zu töten. Nancy kippte das Gift in das Bier und machte sich auf den Weg zu dem Tisch des Mannes, dieser sah sie schon kommen und machte sich bereit, das Bier entgegenzunehmen. Doch plötzlich schoss Nancy ein Gedanke durch den Kopf. Wenn sie nun zur Polizei gehen würde und diesen Mann nicht vergiften würde... Woher sollte Anthony das wissen. Ganz einfach: Gar nicht. Das konnte er nicht, wenn sie es still und heimlich tat. Sie lächelte dem Mann zu. „Entschuldigen Sie, aber ich habe gerade bemerkt, dass ich Ihnen etwas falsches zubereitet habe. Ich werde mich sofort darum kümmern.“ Den genervten Spruch des Mannes ignorierte sie. Sie würde keine Mörderin werden. Nein. Nicht heute und auch sonst nie. Und nach Schichtende würde sie zu Billy Cargen gehen.

Billy Cargen war damals ein Freund ihres Vaters gewesen, der ebenfalls ein Polizist war. Nancy kannte ihn schon lange und wusste, dass er auch Anthony Larin kannte, weil Billy vor 12 Jahren alles mitbekommen hatte. Sie war ca. eine Stunde bei ihm, berichtete ihm von allem, dem Anruf, Brenda und dem Gift. Billy hörte ihr zu, dachte nach und sagte dann: „Anthony Larin suchen wir schon die ganze Zeit. Danke Nancy, vielen Dank. Ich leite auf dem Revier sofort alle Schritte ein, um ihn dingfest zu machen. Der tut dir nichts, keine Angst. Dafür sorge ich.“ Er lächelte sie an und zum ersten Mal seit langem fühlte Nancy sich wieder sicher. An diesem Abend konnte sie endlich wieder ruhig einschlafen.

Am nächsten Tag hatte sie erst Nachmittagsschicht im Diner, weswegen sie länger schlafen konnte. Sie schlief sich in aller Ruhe bis 10 Uhr aus, stand auf, duschte und wollte dann frühstücken. Doch als sie in die Küche kam fand sie ein Päckchen, das auf ihrem Tisch lag. Und das definitiv nicht sie dorthin gelegt hatte. Ein schreckliches Gefühl beschlich Nancy. Sie begann das Päckchen zu öffnen – und erstarrte. Ihr wurde übel und sie musste sich übergeben, bevor sie sich weiter dem Päckchen widmen konnte. Besagtes Päckchen war blutgetränkt und im inneren befand sich eine abgetrennte Hand. Darunter eine DVD mit der Aufschrift: „Spiel mich ab“. Dies tat Nancy auch widerwillig, mit ihrem DVD-Player. Zu sehen war wieder die gefesselte Brenda, neben ihr stand ein maskierter, schwarz gekleideter Mann. Dieser hielt gewaltsam ihre Hand fest, während sie versuchte, sich zu wehren und zu schreien. Der Mann hielt ein Messer in der Hand, das er nun an Brendas Handgelenk ansetzte und zu schneiden begann. Blut lief, Brenda kreischte und der Mann schnitt immer tiefer. Dann hörte sie, wie knirschend und krachend Brendas Knochen durchtrennt wurde, während diese vor Schmerzen jaulte und flehte. Schließlich war Brendas Hand ganz abgetrennt, übrig blieb nur noch ein blutspeiender Stumpf. Erneut wurde Nancy übel und sie übergab sich ein weiteres Mal.

Als das Telefon klingelte, starb sie fast vor Schreck. Mit zittrigen Händen und voller Angst nahm sie es vom Hörer. „H... Ha.. Hallo?“

„Ich weiß nicht, ob ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt habe, oder ob du einfach nur dumm bist. Deswegen wiederhole ich noch einmal Regel Nummer 1: Keine Polizei. Du glaubst, du könntest mich verarschen, Mädchen? Du siehst, was dann geschieht. Und nun zum Diner: Ich weiß, dass du nicht getan hast, was ich wollte. Also zweiter Versuch. Heute Abend vergiftest du den Mann, er wird wieder dort sein, weil er immer zu euch essen kommt. Und wenn du es diesmal nicht tust, ist es nicht die Hand, sondern der Kopf, den du finden wirst.“ Mit diesen Worten legte Anthony Larin auf. Nancy war wie benommen. Jemand würde heute sterben. Der Stammgast aus dem Diner oder ihre beste Freundin. Anthony ließ ihr keine Wahl. Heute würde sie doch zur Mörderin werden.

Als sie dem Mann in der Lederjacke heute sein Bier hinstellte, war es mit Gift getränkt. Sie musste sich anstrengen, nicht verzweifelt loszuweinen, als sie es tat, aber trotzdem zitterte sie so stark, dass sie ein wenig von dem Todesgetränk verschüttete. Sie ging schnell nach hinten in die Küche, wo es ein Fenster zum Speiseraum gab und beobachtete die Situation. Sie konnte einfach nicht anders. Der Mann trank große Züge aus seinem Bier. Dann – gar nichts. Er wartete weiter auf sein Essen. So ging das zehn Minuten. Und gerade als Nancy glaubte, Anthony hätte sie hereingelegt, um ihre Bereitschaft zu testen und erleichtert sein wollte, begann der Mann zu husten. Erst leicht. Dann immer heftiger. Plötzlich schaute er erschrocken auf seine Hand und stand auf, um zur Toilette zu gehen. Doch mitten im Gang, blieb er stehen, schnappte verzweifelt nach Luft und hustete immer stärker. Schließlich sackte er auf dem Boden zusammen und erbrach Mengen an Blut. Die Gäste im Umkreis fingen an panisch zu schreien, jeder sagte zum nächsten, er solle doch sofort den Notarzt rufen, während der Mann in der Mitte des Raumes, völlig mit Blut bedeckt lag und schließlich starb. Überall herrschte Panik. In der Küche setzte sich Nancy auf einen Stuhl und fing an zu schluchzen, als ihr Handy ein Geräusch von sich gab. Eine unbekannte Nummer hatte ihr eine Nachricht geschrieben: „Gut gemacht, du hast gelernt, wie man mit mir spielt. Dann kann es ja jetzt weitergehen.“


Fortsetzung folgt...

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