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Toxischer Regen

Ich sitze am Fenster und beobachte den Regen. Der Regen. Pechschwarz wie er vom Himmel fällt. Durchnässt die Stadt in Sekunden. Dächer sind angezogen mit dem glänzend nassem Regenkleid. Mein Atem an der Scheibe kondensiert. Ich würde gerne den Regen auf meiner Haut spüren. Komplett nass werden ohne angst vor den Konsequenzen haben zu müssen.

Ja Konsequenzen.

Ich wusste nicht warum meine Haut nach dem Kontakt mit Regentropfen anfing zu brennen. Ich war 7 oder 8 als es das erste mal aufgefallen ist. Mit jedem Regentropfen bildete sich auf meiner Haut eine Brandblase. Ich schrie wie am Spieß als ich vom Nass getroffen wurde. Meine Mutter wusste nicht was los war und hetzte mich ins Auto nachdem sie die unzähligen Brandblasen auf meiner haut sah. Die Ärzte waren ratlos. Ich konnte ohne Probleme duschen oder ins Schwimmbad gehen. Wasser trinken war auch kein Problem. Nur der regen der so wunderschön über meiner Stadt hängt wäre für mich tödlich. das hat leider viele Konsequenzen. jeden Tag bevor ich das Haus verlasse muss ich in den Wetterbericht schauen und manchmal wenn es doch zu einem Schauer kommt liege ich wochenlang in meinem Bett um mich von den Verbrennungen zu erholen. meine Mitschüler waren für mich eine zusätzliche Belastung. wenn man in einer Gruppe Kinder anders ist naja, Kinder können echte Hurensöhne sein. ich glaube es war in der fünften oder sechsten klasse als ich an einem Montag ins Klassenzimmer kam. irgendwie fühlte es sich schon normal an von allen ignoriert zu werden. ich weiß nicht mehr genau was ich tat als ich das brennende nass über meinem Körper spürte. tausende flammen schossen zugleich durch mich durch. diese Hurensöhne haben Regenwasser gesammelt um es mir drüber-zuschütten. ich konnte noch ein paar schritte nach vorne machen bevor ich vor schmerzen zusammenbrach.

Kinder können richtige Monster sein. als ich auf dem Boden lag, ohnmächtig, durchnässt und über und über mit Verbrennungen verziert kam Gott sei dank einer dieser Hurensöhne auf die Idee dass es mir vielleicht tatsächlich nicht so gut geht. er rief dann den Krankenwagen an. der Lehrer kam dann auch langsam. ich bekam nicht viel mit, nur dass er mich umdrehte um zu sehen ob ich noch atme. ich konnte die Panik in seinen Augen sehen als ich wieder aus der Ohnmacht gekommen. bin. die schmerzen waren wirklich unerträglich. ich hätte mir gewünscht jemand würde mir doch die haut abziehen nur damit dieses brennen einem pulsierenden Schmerz ersetzt ich wollte mir die Augen auskratzen weil alles so brannte. im Hintergrund hörte ich Gelächter bevor ich ein zweites mal in Ohnmacht fiel. vom Krankenwagen und den Notärzten habe ich nichts mitbekommen meine nächster klarer Moment war einen Monat später. Arztvisite da hieß es ich war lebensgefährlich verletzt bla bla lag im Koma bla bla Verbrennungen verheilen langsam bla bla. ich war an dem Gelaber von den Ärzten nicht interessiert. ich wollte nur noch meine ruhe und keine schmerzen. doch dann sprach der Arzt von Schmerzmitteln und ich war froh dass er das ansprach. ich sagte ihm sofort dass ich unglaubliche schmerzen am ganzen Körper hätte. es war zwar nicht ansatzweise so schlimm wie die Regenwasserdusche doch ich wollte Opium um mich wenigstens ein wenig abschießen zu können. 

die Ärzte veranlassten alles uns brachten mir nach einiger zeit eine Infusion mit einer Art Handpumpe daran. die Krankenschwester meinte ich sollte die pumpe betätigen wenn ich schmerzen spüre. die Medizin bettete mich in ein sanftes Watte Kissen Gefühl. als wäre ich unter einer rosaroten Käseglocke. ich hatte keine schmerzen und alles fühlte sich gut an. richtig an. das Krankenhausbett war plötzlich bequem und das esse war gut. das waren die schönsten paar Wochen in meinem leben. naja bis es zur Entlassung kam und ich kein Opium mehr nehmen durfte. sie sagten so etwas wie Suchtgefahr und Medikamentenmissbrauch in der psychischen Verfassung nicht auszuschließen usw.. 

