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Vollkommene Dunkelheit umfängt dich. Kein einziger Lichtschimmer dringt mehr zu dir. Nicht einmal ein Flackern in der Spiegelung des Wassers, durch welches du watest. Nur Dunkelheit und Hoffnung. Die Hoffnung einen Ausweg aus diesem alptraumhaften Labyrinth zu finden.

Und natürlich die Fragen. Die Fragen bleiben. Die Frage danach wo du dich befindest. Die Frage danach wie du hier her gekommen bist. Die Frage was der Zweck dieser Tunnel ist. Und bald auch die Frage danach wer du bist. Woher du kommst. Was du bist. Vielleicht warst du schon immer hier unten? Vielleicht lebst du hier? War alles erlebte nur ein Traum? Fragen über Fragen. Und keine würde je beantwortet werden.

Mit rasselndem Atem tastest du dich weiter an den glitschigen Wänden des Tunnels entlang. Zitternd setzt du Fuß vor Fuß auf den unebenen Boden im Wasser, immer in der Angst das dieser endet und du in dem nassen, kalten Nichts verschwindest.

Bald schon nimmst du deine Umgebung kaum noch war. Spürst die Wände an welchen deine Finger entlang streichen nicht mehr. Fühlst das kalte Wasser welches deine Beine hinaufspritzt nicht. Merkst nicht wie die Luft immer stickiger wird, wie die Wasserströmung zunimmt oder wie der Gang immer enger wird. Du taumelst nur blindlings durch die Dunkelheit.

Der Boden unter dir schwankt. Deine Beine sacken weg und deine Arme streichen die Wände, als du noch versuchst dich abzufangen, woraufhin ein brennender Schmerz in diese fährt. Dein Kopf dröhnt. Deine Arme schmerzen. Die Umgebung schwankt. Jeglicher noch vorhandene Orientierungssinn geht verloren.

Taumelnd rappelst du dich auf. Stößt gegen die Mauern und rutschst noch ein paar Mal auf den schleimigen Steinen aus. Eine Flüssigkeit, dickflüssiger als Wasser, rinnt mittlerweile von deinen Armen, Schultern und Händen. Selbst wenn du sie nicht siehst, weißt du, dass sie eine wundervolle, rote Farbe hat.

Von wo kamst du? Wohin wirst du gehen? Diese Fragen schwirren durch deinen Kopf, wie eine lästige Fliege. Mehrmals gibst du auf und kauerst dich in dem kalten Nass zusammen, wie ein geprügelter Hund. Mehrmals stehst du mutig wieder auf, entschlossen einen Ausweg zu finden.

Hast keine Ahnung wie viele Stunden, vielleicht ja auch Tage, du durch diesen Gang wandelst. Bist am Ende deiner Kräfte. Wie schon so oft zieht es deine müden Beine von der Strömung weg. Kippst vorüber und schlägst diesmal mit den Kopf auf dem Boden auf. Ein dumpfer Schmerz macht sich in dir breit. Weist nicht ob dieser Schmerz real ist oder ob du ihn dir nur einbildest, so abgestumpft wirkt er.

Blinzelst in die Dunkelheit, fast wieder daran aufzugeben und einfach liegen zu bleiben, als ein leichtes Leuchten in weiter Ferne zuckt. Viel zu schnell springst du auf und hetzt den Gang entlang. Das Schwindelgefühl lässt nach und du fühlst dich wieder lebendig. Deine Arme reißen weiter an den Wänden auf, doch du verdrängst den Schmerz. Hoffnung durchströmt dich und dein Überlebenswille siegt. Bald schon erkennst du die Form des Tunnels, Spiegelung des Wassers und schemenhaft deine eigenen Hände.

Das Ende des Tunnels kommt in Sicht. Die Wasserströmung verlangsamt sich und der Gang wird breiter. Keuchend schleppst du dich durch den Tunnelausgang und siehst dich enttäuscht in der Höhle um, in welcher der Tunnel endet. Von der Decke hängen seltsame, lianenartige Pflanzen von denen ein Leuchten, und somit das Licht, ausgeht. Die kalkweißen Wände sind mit Moos bewachsen und ein eigenartiger Geruch, ähnlich dem von altem Blut liegt in der Luft. Eine eigenartige Aura herrscht dort. Etwas was dir mehr Angst mach als der stickige Tunnel.

