FANDOM


Meine Tochter ist nicht wie die anderen Frauen. Sie ist wunderschön, ohne sich jeden Tag für Stunden vor den Spiegel zu stellen. Ihre Haare sind so grün, wie das Gras in unserem Garten. Es sieht aus wie Seide und reicht bis zu ihren Hüften. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, lächelt sie mich an und ich spüre wie mein altes und krankes Herz anfängt zu schlagen. Sie gehört auch nicht zu den Mädchen, die ständig neue Typen mit nach Hause brachten, nein, sie brachte nur einen mit. Durch ihn veränderte sich ihr ganzes Leben, genauso wie meines.

Die Beiden waren ein glückliches Paar. Jedes Mal, wenn sich ihre Lippen berührten, konnte ich meine Tränen kaum zurückhalten, so sehr rührten mich die Beiden. Ihr Leben war perfekt. Es dauerte nicht lange, da fand sie eine gute Arbeit, kaufte sich ein eigenes Haus und erwartete mittlerweile ihr erstes Kind. Auch ihr Freund schien eine gute Arbeit gefunden zu haben. Jeden Morgen verließ er das Haus, genauso wie sie, nur mit dem Unterschied, dass auf seinem Konto deutlich mehr Geld zu sehen war.

Angeblich verdiente er es mit ehrlicher Arbeit und sie glaubte ihm, schließlich liebte sie ihn und vertraute auf seine Worte. Leider kannte ich die Wahrheit nur all zu gut. Sein Geld war getränkt in Blut und für jeden Schein, den die Beiden ausgaben, hörte ich einen lauten und gequälten Schrei aus der Ferne. Am liebsten hätte ich ihr alles erzählt, aber ich konnte es einfach nicht. Sie war einfach so glücklich. Jedes Mal, wenn er Abends das Haus verließ, stand ich neben ihr und hätte ihr am liebsten gesagt, wohin ihr Freund ging, aber jedes Mal, wenn ich ihr zufriedenes Lächeln sah, versagte mir die Stimme und ich beschloss zu schweigen. Er ging fort und missbrauchte das Vertrauen meiner eigenen Tochter. Statt zu seinem Freund oder ins Büro zu gehen, mordete er und ging Geschäften nach, deren Grausamkeiten ich hier nicht näher erwähnen möchte. Sein Geld hatte nichts mit ehrlicher Arbeit zu tun, ganz im Gegenteil, er tat es auf eine abscheuliche Weise. Ich hoffte nur, dass meine Tochter niemals das wahre Monster in ihrem Geliebten erkennen wird.

Meine Tochter hatte sich mit der Zeit ein eigenes Gartenparadies geschaffen. Schon als Kind liebte sie Blumen über alles. Wieder stand ich neben ihr und sah sie an. Ich musste es ihr einfach sagen. Meine Hände wollten sie berühren, doch ich stoppte. Sie würde mir doch sowieso nicht glauben und am Ende gäbe sie mir die Schuld daran, dass ihr Glück zerbrochen ist. Ich wollte das nicht. Also ließ ich meine Hand wieder sinken und beobachtete, wie sie sich um ihre Blumen kümmerte.

Vor ihren Füßen war ein kleiner Stein. Um ihn herum waren Blumen und sie kam jeden Tag hierher und pflegte sie. Wieder überkam mich dieser Stolz. Meine Tochter war nicht wie die anderen. Sie war etwas Besonderes für mich. Auch in ihren Augen war ich das. Auf dem weißen Stein lag ein kleiner Gegenstand. Ich konnte nicht sehen was es war, aber ich merkte sofort, dass er ihr sehr viel bedeutete. Sie nahm es in die Hand und alle Emotionen verschwanden aus ihrem Gesicht. Das Lächeln war fort, stattdessen rannte eine einzelne Träne ihre Wange hinunter. Ich wünschte ich hätte sie trösten können, doch ich konnte es einfach nicht. Es war einfach zu spät.



Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki