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Es ist kalt. Und dunkel. Diese Schmerzen... diese unerträglichen Schmerzen am ganzen Körper. Ich kann mich nicht bewegen. Was ist nur passiert? Und wo bin ich? Ich höre eine leise Stimme.

"Versagt..." Was? Ich höre genauer hin. " Du...hast...versagt"

Versagt? Wobei habe ich versagt? Ich kann mich nicht erinnern. Ich höre ein Schlurfen.

"Wer ist da?", will ich fragen.

Aber aus meinen Mund kommt nur Blut. Die Schmerzen werden noch schlimmer. Ich merke wie ich das Bewusstsein verliere und ich weiß dass ich sterbe. Doch bevor ich endlich von meinen Schmerzen erlöst werde, höre ich die Stimme ganz nah an meinem Ohr.

"Hättest du nur auf mich gehört..."


3 Tage zuvor

Es war ein warmer Sommertag und ich schlenderte auf dem größten Flohmarkt des Jahres herum. Ich war schon seit Stunden hier, hatte aber bis jetzt noch nichts gefunden. Ich schob mich durch die Menschenmenge, von Stand zu Stand, doch alles was ich sah war Plunder, den sich grade mal meine Großmutter ins Wohnzimmer stellen würde. Als ich endlich am letzten Stand ankam, war ich erstmal erleichtert, nicht mehr so gequetscht zu werden. Ich ließ meinen Blick über den allerletzten Stand schweifen und entdeckte endlich mal was das mich interessiert: Pokemon- Spiele!

Ich hatte zwar schon alle, aber man weiß ja nie was sich noch so findet. Und tatsächlich stach ein Gameboy Advance Spiel heraus! Es hatte keine Verpackung und das Cover war nicht zu entziffern. Jemand hatte es überklebt, um es zu verdecken. Irgendwas an dem Spiel faszinierte mich aber so sehr, dass ich es kaufte ohne zu wissen, wie es hieß. ich fragte den alten Mann, dem der Stand gehört, wie viel er dafür verlangt und er sagte:

"Für so ein hübsches Mädchen nur 10 Euro."

Die bezahlte ich gern, weil ich insgeheim hoffte, dass es ein Sammlerstück und besonders selten war. Ich ging fröhlich nach Hause. Auf dem Küchentisch lag eine Notiz von meiner Mum:

"Bin in einer Woche wieder Zuhause."

Mehr stand da nicht. Ich runzelte die Stirn und versuchte meine Mutter auf dem Handy zu erreichen, doch es ging nur die Mailbox ran. Vielleicht war nur der Akku leer. Ich nahm mir vor, es später noch mal zu versuchen und ging in mein Zimmer um endlich mein neues Spiel zu spielen. Doch bevor ich das tat, wollte ich unbedingt wissen wie es denn nun heißt! Ich kratzte vorsichtig die Aufkleber weg. Nach knapp fünf Minuten, hatte ich sie endlich runter und konnte lesen wie es heißt. Es hieß: "Witched Pokemon."

Was ist das denn für ein komischer Name?", dachte ich mir. " Würde das nicht "verhexte Pokemon" heißen?" Grübelnd gab ich den Namen ins Internet ein, aber ich konnte nichts zu dem Spiel finden. Nur mysteriöse Todesfälle von Jugendlichen.

"Verdammt! Das ist bestimmt nur so eine gehackte ROM und keinen Cent wert!"

Obwohl ich verärgert war, über den Tisch gezogen worden zu sein, steckte ich das Spiel in meinen alten DS Lite, wo man noch Game Boy Advance Spiele spielen konnte. Es startete wie gewohnt mit einem kleinen Video, wo ein Pokemon nach dem anderen über den Spiele- Bildschirm rannte. Doch irgendwas war komisch. Sie waren alle verletzt und sahen nicht so glücklich aus wie sonst. Und es sah aus, als wenn sie vor jemanden davon rennen würden. Ich meinte sie rufen zu hören

"Tu es nicht!", doch ich dachte mir nichts dabei und erstellte einen neuen Spielstand.

Aber da war schon wieder etwas anders als bei den anderen Editionen! Ich konnte nicht wählen ob ich ein Junge oder ein Mädchen sein wollte. Ich war automatisch ein Mädchen und da stand tatsächlich mein richtiger Name, Julia. Ich bekam kurz einen Schreck, aber dann fiel mir ein, dass ich in meinen DS meinen Namen eingegeben habe. Warum ich automatisch ein Mädchen war, wusste ich aber auch nicht. Ich verschwendete nicht länger meine Zeit und fing das Spiel an. Es fing ganz normal an, dass ich in meinen Zimmer war und auch sonst war alles so wie in anderen Editionen.

