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Warnung: Enthält Spoiler zu Something Worse, es ist einfacher, diese CP zu verstehen wenn man die Reihe gelesen hat (wenn auch nicht zwangsläufig :) )




Träume… So schön… So schrecklich…

Ein dunkler, nebliger Wald voller Geräusche. Die Schatten waren verzerrt und die räumlichen Dimensionen wirkten völlig unproportioniert. In meinem tiefsten Innern war mir völlig klar, dass ich mich in einem Traum befand.

Dennoch fürchtete ich mich, mein Herz schlug  höher und meine Atmung war flach denn ebenso sicher wie ich mir war, dass ich träumte war ich mir, dass ich verfolgt wurde. Voll zitternder Paranoia musterte ich jede noch so kleine Unebenheit in meiner Umgebung. Was wenn sich irgendwo etwas bewegte? Was wenn irgendein namenloses Grauen direkt in meiner Nähe war und seine Krallen bereits nach mir ausstreckte? Ich schluckte und beschleunigte meine Schritte, mein Kopf drehte sich unaufhörlich in alle Richtungen. Direkt hinter mir knackte ein Ast.

Mein Herz setzte einen Schlag aus, bevor es in ungeahnten Geschwindigkeiten zu hämmern begann, ich spürte wie mein Blut in Wallung geriet, als ich wie ein Getriebener losrannte. Ich versuchte nicht zu schreien und vor Allem nicht zu stolpern. Jetzt das Klischee zu erfüllen könnte mich das Leben kosten! Obwohl ich unbewusst ahnte, dass das alles nur ein Traum war, hatte ich Todesangst.

Dann plötzlich sah ich sie. Zwei gestalten hatten sich aus dem Nichts vor mir aufgebaut. Abrupt stemmte ich meine Füße in die Erde und ruderte mit dem Armen um nicht zu fallen. Meine Atmung hatte sich mittlerweile in ein panischen hecheln verwandelt, als die beiden Gestalten auf mich zukamen. Ich betrachtete sie aus der Nähe.

Das eine Wesen war völlig weiß und hatte riesige Augen. Es war menschenähnlich, doch es bewegte sich auf allen Vieren und hatte Scherenhände. Das Andere war ein hochaufragender Mann im Anzug, es hatte weiße Haut, sein Gesicht fehlte und aus seinem Rücken ragten schwarze Tentakel.

Ein ausgedehnter Seufzer der Erleichterung entfuhr mir. „Ihr seid das!“ sagte ich und spürte wie sich ein Lächeln auf meine Lippen stahl, „und ich dachte schon, ich müsste mir Sorgen machen!“ Der Rake, dass Wesen mit den Krallenhänden, starrte mich mit seinen großen und leeren Augen an. „Was willst du damit sagen?“ Mein Grinsen wurde breiter. „Du hast schon verstanden!“ antwortete ich, worauf sich auch der gesichtslose Slenderman zu Wort meldete: „So, du fürchtest uns also nicht? Für diesen mangelnden Respekt wirst du mit deinem Leben bezahlen!“

„Oh bitte!“ war meine genervte Erwiderung, ich winkte ab: „Was wollt ihr Lappen mir schon tun, hm? Ich habe jeden Einzelnen von euch vernichtet!“ Ein leises Kichern stahl sich zwischen meinen Zähnen hervor.

„Du hast gar nichts davon getan!“ rief eine eiskalte Stimme hinter mir. Eine Stimme die meiner beängstigend ähnlich klang. Meine Brust zog sich zusammen und ich schluckte heftig, was jetzt kommen würde konnte ich mir nur allzu gut vorstellen. Langsam drehte ich mich um, doch die Person hinter sprintete bereits auf mich zu. Bevor ich reagieren konnte, hatte er mich am Hals gepackt und presste mich mit dem Rücken gegen einen Baum. Der Rake und der Slenderman waren genauso schnell verschwunden wie sie erschienen waren.

Ich musterte diesen Jungen vor mir. Er sah aus wie ich. Natürlich. Wie auch sonst? Das Einzige, was uns beide unterschied waren seine ungesund schwarzen Augenringe. „Was willst du von mir?“ krächzte ich unter dem Druck an meinem Hals. Er lächelte und schien seine Antwort in vollen Zügen zu genießen: „Zuerst einmal würde ich gerne deinen Namen erfahren!“ „Meinen Nam… Ich werde dir sicherlich nicht meinen Namen verraten!“ trotze ich so laut es die würgende Hand des Jungen zuließ.

