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Flaschen von Whiskey, ihres Inhaltes beraubt. Blut und benutzte Verbände, die den verdreckten Boden übersähen. Das flackernde Licht einer wankenden Lampe, oberhalb meines Kopfes angebracht. Die Klinge des Messers, auf dem sich eine dünne Kruste aus getrocknetem, rot-braunem Material befindet. Durch meine Arme pulsiert ein bitterer Schmerz, ausgelöst von den Wunden, die ich mir in meinem allesverzehrendem Hass selbst zufügte.

Und dennoch kann ich mich nicht erheben, um dem Begräbnis der wichtigsten Person meines Lebens beizuwohnen.

Bin ich ein schlechter Vater dafür, dass ich sie auf ihrer letzten, endgültigen Reise nicht begleiten will? Ich denke nicht. Ich war anwesend, als sie starb, und Begräbnisse waren ohnehin noch nie für die Toten gedacht gewesen.

Bin ich ein schlechter Vater dafür, dass ich die Batterien der Alarmanlage nicht gewechselt hatte? Ich hoffe nicht. Niemand hätte wissen können, dass die Batterien fehlerhaft, und somit ausgelaufen sein würden. Ich hätte sie ohne weiteren Aufschub ausgewechselt, wenn ich es gewusst, oder zumindest geahnt hätte.

Bin ich ein schlechter Vater dafür, dass ich meine Waffe auf den Einbrecher richtete, und drohte, ihm das Leben zu nehmen? Ich weiß es nicht. Meiner Tochter gegenüber hatte ich stets erklärt, Anderen Schaden zuzufügen sei schlecht. Doch in diesem angsteinflösendem Moment ging es nicht darum, ein guter Vater, sondern lediglich ein gewöhnlicher Mensch zu sein.

Sie schlief in meinem Bett, zu der Zeit - Etwas, das sie sich nach dem Abschied ihrer Mutter angewöhnt hatte, um den Albträumen zu entgehen, die sie zu ersticken drohten. Der Wind heult draußen, erinnert an die Kugeln, die in dieser Nacht gefeuert worden waren. Eine von dem Einbrecher und Einige von mir, nehme ich an. Wir feuerten zur gleichen Zeit.

Ich erinnere mich an die Panik, die meinen Rücken hinabrann wie eiskalter Schweiß.

Ich erinnere mich an das Blut, welches in meinen Kopf schoss, und rationales Denken zu einem unbezahlbarem Luxus machte.

Ich erinnere mich an meine Tochter, die sich zwischen uns geworfen hatte, um mich vor der Kugel zu schützen; in ihrem kindlichen Wesen nicht dazu fähig, zu verstehen, was diese Tat für sie bedeuten würde; lediglich darauf bedacht, ihren ängstlichen Vater - der ohne sie noch weniger auskam, als sie ohne ihn - zu schützen.

Papier liegt überall verstreut, von der Polizei, von den Laboren. Ich halte eines der Blätter in meiner Hand, die sich derart heftig darum verkrampft, dass meine Knöchel weiß hervortreten, und mit meinem ungesunden Teint in dem flackernden Lichtschein wetteifert.

Bin ich ein schlechter Vater? Ich will es nicht wissen, wenngleich die Anziehungskraft der Worte, die schmerzlicher sein können, als die Klinge, welche ich achtlos in eine Ecke des Zimmers geschleudert hatte, immer mehr zunimmt.

Wessen Kugel beendete das Leben meiner Tochter?

Ich weiß es nicht.

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