Ich hatte Bisasam als Starter gewählt und machte mich auf den Weg in die nächste Stadt. Ich musste durch einen dunklen Wald laufen und mir fiel auf, das der Wald keinen Namen hatte. Ohne zu wissen wie der Wald hieß, ging ich immer weiter und trainierte nebenbei mein Bisasam. Ich begegnete keinem einzigen Trainer und der Wald wollte einfach kein Ende nehmen. Ich machte mir langsam Sorgen, weil mein Bisasam schon sehr schwach war und ich keine Tränke dabei hatte. Plötzlich war da ein Dorf mit einem Pokecenter. Erleichtert rannte ich darauf zu und trat ein. Ich ging auf Schwester Joy zu und drückte A um mit ihr zu reden und mein Bisasam heilen zu lassen. Doch anstatt den gewohnten Satz sagte sie:

"Dein armes Bisasam ist schwer verletzt. Du bist ein schlechter Trainer! Pass besser auf oder es wird dir leid tun!" Sie sah dabei richtig böse aus und ich bekam ein bisschen Angst. Sie heilte mein Bisasam und gab es mir wortlos zurück, nicht mit der gewohnten Verabschiedung. Als ich das Pokecenter verließ, rannte eine junge Trainerin auf mich zu. Ohne was zu sagen, stand sie vor mir. Ich wollte mich bewegen, aber meine Figur reagierte nicht. Ich dachte schon, dass sich das Spiel aufgehängt hat, da erschien plötzlich eine Textbox. Dort stand:

"Ich habe dich beobachtet. Du warst gar nicht nett zu deinem Bisasam und den anderen Pokemon. Ich werde bei dir bleiben und aufpassen dass du netter zu ihm und zu anderen Pokemon bist."

Ich dachte, dass es zur Geschichte gehört und ging einfach weiter. Das Mädchen verfolgte mich die ganze Zeit. Was mir bis dahin nicht aufgefallen war traf mich jetzt wie ein Schlag: Nicht nur das ich auf keine Trainer traf und auch keine Pokebälle kaufen konnte. Es gab keine anderen Personen in dieser Stadt außer mir und dem Mädchen. Auch auf den Routen danach und in den anderen Städten gab es nur mich, das Mädchen ohne Namen und die Joy Schwestern! Auch die Häuser waren alle leer. Das heißt nein. Sie waren nicht leer. In jedem Haus waren zerstückelte Leichen von Trainern und ihren Pokemon.

Ich spielte trotzdem weiter und ignorierte meine Angst. Es war schon seltsam. Es war, als ob ich nicht aufhören konnte. Irgendetwas fesselte mich. Ich achtete immer darauf, dass es meinem Bisasam gut ging und füllte nach jedem noch so kleinem Kampf seine KP wieder vollständig auf doch irgendwann ging es nicht mehr weiter. Da war plötzlich eine Sackgasse und in einer Ecke, saß ein kleines Mädchen. Neben ihr lag ein Bisasam. Ich konnte nicht erkennen, ob sie noch lebten oder schon zerstückelt waren und ging zu ihr um sie ansprechen doch es passierte nichts. Ich drückte immer wieder A weil ich dachte, dass das System einen kleinen Fehler hat, da erschien plötzlich eine Text Box:

"SIE IST TOT, VERDAMMT NOCHMAL!"

Ich erschrak so sehr,dass ich beinahe meinen DS fallen ließ. Doch der Text ging noch weiter.

"SIE IST SO TOT WIE ALLE ANDEREN VERSAGER!"

Ich wusste nicht, was sie meinte und bevor ich richtig darüber nachdenken konnte veränderte sich die Umgebung. Ich war wieder in dem namenlosen Wald, aber er sah nicht mehr so aus wie am Anfang. Die Bäume waren mit Blut befleckt und der Boden war überseht mit den ganzen Pokemon die ich bekämpft hatte. Mir war nicht bewusst gewesen, dass ich sie getötet hatte. Vor mir stand das Mädchen ohne Namen und wieder erschien eine Textbox:

"Sieh, was du getan hast. Jedes Pokemon starb durch deine Hand. Dabei wollten sie dich gar nicht angreifen. Hast du nicht ihre gequälten Gesichter gesehen? Hast du nicht gesehen das sie deine Hilfe brauchten? Nein, das hast du nicht. Du wolltest nur dein Bisasam Trainieren. Alle anderen waren dir egal. Warum nachdenken? Warum hinterfragen warum es so ist wie es ist wenn man einfach weiter machen kann? Aber keine Sorge, du bist nicht der erste egoistische Trainer der diesen Fehler gemacht hat. Jede Leiche die ermordet in einem Haus liegt war mal so wie du. Nur das kleine Mädchen am Ende der Sackgasse, hat es tatsächlich geschafft über das was sie da tat nachzudenken. Doch sie war zu langsam und hat ebenfalls versagt. Und Versager haben in dieser Welt nichts zu suchen!"

Den letzten Satz hörte ich ganz deutlich in meinen Kopf. Dann wurde der Bildschirm schwarz und ein unglaublich hohes Pfeifen drang aus dem DS. Ich ließ ihn fallen und hielt mir die Ohren zu aber das Geräusch war in meinem Kopf. Ich kniff die Augen zu bis ich Sterne sah und dann war das Pfeifen plötzlich weg. Ich machte die Augen auf und schrie. Vor mir stand das Mädchen ohne Namen. Sie verzog ihr Gesicht zu einer widerlichen Fratze und sagte ganz leise:

"Ich hatte dich gewarnt."

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