„Schön.“ Bemerkte er ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. „Dann also NegativeRoot. Ich würde mich ja auch vorstellen, aber ich denke du dürftest mich bestens kennen.“ Er lockerte seinen Griff und ließ meinen Hals los. Ich schlug auf dem Boden auf und starrte nach oben in sein Gesicht. Something Worse höchstpersönlich. Sollte ich erfreut sein, ihn kennenzulernen? „Was zum Teufel soll das? Was willst du?“ rief ich und versuchte durch Räuspern und Husten das Kratzen in meinem Hals zu bekämpfen.

„Was ich will?!“ er wurde auf einmal vollkommen ernst und seine Stimme war aufgeladen von kalter Verachtung. „Vergeltung! Vergeltung für all deine Gräueltaten!“ beendete er seinen Satz. „Verg… Was soll das denn bitteschön heißen? Was hab ich denn getan?“ fragte ich mit zitternder und verständnisloser Stimme. Something lachte nur. „Du fragst was du getan hast? Sieh dich doch nur mal um!“

Unsicher tat ich wie mir geheißen, bisher war mir in diesem Wald nichts sonderlich Neues aufgefallen, doch nun kam eine schattenhafte Gestalt zwischen den Bäumen hervor und trat in einen schwachen Lichtkegel, der sich urplötzlich um mich herum gebildet hatte. Es war ein Junge mit dunkelblonden Haaren. Ich hatte ihn mir nie so wirklich vorgestellt doch ich war mir absolut sicher, wer es war. Sein Gesicht war verzerrt von unseligem Hass.

„Du hast mir meine Eltern genommen!“ knirschte Alex und starrte mich mit einem Blick an, der mich erschaudern ließ. Und eigentlich sollte er der Gute sein, dieser Blick passte nicht einmal ansatzweise zu ihm. „Was? Ich…?“ Ich zeige auf Something Worse, „er hat…! Er hat gerade selbst gesagt, dass ich gar nichts…“ stotterte ich, wobei mir klar wurde, dass die Verteidigung mir gründlich misslang. Something lächelte kalt. „Verstehe mich nicht falsch, du hast all diese Dinge veranlasst, doch du hast sie nicht selbst getan. Du hast nicht an eigenem Leib erlebt, was du uns erleben hast lassen!“ Er spuckte mir vor die Füße, während ich mich aufrichtete.

„Du kannst dir nicht einmal vorstellen, was es bedeutet, seine Eltern zu verlieren! Aber mich hast du all das erleiden lassen ohne mit der Wimper zu zucken!“ rief Alex, welcher sich offenbar nur sehr schwer beherrschen konnte. Tief in mir wurde mir klar, dass er Recht hatte. Knoten zogen sich in Brust und Hals zusammen. „Alex, ich…“ brachte ich noch heraus bevor ich unterbrochen wurde, denn eine Frau in Militärkleidung war soeben aus dem Geäst erschienen

Entsetzt riss ich die Augen auf und starrte sie an. Sie musterte mich, als wäre ich ein Stück Abschaum. „Du hast mich gezwungen meine eigenen Männer zu töten!“ Ihr unendlich zorniger Tonfall wurde von einem französischen Akzent begleitet. „Alles ging in Flammen auf und doch haben wir verloren! Du hast mich gezwungen alles zu zerstören! Für nichts und wieder nichts!“ Mein Herz pochte stärker und stärker, meine Angst steigerte sich immer weiter und dazwischen war da noch ein anderes Gefühl. Eines, das mich an mir selbst zweifeln ließ. Bevor ich etwas erwidern konnte trat eine weitere Gestalt ins Licht

Ein Wesen mit lederbrauner Haut, zwei flügelähnlichen Gebilden als Armen, Hufen und drei geifernden Mäulern statt einem Gesicht. „Ich habe sie über alles geliebt!“ rief mir dieses Monster –der Komponist- entgegen. „Warum? Warum konntest du uns nicht einfach unser Glück gönnen? Warum hast du uns auseinander gerissen? WARUM MUSSTEST DU MICH IN DIESE BESTIE VERWANDELN?“ Die Knoten in Brust und Hals zogen sich noch stärker zusammen. „Ich… Ich…“ Der Schweiß lief mir über die Stirn, meine Hände zitterten und mein Herz schien meinen Körper verlassen zu wollen.

Vor mir standen vier Personen, eine davon hatte keine menschliche Erscheinungsform, doch sie alle teilten die unermessliche Abneigung, die mir entgegenschlug. Es blieb jedoch nicht bei ihnen, denn schon kurz darauf trat eine fünfte Silhouette aus der Dunkelheit. Ein Mann mit langen braunen Haaren einem grünen und einem blauen Auge kam auf mich zu. „Ich bin nicht einmal dein geistiges Eigentum!“ knurrte er, „und trotzdem hast du es geschafft alles zu zerstören, was mir etwas bedeutet hat!“ Mir wurde übel, als ich das hörte, dennoch nahm ich in meinem Hinterkopf eine Chance wahr, die Schuld nicht alleine tragen zu müssen. Ich wandte mich Sleepless, dem Neuankömmling, zu.

„Ich… Ich war es nicht alleine! Er hat…!“ der schlaflose Killer unterbrach mich. „ER hätte mir das niemals angetan! ER weiß was es bedeutet zu leiden! DU weißt das nicht einmal ansatzweise! Letztendlich ging es von dir aus!“ Er warf mir einen angeekelten Blick zu. „Erbärmlicher Abschaum!“ spuckte er aus. Kurz darauf erschien eine weitere Gestalt, ein Junge in zerfleddertem Anzug und weißer Maske.

„Er war mein bester Freund! Er war wie ein Bruder für mich! Und du hast ihn getötet, nur um deiner Geschichte noch mehr Leid zu verleihen! Damit hast du nicht nur mich tief verletzt und das weißt du!“ zischte Vergo verächtlich, „aber du zeigst keine Reue, nicht wahr?“

Statt mir antwortete Something Worse auf diese Frage: „Nein, du zeigst keine Reue! Im Gegenteil! Du hast dich wie Gott gefühlt als du all das aufgeschrieben hast! Du hast deine imaginäre Macht genossen ohne überhaupt zu begreifen, was die Gefühle eigentlich bedeuten, die du verursacht hast! Du bist ein Monster! Und zwar die erbärmlichste und widerlichste Form von Monster, die man sich vorstellen kann!“

„Hört auf! HÖRT AUF!“ schrie ich und hielt mir die Ohren zu. Ich zitterte und fühlte mich als würden mehrere Tonnen Gewicht auf meine Brust gestapelt. „Aufhören?“ fragte Alex, wobei sein Ton leicht sadistisch wirkte. „Wir fangen gerade erst an!“ Er ging zu Seite und legte somit die Sicht auf ein kleines Geschöpf frei, welches zusammengekauert am Boden lag.

Es war ein weinendes kleines Mädchen, kaum älter als zwölf, sie war völlig nackt und an ihrem ganzen Körper klafften offene Wunden, die von Schnitt und Brandverletzungen zu kommen schienen. Ihre feuchten und verweinten Augen sahen direkt in meine. Ich ließ die Arme sinken und starrte zurück. „Warum? Warum hast du mir so wehgetan? Warum musste ich sterben?“ schluchzte sie. Ich zitterte und musste ebenfalls gegen die Tränen ankämpfen. „Oh Gott… Ich… Ich…!“ Meine Gedanken waren zu wirbelndem Chaos geworden, ich spürte schmerzendes Mitleid… und die grausige Gewissheit für alles verantwortlich zu sein, was das Mädchen durchmachen musste.

