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Dieses Haus, es ist so kalt und leer. Ohne Lachen, Freude oder Leben und alles nur wegen einer Person.

Ich war zu meinen besten Freund eingeladen. Er hat mal wieder eine seiner großen Hauspartys gefeiert. Sie haben sich, wie üblich, betrunken und ich begnügte mich mit Cola. Ich war immer der Unsichtbare, nach jeder Feier hat man sich gefragt, ob ich überhaupt da gewesen war, aber ich wusste: ich war da, ich existierte.

Sie feierten und ich hatte auch meinen Spaß, auch wenn ich abseits stand. Dann kam einer auf die glorreiche Idee, so ein Oujia-Board zu benutzen. Die angeheiterte Menge empfand diese Idee für so gut, dass man es sofort durchziehen musste, auf meine Einwände hörte niemand. Da saßen sie nun, um das Oujia-Board gekauert, mit ihren Fingern auf dieser Holzplatte. Sie fragten immer wieder, ob jemand da sei und ich antwortete aus Spaß: "Ja, klar, ich bin hier." Der Anzeiger schob sich just in dem Moment auf "Yes". Alle schrien, dass sie es nicht gewesen wären, und ich starrte nur verblüfft auf das Board. Die Stereoanlage sprang auf einmal an und spielte mein Lieblingslied, Beethovens Mondlicht Sonate. Alle sahen verängstigt auf die Anlage. Eins der Mädchen sagte recht laut, dass sie nach Hause müsse. Einige schlossen sich ihr an. Mein bester Freund meinte nur, das sei alles nur Zufall und dass diese Angsthasen doch besser verschwinden sollten.

Er sah erstaunt auf, als eine von den Angsthasen zurück in den Raum kam und fragte, wer die Vordertür abgeschlossen habe und wo der Schlüssel sei. Er sah sie erstaunt an und suchte dann nach dem Schlüssel, doch er fand ihn nicht. Ich wollte ihm helfen und suchte auf dem Tisch danach. Mir fiel dabei aus Versehen ein Foto runter. Ich entschuldigte mich kurz und suchte weiter, als mein bester Freund das Foto aufhob und leicht Tränen in den Augen hatte. Er legte das Foto mit dem Bild nach unten wieder auf den Tisch und suchte weiter. Es wurde immer kurioser, denn die Lichter haben angefangen zu flackern und ein eisiger Wind zog durch das Haus. Auf dem Thermometer standen nur noch 2°C, obwohl es vor kurzem noch 17°C gewesen waren. Sie kauerten sich immer enger zusammen und dann gingen die Lichter aus. Ich hörte nur noch alle kreischen und wurde dann ohnmächtig.

Als ich wieder erwachte, war es immer noch stock duster, also entschied ich mich dafür, in den Keller zu gehen und nach den Sicherungen zu sehen. Ich tastete mich an den kalten Wänden entlang und spürte dann die offene Kellertür. Ich begab mich langsam die Treppe nach unten, immer weiter runter. Die Finsternis erdrückte mich fast, aber ich ging weiter. Es schien fast so, als ob es immer dunkler wurde, aber ich wusste und hoffte, dass es nicht so wäre. Mir lief der Schweiß von der Stirn, ich hielt den Atem an. Ich näherte mich dem Ende der Treppe, trat auf den Boden und in dem Moment riss mir etwas die Beine weg.

Ich hab da wohl wieder das Bewusstsein verloren. Ich richtete mich langsam auf und spürte einen stechenden Schmerz. Ich griff vorsichtig nach meinem Fuß, ich muss ihn mir wohl beim Sturz verdreht haben. Ich versuchte normal zu gehen, aber es tat zu sehr weh, also humpelte ich weiter zum Sicherungskasten. Als ich ihn fand, musste ich lange an ihm rumfummeln, bis die Lichter wieder angingen. Ich sah mir den Sicherungskasten genauer an und zog scharf die Luft ein. An ihm war eine Zeitschaltuhr befestigt. Mein Blick ging gehetzt im Raum um. In dem Moment wurde mir klar, jemand war in diesem Haus. Ich humpelte wieder auf die Treppe zu und ignorierte den Schmerz in meinem Fuß. Der Schweiß lief mir die Stirn runter und ich keuchte bei jedem Schritt, aber ich wusste, ich muss meine Freunde finden. Ich kam wieder im Erdgeschoss an und sah Mike, einen der besten Sportler. Er war groß, schwarz und muskulös. Doch jetzt lag er am Boden, in der Mitte auseinander gerissen, Arme und Beine verdreht. Sein Schmerz erfüllter Blick, ich werde ihn wohl nie vergessen. Ich lief ins Wohnzimmer und sah die Zwillinge Yana und Leon nebeneinander an der Wand. Sie waren mit Bolzen befestigt und dann aufgeschlitzt worden. Ich musste fast kotzen, doch ich riss mich zusammen.

Ich lief in die obere Etage, mein Bein bereitete mir immer mehr Probleme. Auf dem Weg nach oben sah ich Lukas, sein Schädel war gespalten worden. Als ich im oberen Stockwerk ankam, sah ich den Körper von Fabi. Ihr Schädel war mit mit viel Kraft gegen die Wand geschlagen worden. Er war nur noch eine unförmige Masse. Ich fühlte mich immer mehr wie in einem Horror-Film. Ich ging vorsichtig weiter, näherte mich der Zimmertür meines besten Freundes. Ich musste sein Zimmer nicht mal öffnen, die Tür war aus ihren Angeln gerissen worden. Langsam ging ich in seinen Raum und sah mich um. An den Wänden stand: "DU BIST SCHULD!" "WIESO HAST DU MICH VERGESSEN?!" "OHNE DICH WÄRE ICH BESSER DRAN!" Und "Wieso bist du noch hier?". Ich sah diese Worte mit großen und Angst erfüllten Augen an. Der Angstschweiß lief mir in die Augen, es brannte höllisch. Doch das Schlimmste war mein bester Freund, wie er an der Decke hing, erhängt mit seinen eigenen Gedärmen. Ich brach zusammen, ich weinte bitterlich.

Nun sitze ich an seinem Schreibtisch und hinterlasse euch meinen letzten Gruß. Neben mir liegt die Zeitung mit meiner Todesanzeige: "Gestorben 21.3.2014, er war auf dem Weg zu mir angefahren worden und verstarb. Ich werde dich nie vergessen, mein Freund." Wir schreiben das Datum 21.3.201...5. Ich bin also vor einem Jahr gestorben... Ich erinnere mich. Ich hab sie aus Zorn getötet. Sie haben mich vergessen. Als sie alle im Haus waren, hab ich die Tür verschlossen und den Schlüssel versteckt. Ich habe auch die Zeitschaltuhr gestellt... I-ich hab meine eigenen Freunde getötet. Ich hab auch die Nachrichten an der Wand geschrieben, außer die letzte... Wieso bin ich noch hier? Ich drehe mich um und erkenne den Mann aus den Sagen. Der, der die Toten hinüber bringt: "Man geht erst, wenn man bereit ist... oder vergessen wird. Du warst nur nicht bereit, doch nun hast du jeden getötet, der noch an dich gedacht hat. Du hast dich selbst in die Vergessenheit gestoßen und kannst deswegen nie in Frieden ruhen..."

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