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Meine Eltern hatten dieses seltsame Haus in einer Zeitungsannance gefunden. Sie meinten, es wäre gut, wenn ich mich etwas erholen würde. Und irgendwie schienen sie im Recht zu sein, denn ich fühlte mich tatsächlich ziemlich wohl hier. Alles war ruhig hier, schien schon fast verlassen, aber ich kümmerte mich nicht weiter darum.

Nach einer Weile waren meine Eltern aus dem Haus, und ich machte mich auf, den Dachboden zu erkunden. Eigentlich stand hier nur unser übliches Zeug; alte und teilweise leere Umzugskartons, und antiker Kram meiner Mutter. Meine Mutter sammelte ziemlich viel alten Kram, und so durchsuchte ich fast alle Ecken. Als ich mich umdrehte, hätte ich fast geschriehen. "Oh, habe ich dich erschreckt? Das wollte ich nicht, tut mir leid!" Ich sah stutzig zu einem kleinen Mädchen hinunter, welches mich mir sehr hellen Augen ansah. Sie trug ein blaues Kleid, eine weiße Strumpfhose, und weiße Schuhe. Ihre Haare waren hell blond, aber an manchen stellen auch dunkler. Sie machte einen aufgeweckten Eindruck, aber das täuschte nicht darüber hinweg, dass ich nicht wusste, wie sie auf meinen Dachboden gekommen war. "Ja- ich meine nein, hast du nicht. Sag mal, was machst du hier oben?" Keine wirkliche Antwort. "Du suchst was spannendes, oder? Lass mich dir etwas geben, ja?" Ich nickte, wollte kurz darauf protestieren, immer hin kannte ich dieses Mädchen gar nicht! Aber als ich einen alten Briefumschlag in der Hand hatte, wollte ich gerade etwas sagen. "Jetzt sag schon, wie bist du hier rauf gekommen." Das Mädchen lachte nur, drehte sich um, und sprang aus dem Dachbodenfenster. Ich rannte zu diesem, traute mich fast gar nicht hinunter zu sehen. Aber, da war nichts.

Darkene

Nach ein paar Tagen begann ich, den Umschlag zu öffnen. Darin befand sich ein kleines Notizbuch, und ein Bild. Das Bild schien ziemlich alt zu sein, abgenutzt sind die Ecken. Das merkwürdige aber war, was es zeigte. Zuerst, ein Mädchen in einem Kleid, und einer hellen Strumpfhose. Sofort fühlte ich mich an das Mädchen auf dem Dachboden erinnert. Aber das war nur eine Einbildung gewesen, oder.? Allerdings wurde ich das Gefühl nicht los, das die Katze, welche sich hinter dem Mädchen befand, mich beobachtete, so seltsam es klang. Aber beim anfassen spürte man, dass das Bild schon ziemlich alt war. So stand es auch um das Buch, welches dazu in dem Umschlag war. Es war ordentlich abgenutzt, das Leder war fast schon labbrig, und ein paar Seiten zeigten ihre Ecken. Es war ungefähr so groß wie eines dieser Schultagebücher, oder Hausaufgabenhefte, wie sie auch hießen. Ich öffnete die erste Seite. Offen gestanden, am Einband hätte ich nicht erwartet, dass es sich tatsächlich um ein Tagebuch handelte. Denn es war einfaches, schwarzes Leder, nichts weiter. Selbst das Band, welches man zwischen die Seiten klemmen konnte, war einfach nur schwarz. Die erste Seite war schon etwas abgenutzt, es schien abermals radiert geworden zu sein, aber der Satz war eigentlich immer der selbe, auch wenn der Name wie mit Nadeln rausgekratzt wurde.

" _____ ________ng ist mein Name, und das ist mein Tagebuch."
Das Wort 'mein' war mehrmals unterstrichen, förmlich in das Papier geritzt. Es war normal, und die Schrift deutete auf die eines Mädchens hin. Sie war sauber, und klar lesbar. Ich glaube, es schadet nicht, dir ein paar Tage zu zeigen.