Meine Eltern haben nach diesem Vorfall versucht mich aus der schule zu nehmen. der Direktor wollte das nicht zumindest haben meine Eltern mir das erzählt. also ging ich zum ende des Schuljahres wieder in die klasse. mein Körper über und über mit Brandnarben bedeckt wurde ich zu allererste von dem Schüler grinsend begrüßt der hinter mir saß als die kalte säure über mich drüber geschüttet wurde. er grinste mir ins Gesicht. ich ballte meine Fäuste und rammte sie ihm ins Gesicht. eine nach der anderen. immer und immer wieder er lag auf dem Boden und ich hockte mich auf seine Brust ich schlug weiter nachdem meine Fäuste bluteten ich schlug weiter nachdem mein Handgelenk brach ich schlug weiter nachdem der Lehrer versuchte mich von ihm herunterzuziehen. ich beruhigte mich erst als ich sein Gesicht suchte. und es nicht fand. da wo es hätte sein müssen war nur noch ein großer aufgeplusterter Haufen roter Luftballon mit Augen und Haaren. er atmete und atmete ich hörte sein röcheln bei jedem Atemzug. kleiner Bastard. trotzdem gefiel mir nicht was ich sah. zu was ich im Stande war. der Lehrer schaffte es nachdem ich nicht mehr zuschlug mich von ihm runter zu zerren. er schrie herum und drohte und bauschte sich auf bis ihm einfiel den zerschundenen Mitschüler vielleicht mal medizinisch zu versorgen. ich sah durch das Klassenzimmer und jeder einzelne schaute mich schockiert an. wer war ich oder was war ich genau so ein Monster wie alle anderen Kinder hier. die Konsequenzen waren nicht so schlimm wie ich es mir dachte. Schulausschluss bis zum nächsten Schuljahr. die klasse wiederholen weil ich so viele Fehltage hatte und mein Vater war sogar stolz darauf wie ich es diesem Hurensteuer gezeigt hatte. ich war nicht stolz auf mich. ich wäre gerne normal gewesen. 

irgendwann kam die Neugier und ich wollte wissen warum mir regen so etwas antut. warum ich normales Wasser vertragen konnte und Regenwasser nicht. 

ich setzte mich vor meinen PC und recherchierte. ich dachte früher immer regen wäre nur kondensiertes als destilliertes Wasser mit nichts drin. ist nicht so. in regen stecken sehr viele verschiedene Chemikalien. relativ bekannt nach Tschernobyl war der saure regen. aber was konnte nur Jahrzehnte nach der Tschernobyl-Katastrophe im regen sein mit dem meine haut so heftig reagierte. ich war mit meinem Latein am ende. irgendwann gab ich die suche komplett auf und zerfloss in Selbstmitleid.

ich war depressiv und wollte nicht mehr depressiv sein. ich wollte nicht mehr der Außenseiter sein also beschloss ich allen Risiken zum trotz nach draußen zu gehen. ich holte mir ein bisschen Bargeld von meiner Mutter und ging durch die Straßen spazieren. leider sind mir überall glückliche Menschen aufgefallen. Gelächter Kinder die spielen Großstadtlärm es war zum kotzen als wäre jeder Mensch auf diesem scheiß Planeten glücklich. und mich hat jemand vergessen mit Glück auszustatten. scheiß Gesellschaft scheiß Kultur scheiß Gott. oder was es auch immer über den Menschen gibt. ich ging in den Park weil ich lieber Bäume als Menschen anschauen wollte. 

dort traf ich jemanden der wohl auch lieber Bäume als Menschen sehen wollte. nachdem ich näher kam hat er hektisch eine Zigarette weggeworfen und sich in alle Richtungen gedreht um zu schauen ob noch mehr Leute kommen würden. 


