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Jede Nacht versteckte ich mich wie ein kleines Kind unter der Decke, doch es brachte nichts.

Denn ich wusste, dass er da war.

Ich wusste, dass er sich über mich gebeugt hatte, um mich so besser beobachten zu können.

Er würde mich niemals mehr alleine lassen.

Nicht, bis ich ES lebend auf die Welt gebracht habe.

Und wenn ich das nicht schaffe, wird er es solange versuchen, bis es klappt.

Der AnfangBearbeiten

Ich heiße Zara und bin 21 Jahre alt.

Ich arbeite als Kellnerin in einem Café und habe vor zwei Jahren meine erste eigene Wohnung bezogen.

Mein Leben ist eigentlich perfekt. Ich habe seit anderthalb Jahren einen Freund namens Matthew, verstehe mich gut mit meiner Familie und meine Arbeit macht mir Spaß.

Doch das alles änderte sich schneller als mir lieb war.

Mein Freund hat mir schon am Anfang unserer Beziehung klar gemacht, dass er unbedingt Kinder haben möchte und das ich seine Traumfrau bin. Übersetzt bedeutet das also so viel wie: „Du bist diejenige, mit der ich meine Familie gründen möchte.“

Jedoch habe ich ihm immer wieder gesagt, dass ich niemals Kinder haben möchte. Nicht heute, nicht morgen und nicht in zehn Jahren. In den ersten Monaten hat er das akzeptiert.

Und dann fing er an, komisch zu werden.

Sein Wunsch, Kinder mit mir zu zeugen, war so groß, dass er meine Pille gegen nutzlose Attrappen austauschte oder die Kondome beschädigte, damit wir nicht mehr ausreichend geschützt waren.

Als ich davon Wind bekam, wurde ich natürlich fuchsteufelswild, aber ich konnte ihn nicht verlassen, denn dafür liebte ich ihn mittlerweile zu sehr.

Dann kam allerdings der Tag, an dem seine Versuche, mich zu schwängern, endlich Früchte trugen.

Meine Periode blieb aus, morgens wurde mir schlecht und der Gang zum Frauenarzt bestätigte meine größten Befürchtungen…

„Herzlichen Glückwunsch! Sie werden Mutter“, verkündete der Gynäkologe mir freudestrahlend.

Mir wurde daraufhin wieder schlecht und ich kotzte ihm direkt auf die teuer aussehenden Schuhe.

Anfangs behielt ich es für mich, dass in mir ein Lebewesen heranwuchs. Noch konnte ich es abtreiben lassen.

Aus lauter Verzweiflung wandte ich mich an meine beste Freundin, die mit mir einer Meinung war: Das Kind müsse weg und zwar auf der Stelle, bevor ich noch irgendwelche mütterlichen Gefühle entwickelte! Ich hatte nämlich beim besten Willen keine Lust darauf, am Herd zu landen und mein Leben damit zu vergeuden, wie eine Brutmaschine ein Kind nach dem anderen zu gebären, um Matthew glücklich zu machen.

So leitete ich alles in die Wege, um die Abtreibung endlich hinter mich bringen zu können. Alles lief nach Plan, bis ich die Praxis verließ… und Matthew gegenüberstand.

„Annabelle hat mir alles erzählt! DU HAST UNSER KIND GETÖTET, DU SCHLAMPE!“, schrie er mich völlig außer sich vor Wut an. Eine schallende Ohrfeige traf mich. Tränen sammelten sich in meinen Augen. Wie konnte er es wagen, mich zu ohrfeigen? Was war aus meinem liebevollen Freund gewesen, der sich immer so verständnisvoll gezeigt hatte?

Die Schwester hatte den Vorfall in der Praxis mitbekommen und sofort die Polizei alarmiert. Sie nahmen ihn mit, doch ich hatte das Gefühl, als ob selbst die Polizisten ihre liebe Not mit meinem Freund hatten. Hass funkelte in seinen Augen auf.

Hass, der nur mir alleine galt.

Das EndeBearbeiten

Babygeschrei drang an mein Ohr. Ich richtete mich in meinem Bett auf und sah mich um. Das Babygeschrei wurde immer lauter und verzerrter, bis es zu einem furchterregenden Brüllen angeschwollen war.

Mein Blick glitt nach oben auf den Schrank, wo sich ein schwarzes Bündel hin und her wiegte. War… war dort das Baby drinnen? Das musste ein Alptraum sein!

Ich stand von meinem Bett auf und hatte die Bettdecke dabei um mein spärliches Nachthemd gewickelt. Langsam ging ich näher auf das Geschöpf zu, das nun still geworden war und sich nicht mehr bewegte.

Verwundert schnappte ich mir einen Stuhl, der vor meinem Schreibtisch stand und stellte diesen an den Schrank, um nachzusehen, was für ein Wesen sich darauf befand. Nachdem ich auf den Stuhl gestiegen war, streckte ich meine Hand nach dem Bündel aus.