"Liebes Tagebuch, (Ohje, ich glaube an so eine Überschrift werde ich mich wohl nie gewöhnen..)
Heute habe ich wieder mit Maja gespielt. Sie ist ziemlich nett geworden in letzter Zeit, weißt du? Früher, das habe ich ja schon einmal geschrieben, war sie ziemlich herrschsüchtig. Eingebildet, konnte man es schon nennen. Aber sie war so hübsch, und eigentlich gar nicht so, wie sie jeder einschätzte. Denn zu mir ist sie total nett! Sie teilt mit mir, und verbringt viel Zeit. Aber in die Stadt geht sie seltener. Ich weiß auch nicht wieso. Sie meint, sie mag nicht so viele Menschen auf einmal. Aber gut, das kann ich verstehen, denn sie ist ziemlich klein! Aber ich hab ihr versprochen, auf sie aufzupassen. Und das versprechen halte ich auch!
Es ist ein Eintrag aus der ungefähren Mitte des Buches. Seltsam ist, dass sie eigentlich nie wirklich erwähnt, wie Alt Maja ist, auch hat sie keine Bilder von ihr. Das beunruhigte mich aber nicht, zumindest zum Anfang nicht. Denn nach einer Weile, ich las jeden Tag einen neuen Eintrag, wurde es immer seltsamer. Ich begann mich selbst in Tagträumen zu finden, wie ich diese Maja suche. Seltsam, aber ich malte mir wirklich immer wieder aus, wie sie ausgesehen haben mochte. Aber das brachte so ein Buch so mit sich, was?



Gehen wir weiter zum nächsten Eintrag. Dieser ist etwas länger vom vorherigen entfernt, zeitlich gesehen.

Liebes Tagebuch,
 
Irgendwie mag meine Mutter Maja nicht. Ich hatte gedacht, ich stelle sie ihr mal vor, aber sie hat sie sofort wieder aus dem Haus geworfen! Ich bin wütend, warum macht sie denn sowas? Sie weiß doch genau wie viel Maja mir bedeutet! Aber das wird sich noch einkriegen, da bin ich mir sicher. Meinen Vater habe ich immer hin mit Majas Hilfe auch besänftigt bekommen. Bei meiner Mutter wird das auch klappen! Wünsch mir glück ;)
So langsam fing das Buch mich an zu langweilen, also legte ich es eine lange Zeit beiseite. Ich hatte es sogar eine ganze Weile vergessen, als es mir erneut in die Hände fiel. Das rote Band zeigte mir, wo ich zuletzt gelesen hatte, und dort las ich auch weiter. Dann allerdings wurde ich etwas stutzig. War das Band schon immer.. rot gewesen? Ich schob es auf die zwei Kopfschmerztabletten, die anscheinend meine Sinne zu täuschen schienen. Und so las ich eine ganze Weile, wollte das Buch schon wieder weglegen, als ich dieses fallen lies. Als ich es aufhob, waren die Seiten durcheinander, ich las also die gerade offene Stelle.

Ich versteh es nicht, ich versteh es nicht, ICH VERSTEH ES NICHT! Warum? WARUM?? Warum sind alles gegen Maja?! Was hat sie denn gemacht? Es war richtig. Es war richtig hierher zu kommen. Ich habe mich hier in einem alten Haus mit Maja versteckt. Meine Eltern waren ruhig gewesen, hatten sie akzeptiert, aber warum waren alle anderen immer so negativ? Ich will am liebsten wieder ein kleines Mädchen sein. Ganz klein, nicht so groß wie jetzt. Vielleicht kann Maja mir ja helfen..

Auf den nächsten Seiten sind Zeichnungen, ziemlich gute, muss ich sagen. Portraits, von einem kleinen Mädchen. Ich war schon etwas verwirrt. Denn ich war mir sicher, dieses Mädchen schon einmal gesehen zu haben.. ja natürlich! Das Mädchen von meinem Dachboden!

Jetzt wurde es für mich interessant. Eifrig, fast schon gehetzt las ich, übersprang alles was unwichtig schien, bis ich zu einem Tag kam.

Maja hatte recht. Die ganze Zeit.

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Ich erschrack, als vor mir eine Katze saß. Graue, trübe Augen starren mich an, fauchend, Haare sträubend sitzt das Tier auf meinem Bett. Voller Panik flüchte ich in an die Wand, kann nicht weiter, finde mich in einem anderen Raum, einer Art Höhle, weiß nicht wo ich bin, nehme kaum etwas wahr. Das Tier sitzt direkt vor mit, wedelt wütend mit dem Schwanz, als es plötzlich ruhiger wird. Doch es faucht immer noch, starrt mich an, als sich das Maul erneut zum provozieren öffnet, die Ohren angelegt, die trüben Augen weit offen, farblos ist alles um mich herum. Wie in Strömen tropfte mir der Schweiß von der Stirn, als sich das Maul immer weiter öffnete, als wäre es keine Katze, sondern ein Reptil. Ein sonderbares, trotzdem unmenschliches Knirschen ertönte, als ein Schrei mich komplett betäubte. Ich warf mich zur Seite, achtete nicht mehr auf das Tier vor mir, hielt mir die Ohren so fest zu das mir die Schläfen schmerzten. Dann ist es ruhig. Dunkel.

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