>>hey was bist denn du für einer <<

>>ein unglücklicher<<

ich wusste nicht warum ich das sagte allerdings war das die erste Beschreibung für mich die mir einfiel. 

>> aha aber nicht von den Bullen oder so?<<

>> nein warum?<<

>>ja weil ich hier in ruhe meinen Joint rauchen wollte und jetzt hab ich den wegen dir weggeschmissen, eigentlich kommt hier keiner her. die Leute stehen nich so auf Natur.<<

>>aha du bist also ein Junkie<<

ich wusste dass es nicht klug war einen Junkie, Junkie zu nennen aber es war mir scheiß egal weil ich eh nichts zu verlieren hatte. ein dritter Krankenhausaufenthalt würde mich auch nicht stören.

>> was ich was nein nein ich Rauch nur Grass aber ich kenn ein paar Junkies und du hast du immer gleich so viele vor-urteile parat?<<

>>du bist nicht sauer weil ich Junkie zu dir gesagt hab<<

>>ach was nein kenn dich ja nicht vielleicht weißt du es ja nicht besser, ich Bau mir nocheinen ja stört dich ja nicht oder?<<

es störte mich tatsächlich nicht. er war so ziemlich der erste auf Augenhöhe der jemals mit mir gesprochen hat. sonst habe ich fast immer nur mit Ärzten meinen Eltern oder den Lehrern gesprochen. 

er nahm einen Lederbeutel aus seiner Hosentasche und setzte sich hinter einen Baum. ich folgte ihm und saß mich neben ihn. geschickt fingerte er aus einem kleinen Tütchen eine grüne Knolle die sehr würzig roch. so würzig dass ich es sofort wahrnahm als er es öffnete. er zerbröselte es und legte es auf seinen Lederbeutel. darin war außerdem noch Tabak und lange Papers und Kartonstreifen die er zusammenrollte und als Filter benutzte. 

nachdem anzünden roch ich diesen würzigen süßlichen Duft noch viel intensiver

>> Hey was macht das zeug <<

>> was weiß ich was das macht, schätze bei jedem was anderes. mir hilfts auf mein Leben klarzukommen, damit ich mich jeden Tag in meine scheiß Ausbildung stellen kann. nem andern Kumpel hilfts bei seinen Anfällen Torett-Tom lacht der ist ganz scharf auf das  zeug um nicht immer ficken und Fotze sagen zu müssen<<

>>okay und das hilft? hilft es auch wenn man sich scheiße fühlt<< 

>>klar willst du nen Zug?<<

ich nahm den Joint und zog daran, außer dass ich husten musste passierte nicht viel. nur plötzlich fing ich an mit ihm über alles mögliche zu sprechen. wir redeten bestimmt stundenlang über Gott und die Welt. plötzlich verdunkelte sich der Himmel. ein Gewitter zog auf. scheiße wenns regnet bin ich geliefert. der Junkie mit dem ich jetzt über drei stunden geredet hatte von dem ich aber immer noch nicht den Namen kannte sagte mir es wäre schlauer mit zu ihm zu gehen bevor mich der regen erwischt bei ihm könnte ich bleiben bis es aufhört. wir gingen schnell durch den Park. seine Wohnung war nicht weit weg. er öffnete die Haustüre und wir gingen durch ein Treppenhaus in die oberste Wohnung. oder besser zimmer, denn mehr war das nicht. eine kleine 1 zimmer Wohnung. ich rief meinen Vater an um ihm zu erzählen dass ich bei einem freund vor dem regen untergekommen bin. er hat sich sehr darüber gewundert dass ich einen freund habe, er war allerdings sehr froh darüber dass ich den regen in einer Wohnung sicher abwarten konnte. 


nach dem Telefonat schaute mich der Junkie an. er hatte einen Gesichtsausdruck als würde er über etwas nachdenken. 

er nahm eine Glasvase vom Tisch und stülpte das Oberteil um seinen Mund. ich war wirklich sehr verwirrt bis ich das Feuerzeug sah und mir klar wurde dass dieses gerät keine Glasvase war. er sog an dem Instrument und der Feuertopf fing an zu glühen während sich Rauch durch die Wasserkammer drückte. nachdem ausatmen schaute er mich wieder so fragend an.

>>hey setz dich erstaml ich glaub ich hab da in meinem Gehirn was gefunden was ich mal gehört hab von so nem nsa Spinner der zeug von mir gekauft hat wo alle gedacht haben der spinnt aber dann hat der doch recht gehabt weils dann auch in der Zeitung stand. als der Typ hat mal gesagt das es ein Haufen so Sachen gibt die von den Politikern oder von der Regierung gemacht werden überall auf der Welt von dem wir gar nix wissen also so Akte x mäßig mit psychologischen Experimenten und Alienentführungen faken und Menschen vergiften mit so zeug das in Diät Cola drinnen ist und sowas halt. und auch solche Sachen wie Radioverstärkungsanlagen wo das Wetter auf Länder als Waffe abgeschossen werden und Reptilienmenschen und <<

>> hey hey hey komm mal auf den Punkt was willst du mir eigentlich sagen?<<

>> sagen sagen puh keine Ahnung hab den faden verloren.<< 

>> na toll wieder ne Minute meines Lebens verschwendet, ist aber auch egal ich kann wegen dem Regen eh nicht raus.<<


>>Regen ja genau Regen das wars, eine von seinen Theorien war das seit mitte der neunziger Flugzeuge Chemikalien in die Stratosdingsbumsfähre reinballern und die Wolken vergiften und ich dachte mir vielleicht verträgst du das zeug nicht das die da reinmixern<<

>>du hast zu viel geraucht sag mal darf ich dieses Glasgerät auch mal benutzen<<

>>das ist ne Bong, klar darfst du die benutzen. hast du gesehen wie es geht warte ich stopft dir nen Topf.<<

er nahm ein Vorderteil der Konstruktion ab und entfernte ein Metallsieb darin. Ascherückstände kratze er geschickt am Aschenbecher ab und stopfte eine Mischung aus Tabak und Grass in den Glastopf. er übergab mir die Bong und ein Feuerzeug während des ziehens musste ich über seine Geschichte nachdenken, Mitte der Neunziger. Vielleicht lag es nicht daran dass ich nie im regen war, vielleicht war ich als Kind öfter im regen und es machte mir nur nichts aus vielleicht begann es erst Mitte der Neunziger als diese Chemikalien im Himmel versprüht wurden. ich atmete den Rauch aus und wurde unglaublich müde. diese Art des konsumierens war unglaublich viel stärker als der Joint. dann musste ich husten und husten und husten. wir redeten bis ich letztendlich auf seiner Couch einschlief. 

als ich am nächsten Tag wach wurde bedankte ich mich für alles und ging nach hause. ich habe nicht mal mehr nach seinem Namen gefragt. 

ich war unglaublich aufgeregt und habe sofort über alle möglichen Bestandteile nachgedacht die sich in Wasserdampf sammeln konnten. Gut dass ich in Chemie in der schule gut war. ich dachte an eine Art Impfung oder Sensibilisierung und ich dachte darüber nach im regen spazieren gehen zu können. 

Das war der Tag an dem ich meine Lange reise mit den Chemtrails begann und heute an diesem regnerischen Tag sitze ich vor meinem Fenster. Jahre später kann ich mich noch wunderbar an meinen einzigen freund erinnern den ich nie wieder getroffen habe. dessen Name ich bis heute nicht kenne.  

Ich habe gesucht und gesucht 

es gibt keinen Impfstoff und es gibt keine Sensibilisierung

es gibt nichts dass ich tun könnte. Vielleicht hätte mir jemand mit der Forschung helfen können aber leider glaubt niemand an diese Verschwörungstheorie. Ich habe mich entschieden aufzugeben. ich hoffe dass mein Opfer nicht umsonst sein wird. 


Telefon:

>>Hallo Notruf hier draußen auf der Göthestraße 15 liegt ein nackter Mann der überall Verbrennungen oder sowas in der Art hat es sieht aus als ob er dampft. ja Moment, ich dreh ihn mal um, nein er atmet nicht mehr <<

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