Die ersten Stofflagen lösten sich. Darunter sah ich jedoch nur etwas rot-schwarz glänzendes hervorscheinen. Gerade wollte ich mich näher vorbeugen, als eine kleine, blutverschmierte Hand nach der Meinen griff. Die kleinen zerbrechlichen Finger bohrten sich unglaublich fest in meine Haut. Es fühlte sich so an, als ob kleine Dolche langsam und schmerzhaft in meine Haut eindrangen.

„Du hast mich getötet, Mama. Du hast mich getötet, dabei habe ich dich so lieb. Du hast mich getötet. Warum? Warum? WARUM?“, tönte es durch den ganzen Raum und diese weinerliche Stimme schien von dem Wesen zu kommen.

Als ich es von mir abschütteln wollte, lösten sich auch die restlichen Stofflagen. Ein schwarzes Gesicht mit leeren Augenhöhlen blickte in meine Richtung. Der Brustkorb war offen und Innen war nichts. Kein schlagendes Herz, keine Organe. Nur Knochen und Hautfetzen.

Bevor ich schreien konnte, sprang mir dieses Wesen direkt ins Gesicht und ich fiel nach hinten, ehe ich bewusstlos wurde.

„Du solltest wirklich zu einem Therapeuten gehen, Zara“, riet mir meine beste Freundin Annabelle besorgt, während sie mein zerkratztes und zerbissenes Gesicht betrachtete. Meine Hände sahen nicht viel besser aus.

Jede Nacht, wenn ich versuchte, nicht einzuschlafen, geschah es doch.

Ein dunkler Schatten schwebte über mir und versuchte mir die Luft abzudrücken. Ich konnte nicht schreien und mich nicht bewegen. Und kurz bevor ich erstickte, war der „Traum“ zu Ende und ich wachte wieder auf.

Das dachte ich zumindest, denn wenn ich erwachte, lag auf meinem Bauch das Baby in dem Bündel und versuchte mit seinen kleinen krallenartigen Händen meinen Bauch und meinen Brustkorb aufzureißen.

Meine Freundin glaubte tatsächlich, dass ich mir das alles nur einbildete und mir die Verletzungen selbst zufügte, doch dem war nicht so.

Es passierte alles. Ich träumte nicht. Mein totes Baby wollte mich umbringen, weil sein „Papa“ ihn darum gebeten hatte.

„Ich habe schon einen Termin bei Dr. Sandberg gemacht“, log ich meine beste Freundin an, ohne mit der Wimper zu zucken.

Drei Wochen lang blieben die „Alpträume“ aus und ich wurde wieder glücklicher. Meine Freundin glaubte natürlich, das läge an meiner Therapie, die ich nie begonnen hatte.

Ich hoffte tatsächlich, dass alles wieder gut werden würde, doch es war ein dummes Wunschdenken.

Wieder einmal schlief ich und genoss sichtlich meine Ruhe, als ein tiefes Knurren mich aufweckte.

Ich öffnete meine Augen und über mir lag… jemand? Etwas?

Ich war gänzlich unbekleidet und ich konnte spüren, dass mein gesamter Körper mit Blessuren überdeckt war. Und dann spürte ich den Schmerz zwischen meinen Beinen und IN mir.

Mit einem Ruck glitt er aus mir heraus und grinste mich an. Seine Zähne waren spitz und lang, die Augen glänzten schwarz und seine Hände waren groß und genauso klauenbesetzt wie die des Babys, welches mich in meinen Träumen heimgesucht hatte.

Ich wusste, dass es Matthew war. Doch er war nicht mehr er selbst. Oder besser gesagt: Er war er selbst, jetzt mehr als zuvor.

„Ich werde jede Nacht wiederkommen und nach unserem Baby schauen. Wenn du es umbringst oder es auf andere Art und Weise stirbt, werde ich dir wehtun und dich nochmal nehmen, aber jedes Mal wirst du dabei etwas verlieren.“, raunte er mir mit tiefer Stimme zu.

Er hob seine Hand und darin befand sich ein langer Schopf Haare – meine Haare!
„Nur, damit kein anderer Mann auf die Idee kommt, dich mir wegzunehmen“, erklärte er lachend.

„Das nächste Mal wird es ein Finger oder ein Zeh sein. Also gib Acht, was du tust.“

Er beugte sich zu mir herunter und hauchte einen Kuss auf meine tränennasse Wange.

Seit zwei Monaten ist er jede Nacht aufgetaucht.

Gerade legt er eine Hand auf meinen zerkratzten Bauch und ich spüre, wie kleine Klauen versuchen, meine Gebärmutter zu durchstoßen.

Ich schreie vor Schmerzen auf.

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