„Du hättest sie retten können!“ sagte Alex kalt. „Aber das hast du nicht getan. Und warum nicht? Dramaturgie? WAR ES DAS WERT?“ seine Stimme wurde lauter. „Du kannst dir gar nicht vorstellen wie sehr wir dich hassen!“ warf Something ein, worauf sich ein kaltes Lächeln auf Alex‘ Lippen bildete. „Wir hassen dich genug um dir Seite an Seite gegenüberzutreten, du weißt schon… ein gemeinsamer Feind…!“ „Und nun…“ ein sadistisches Grinsen breitete sich auf Somethings Gesicht aus. Ein Grinsen das charakteristisch für ihn sein sollte, ich war beinahe stolz darauf gewesen und nun als ich es sah breitete sich Panik in mir aus. „Nun sollst du an eigenem Leib erfahren, was du uns angetan hast!“

Something Worse, Alex Nadezha, Angelique Foucault, Isarnom, Sleepless und Vergo gingen langsam auf mich zu. Ich stolperte ein paar Schritte zurück. „Was habe ich dir denn bitte getan, Something?“ rief ich verzweifelt, „der Fluch wurde gebrochen, du hast gewonnen! Eigentlich solltest du mich verteidigen!“ Meine Stimme war von Angst und Schuld belegt.

„Gewonnen?“ mein beaugenringtes Ebenbild starrte mich mit unsagbarer Verachtung an. „Gewonnen? Was glaubst du wird passieren? Vielleicht werde ich mächtig genug um sowohl die Erde als auch meine göttlichen Feinde zu besiegen, und dann? Dann werde ich noch mehr Planeten vernichten, das liegt in der Natur die du mir gegeben hast! Und wenn ich eines schönen Tages alles Leben im Universum ausgelöscht habe, bin ich dazu verdammt bis in alle Ewigkeit im Nichts zu vegetieren! Und das nennst du gewonnen?!“

Ich schluckte. Was sollte ich tun? Die Panik wurde immer größer, irgendwie musste es doch einen Ausweg geben! Es musste! Zittern und Herzrasen schüttelten mich. Ich wandte mich an den blonden Jungen.

„Was ist mit dir Alex? Ich habe dir nicht nur Leid zugefügt! Du hast Jana! Du liebst sie, ich weiß es!“ Der Angesprochene fletschte voller Abscheu die Zähne. „Ja, ich liebe sie. Von ganzem Herzen. Aber weißt du, warum sie nicht hier ist?“ Er lächelte künstlich. „Sie konnte dir nicht in die Augen sehen, ihr hast du noch viel Schlimmeres angetan als mir, auch wenn du nicht alles aufgeschrieben hast! Und weißt du was? Es wäre mir sehr viel lieber gewesen, wenn ich sie nie getroffen hätte und sie dafür ein glückliches Leben hätte führen können!“

Verquerte Logik. Mir wurde klar, dass ich mich nicht rausreden konnte. Sie kamen unerbittlich näher und jeder Schritt steigerte meine Panik. Ich schwitzte und zitterte am ganzen Körper, meine Atemwege schienen von einem unsichtbaren Band zugeschnürt zu sein. Als ich noch einige Schritte zurückgestolpert war, spürte ich, wie etwas Hartes und Kaltes an meinen Rücken stieß.

Soeben war eine massive Steinmauer hinter mir aufgetaucht und meine sechs Verfolger hatten mich eingekreist. Es gab kein Entkommen mehr… sie kamen näher und näher.

„Bleibt zurück!“ schrie ich mit pfeifender und keuchender Stimme. Ich klammerte mich an einen letzten Strohhalm: „Bleibt zurück, oder ich werde…!“ „Du wirst uns gar nichts mehr tun!“ unterbrach mich Something. „Du würdest deine kostbare Dramaturgie nie verletzen!“ bemerkte Alex mit einem verächtlichen Lachen.

„Nein! NEEEIN!“ jaulte ich, als sie langsam ihre Hände nach mir ausstreckten. Ein langgezogener Schrei entfuhr mir, als die Produkte der Fantasie ihre Rache an mir übten.

-

Ich reiße die Augen auf und ringe gierig nach Luft. Alles ist dunkel. Mein Herz rast, ich schwitze und meine Hände zittern. Ich liege auf etwas weichem und etwas Warmes bedeckt meinen Körper. Schwer atmend setzte ich mich auf meinem Bett auf und schlage die Hände vors Gesicht, ich bin noch immer benommen.

„Du trägst die Verantwortung für all deine Schöpfungen!“ flüstert eine Stimme, die meiner beängstigend ähnlich ist, an meinem Ohr. „Und wenn du ihr nicht gewachsen bist, wirst du an ihr zugrunde gehen.“

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