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Ich werde mit jeder Sekunde immer schwächer, doch sicherlich reicht es aus, um jeden von meinen Erlebnissen mit unserem Freund, dem Metzger, zu erzählen. Es war vor etwa vier Monaten, als der alte Laden in unserem Wohnviertel gekauft wurde. Wir sind eine kleine Nachbarschaft, aber trotzdem sind wir alle für einander dar, wenn einer Hilfe gebraucht hat. Als der Metzger zu uns zog und zwar in die kleine Wohnung über dem Laden, fanden viele von uns ihn etwas unsympathisch, denn er war sehr groß, aber trotzdem ziemlich kräftig gebaut und wirkte wie ein gefährlicher, harter Typ, dem man Nachts besser nicht begegnen sollte. Doch er gewann ganz schnell unser Herz und unsere Sympathie, denn das Fleisch war sehr lecker und ziemlich kostengünstig. Außerdem war er nicht der Typ, für den wir ihn hielten, sondern er war ein ganz netter, höflicher Mann.

Er war nicht die Art Mensch, die man auf einen geselligen Abend sah, aber bei einer Fete konnte man immer darauf zählen, dass er kam, viel Fleisch und gute Geschichten mitbrachte und uns wieder unterhalten würde. Wir schämten uns so sehr, falsch von ihm gedacht zu haben und haben uns sofort bei ihm entschuldigt. Er wirkte verwirrt, war aber ansonsten cool drauf und verzieh uns sofort. Das Leben war perfekt und einfach, bis zu jenem Tag.

Vor zwei Monaten stiegen die Preise bei ihm auf ein Doppeltes und man kam kaum noch zu ihm um Fleisch zu kaufen. Er meinte, ein hoher Preisanstieg sei schuld und das sein Bauer, von dem er das Fleisch geliefert bekommen hat, bei einem Unfall gestorben ist. Er sagte, dass er Angst hat, seinen Laden dicht zu machen. Wir rieten ihm einfach einen neuen Bauern zu finden, der ihn beliefert und so konnte er wenigstens neue Hoffnung schöpfen.

Vor einem Monat fanden wir ihn weinend in seinem Laden vor, da er keinen Lieferanten fand, der bereit war, für wenig Geld viel Fleisch zu liefern. Er meinte, dass er nur noch einen Monat hätte und leider kam einer von meinen Nachbarn auf die Idee, darüber zu reden, Menschenfleisch vom nahen riesigen Wohngebiet, in dem die ganzen Snobs wohnen, zu holen. Natürlich war das ein Witz, da wir schon immer Streit mit ihnen hatten, aber es war zu spät.

Vor einem halben Monat gingen die Entführungen los, in denen mehrere dieser Snobs spurlos verschwanden, merkwürdigerweise hatte zu diesem Zeitpunkt unser Metzger einen neuen Lieferanten gefunden und angefangen, sich seltsam zu verhalten. Doch wir dachten, dass das nur Zufälle waren. Wir konnten nicht ahnen, wie unwissend wir waren und wie richtig unsere Theorie war.

Vor etwa einer Woche gingen die Entführungen in unserem Viertel los. Da fing ich an, den Metzger zu hinterfragen, vorallem deshalb, da das Fleisch anders schmeckte und bei Fragen zu diesem Thema er immer auswich. Aber auch, da die Entführungsopfer alles Leute waren, die ihn besucht haben und danach spurlos verschwunden sind. Vor vier Stunden, also um 20.00 Uhr, das ist die Zeit, in der der Metzger schließt, wollte ich ihn abfangen und mit ihm darüber sprechen und endlich herausfinden, warum er so komisch drauf war. Er war noch im Laden als ich rein kam. Ich ging zu ihm und fing an, Tacheles, also direkt, zu reden. Er lachte nur und bat mir sogar an, selbst in den Kühlraum zu gehen. Dies tat ich auch, da es mir wirklich wichtig war, die Warheit zu erfahren und herauszufinden, ob die Gerüchte stimmen.

Der Kühlraum lag im Keller und was ich dort fand war einfach nur grausam und geistesgestört. Einige der Entführungsofer hingen an Fleischerhaken, also welche aus dem anderen Viertel und unserem, und waren komplett geleert, damit meine ich "hust hust", oh verdammt, ich glaube, ich fasse mich jetzt besser kurz. Als ich mich umdrehte, war das Letzte was ich sah, eine Faust die mir gegen das Gesicht geschlagen wurde, bevor ich bewusstlos wurde.

Ich wachte auf einem Tisch auf und das Erste was ich bemerkte war, dass ich sehr starkes Nasenbluten hatte. Als ich mich aufrichtete vor lauter Schmerzen, sah ich mich ein wenig um und bemerkte, dass ich immer noch im Kühlraum war. An dem Tisch, auf dem ich lag, lagen sehr viele Messer und es klebte auf ihm sehr viel Blut, von dem einiges noch frisch war, sodass ich mich als Erstes übergeben musste. Mein Erwachen blieb dadurch nicht mehr unbemerkt, als es schon davor war, denn der Metzger schärfte neben mir mit einem Holzstock seine Messer und blickte mich dabei immer an. Er sagte ich wäre der Erste, der seinen Faustschlag überlebt hätte, so dass ich ihm auch als erster bei der Arbeit zusehen kann und er sicher sei, dass es mir als sein Freund gefallen könnte.

Blitzschnell drückte er mich auf den Tisch mit der einen Hand, während er mit der anderen das Messer hielt. Gerade als er beginnen wollte fragte ich ihn, warum er das täte und er antwortete mir, dass es keine andere Möglichkeit gäbe und wenn es sie gäbe, hätte er sie genutzt, doch da es sie aber nicht gibt, müsste er das tun. Er hätte niemanden aus der Nachbarschaft verletzt, aber ich sei nicht der Einzige gewesen, dem das Ganze komisch vorkam. Ich sagte ihm, er könne doch woanders arbeiten, woraufhin er mich anschrie, dass er keine andere Arbeit könne oder wolle. Durch seine Aggresion lockerte er den Griff, so dass ich mich befrei "hust hust keuch". Um es kurz zu machen, er hat mich mit dem Messer so verletzt, dass ich auf dem Boden liege und langsam, aber qualvoll verbluten würde und "hust" er "hust keuch" am Fleischerharken hängt. Ich erinnerte mich mein Notizbuch mitgenommen zu haben und ja hier sind meine Notizen.

"hust hust hust" Bevor ich sterbe, ein letzter Rat, passt immer auf, wenn ihr einen Metzger in der Nähe habt, den sonst kann es passieren, dass ihr als nächstes auf dem Angebot landet.

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