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OOO44

Während ich noch in meinem Wagen sitze, der vom prasselnden Regen eingehüllt wird, lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf. Ein schreckliches Empfindungschaos quält mich so sehr, dass ich heulend über dem Lenkrad  meines Wagens liege. Krampfhaft schluchze ich meine Angst, vor dem was mir bevorsteht, in eine alles zerfallene Kluft. Zwei Jahre voller Liebe und Leidenschaft hallen vor meinem inneren Auge wider, bestehend aus quälenden Erinnerungen, die mich in liebevoller Grausamkeit küssen. Jeder Moment aus meinen verängstigten Gedanken dröhnt sich in meinen Verstand, als wären es tödliche Gewehrschüsse in einer mondlosen Nacht.

Ich liebe dich nicht mehr‟, sage ich erneut, dabei suche ich nach Erlösung in einer vergangenen Liebe, die sich schon längst in Zwielicht verwandelt hat. Ein zerstörtes, „Es ist vorbei‟, bricht mir mein schreiendes Herz entzwei und ich bettele um Vergebung. Worte die mir einen unerbittlichen Heulkrampf bescheren, die meine geschundene Seele in schiere Verzweiflung bringen, bis diese in glühendem Schmerz zerbricht. Nach Luft ringend falle ich in ein eiskaltes Gefühlssterben. Als ich die ersten verzehrenden Wellen dieser brutalen Realität überwunden hatte, starte ich meinen Wagen und wage die ersten Schritte in eine ungewisse Zukunft.

Ich liebe sie, wie ich noch nie jemanden in meinem Leben geliebt habe. 'Wenn ich nur an sie denke, erfasst ein wohliges Kribbeln meinen Körper. Ihr Berührungen, die sie mir gestern geschenkt hatte, ließen mich in einer verglühenden Supernova vergehen. Emma. 'Rote Locken zieren ihren Kopf, die im Wind wie flüssiges Feuer tanzen. 'Große, rehbraune Augen sehen mich verführerisch an. 'Eine kleine süße Stupsnase, die von niedlichen Sommersprossen umspielt werden, rauben mir den Atem. 'Sie ist so hübsch. 'Und gleichzeitig habe ich eine schreckliche Angst vor ihr. Manchmal zerfließt in mir die schiere Panik. 'Dann wage ich es nicht ihr zu widerstehen.

Die Scheibenwischer meines Wagens schaffen es kaum die Massen an Wasser von der Frontscheibe zu schieben, die monoton unter der Last dieses Wolkenbruchs quietschen. „Selbst der Himmel fühlt meinen Schmerz‟, wispere ich und verziehe mein Gesicht zu einem gequälten Lächeln, das für einen Moment alles noch unerträglicher erscheinen lässt. Von innerer Zerrissenheit erfüllt mühe ich mich dem Straßenverlauf zu folgen, da die Lichtkegel der blass leuchtenden Scheinwerfer es kaum schaffen die Sicht zu verbessern. So tuckere ich die Landstraße entlang, die einer Fahrt in die Hölle gleicht.

Es geschah an einem Freitag Abend. 'Die Augen des Jungen, der mich in einer Seitenstraße zu Boden geschlagen hatte, waren von nackter Todesangst erfüllt. Hastig starrte dieser immer wieder abwechselnd zu mir und zu einer finsteren Ecke, deren Schatten so undurchdringlich waren das man nur schemenhaft eine Gestalt ausmachen konnte. 'Unter Schock stehend, mit heruntergerissenem Höschen im Dreck liegend, beobachtete ich wie dem Jungen der Kopf unnatürlich zur Seite gerissen wurde. 'Das Geräusch von zerstörten Knochen und reißenden Sehnen drang an meine Ohren und der Junge sackte leblos zu Boden. 'Es war Emma. 'Sie hat es getan. 'Ich liebe sie und dennoch jagt sie mir verheerende Angst in meinen Leib.

Das prasseln des Regens rauscht in meinen Ohren. „Ich will doch nur, dass es ein schnelles Ende findet‟, würge ich hervor während mir wieder Tränen in die Augen treten. Verzweifelnde Erschöpfung vermählt sich mit nie enden wollender Resignation und ich freunde mich mit dem Gedanken an das ich heute Nacht noch sterben werde. „Bei ihren Fähigkeiten weiß sie bestimmt schon, dass...‟,denke ich und meine Gedanken verschlingen sich in eine bodenlose Aussichtslosigkeit. „Sie wird mich verzehren”, formte ich die Worte lautlos auf meinen Lippen, die in mir mein Dasein in eine lachhafte Verdrehtheit zerstören.

Heute ist sie in meine Seele eingedrungen und noch jetzt fühle ich ihren ätzenden Griff, der mich wohl bis zu meinem letzten Atemzug verfolgen wird. Das ausbrennen einer imaginären Hölle lodert in mir und jetzt begreife ich die wahre Bedeutung von Leid. 'Noch Stunden, nachdem es geschehen war, schreit mein Gemüt unaufhörlich nach Vergebung, die mir wohl niemals erteilt wird, da diese Hölle Stück für Stück meine Seele frisst. 'Ihre Liebe wird mich töten, ich spüre es. 'Meine Emma ist ein...

Auf was habe ich mich da eingelassen?

Aus dem nichts erstirbt der Motor, dessen monotones Brummen sich bis dahin mit dem Geräusch des Regens vermischt hatte, wie das Wageninnere das bis zu diesem Moment noch beleuchtet war. Finsternis umhüllt mich und sitze nun in der Dunkelheit, während das Auto langsam ausrollt. Als ich so hinter dem Lenkrad sitze und auf die verregnete Schwärze starre, vergraben sich meine Sinne in eine seltsame Stille und jeder kleinste Verdacht an Angst und Panik zerfrisst sich in sich selbst. Weinende Erleichterung umarmt mich und ich schließe meine Augen. Dann dringt ihre Stimme an meine Ohren und ich verfalle in eine willenlose Hingabe, die mich im Auge des Sturms stehen lässt. Es gibt nichts mehr was mich zerstören kann, nichts mehr was meiner Seele Lieblosigkeit schenken kann.

Schwärze.

Emma.

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