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Mir fällt es schwer, meine Atmung zu kontrollieren, dazu gesellt sich dieser stechende Schmerz in der Brust. Ich versuche, beidem habhaft zu werden, doch ist dies ein vergebliches Unterfangen.

Um mich herum sitzen Menschen, die nur aus einem Grund gekommen sind: Schnelle und sensationslüsterne Unterhaltung.

Der schnelle Nervenkitzel hat sie hierher strömen lassen, nur darauf bedacht, ihre niederen Gelüste zu befriedigen. Ich sitze in ihrer Mitte und halte es kaum noch aus, vergehe vor Anspannung.

Ich atme einmal tief ein und aus, in meinem Kehlkopf entsteht ein sehnsüchtiges Ziehen, das sich bis zu meinem Magen schaufelt, der Knoten dort jubiliert in bizarrer Grausamkeit. Meine Hände krallen sich schweißnass um die Stuhllehne, während meine Beine taub unter mir liegen. Es wäre ein vergebliches Unterfangen aufzustehen, sie würden mich nicht tragen.

Wieder werden mir anklagende Blicke zugeworfen, denen ich beschämt ausweiche, betrachte meine Schuhe.

Ich fühle es, der Raum ist erfüllt von elektrisierenden Vorwürfen. Keiner kann es mehr erwarten. Es würde wohl einen Tumult geben, wenn es verschoben würde. Ich hoffe inständig darauf, klammere mich verzweifelt an diesen Strohhalm, eines Aufschubs.
Irgendwo hinter mir wird getuschelt, Wortfetzen dringen an mein Ohr.

„Das ist sie“, flüstert jemand, mein Herz rutscht mir in die Hose. „Die hat dieses Monster zur Welt gebracht.“
Ich mache mich klein, lasse meinen Kopf zwischen den Schultern verschwinden.

Ich zucke zusammen, da der Vorhang hinter der Glasscheibe beginnt zu flattern, meine Hände umklammern die Lehne so stark, dass der Stuhl beginnt zu knacken.

Dann ist es so weit, der Vorhang verschwindet schlagartig. Ihre Augen sind starr, blicken wild umher, in ihnen spiegelt sich nackte Angst wider. Die Tränen verleihen ihnen grausame Schönheit, dann setzt mein Herzschlag aus. Sie hat mich in der Menge ausgemacht. Unsere Seelen treffen sich ein letztes Mal. Sie formt mit ihrem Mund Wörter, die ich nicht deuten kann, sie ruft, zerrt an den dicken Lederriemen, vergebens.

Trauer

Ich will zu ihr, ihr beistehen, doch bleibt uns dies verwehrt. Ich habe vergessen zu atmen, als ich feststelle, dass ihr Blick immer trüber wird, ihre vergeblichen Befreiungsversuche versiegen und allmählich das Leben aus ihrem Körper entweicht.

Ich bilde mir ein, der Raum schrumpft, die Wände rücken immer näher, wird stickig, verengt mehr und mehr, wie auch meine Kehle, schnürt sich unbarmherzig zusammen.

Dann sackt sie leblos in sich zusammen, lässt den Kopf über die Brust hängen.

Ich bin der Ohnmacht nahe, während die Hinrichtung meiner kleinen Tochter über uns hinwegschwebt.

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