Verzweifelst drehst du dich um, willst wieder in den Gang zu flüchten, nur um festzustellen, dass dieser nun von einem eisernen Gitter verschlossen ist. Angsterfüllt zerrst du an dem Metall, bis die Haut an deinen aufgeweichten Fingern einreißt. Lässt dich auf den Boden sinken und starrst vor dich hin. Solange, bis das funkeln eines Augenpaares deine Aufmerksamkeit erregt.

Nicht weit von dir entfernt hockt ein humanoides Wesen, ähnlich einem Menschen. Seine Haut ist ausgebleicht, sein Blick wirr und die krallenartigen Fingernägel versprechen einen schmerzhaften Tod. Bewegungslos verharrst du, wagst es kaum zu Atmen. Das Wesen tut es dir gleich. Minuten vergehen. Aus den Minuten werden Stunden und aus den Stunden wird ein Tag. Dein Verstand ist am Ende. Zitternd erhebst du dich, nicht mehr in der Lage an das Überleben denken zu können. Dann wankst du auf das Wesen zu, hältst eine Stein welchen du im Wasser fandest umklammert. Das Wesen bewegt sich nun auch auf dich zu. Einer von euch beiden würde sterben. Einer nicht. Noch nicht.


Platschende Schritte ertönen in dem Gang. Sie sind hektisch und wühlen das Wasser auf, als sich das schmiedeeisern Gitter öffnet. Überrascht siehst du auf und hörst auf an den Knochen derer zu nagen, welche in dieser Grotte ihr Leben durch deine Hand ließen. Die, die nach dir kamen.

Eine Frau erscheint in dem torenähnlichem Bogen und sieht sich mit einem erwartungsvollen Blick um. Sie taumelt einige Schritte tiefe in die Grotte, nur um sich dann mit entsetzen Blick umzudrehen und auf den Tunnel zuzutorkeln. Doch das Gitter hat sich wieder geschlossen. Lächelnd siehst du zu wie die Frau, ähnlich wie du einst, an den Eisenstangen reist um wenig später aufzugeben. Du schlängelst dich wie ein Raubtier auf den Menschen zu, welcher deine Höhle betreten hat. Welcher dich für die nächsten Tage, vielleicht auch Wochen ernähren wird.

Als sie dich erblickt stößt die Frau einen heiseren Schrei aus. Wie magst du wohl nun aussehen? Ähnlich wie dein Vorgänger wahrscheinlich. Bleiche, aufgequollene Haut, Fingernägel wie Krallen an den Händen, mordlustiger Blick. Überall an deiner Haut fehlen Fleischfetzen, denn der Hunger war oft stark. Was ein wundervoll grausiges Bild das doch sein mochte. Während du über dieses Erscheinungsbild nachdenkst bleibst du in einem Abstand zu der Frau hocken und starrst sie an. Genauso wie es dein Vorgänger mit dir gemacht hat und genau so wie es dein Nachfolger mit seinen Opfern tun wird.

Wer weiß? Vielleicht ist diese Person, die dich da gerade mit aufgerissenen Augen ansieht dein Nachfolger? Auch wenn ich der Herrscher dieser Tunnel bin kann ich dies nicht sagen. Aber eins kann ich sagen als die Frau sich zögernd erhebt und mit unsicherem Blick auf dich zugeht. Nur einer von euch wird überleben. Und für den Überlebenden muss dann ein weiterer Mensch gefunden werden. Ein weitere Mensch der ihn entweder töten oder ihm mit seinem Fleisch das Leben retten konnte. Ein weiterer Mensch, der mich belustigen würde, wenn er sich im Todeskampf wand.

Und ihm würden viele weitere Folgen...


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Geschrieben von WhiteMidnight

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