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Einst hörte man überall in der Bretagne die Geschichte des Visage, dem Kunstmörder. Diesen Beinamen gab man ihm nicht aufgrund seiner starken Kritik an Kunstwerken; auch gab man ihm den Namen nicht, wegen seiner Rüpelhaftigkeit während Theateraufführungen. Nein, er trug diesen Namen, weil er wahrhaftig ein Mörder war. Ein Mörder, der seine Taten als Kunst betrachtete.

All seine „Meisterwerke“ vollbrachte er lediglich mit einem Laguiole und gelegentlich mit einigen anderen Hilfsmitteln. Im heutigen Frankreich wird er totgeschwiegen, da die Menschen ihn für einen Dämon halten und befürchten er würde zurückkehren, wenn man über ihn spricht. Dieser Aberglaube stammt daher, dass er stets dort auftauchte, wo sein Name in aller Munde war. Als hätte er in der ganzen Region der Bretagne seine Augen und Ohren.

Die französische Zeitung „Le Télégramme“ berichtete über ihn - kurz darauf mordete er in Morlaix. Als das Amt von Lannion in einer öffentlichen Bekanntmachung vor ihm warnte, starben kurze Zeit später sieben Menschen in dieser Stadt. Ein Prediger aus Quimper lud zum gemeinsamen Gebet, um auf Gottes Schutz zu hoffen – neun Personen, einschließlich dem Prediger, kamen an dem Abend nicht mehr zu Hause an.

Er mordete ohne Gnade und ohne Zögern. Sein Blutdurst schien schier endlos. Nicht nur, dass er viel mordete, er mordete auch auf höchst grausame Art und Weise, so schnitt er seinen Opfern stets die Haut vom Gesicht ab, um diese dann auf dem Gesicht eines anderen Opfers wieder anzunähen. Dies war einer der Gründe, warum man ihn Visage nannte. Der andere Grund war, dass er laut angeblichen Zeugenaussagen und Phantombildern stets eine erschreckende Maske trug. Er formte aus seinen Opfern eine Art Skulptur und verlieh seinen Werken eine fast friedliche Note.

Fast niemand hatte den Mut etwas zu unternehmen. Nicht einmal die französische Polizei, denn jeder hatte einfach zu viel Angst sein nächstes „Projekt“ zu werden. Die Wenigen, die sich nicht durch Angst davon abhielten ließen etwas zu unternehmen, fanden schnell den Tod und somit ihren Weg in sein nächstes „Meisterwerk“.

Man entschied sich die Sache nie wieder zu erwähnen, um den Machenschaften von Visage ein Ende zu bereiten. Das funktionierte anfangs auch. Doch Visage wurde offenbar ungeduldig und war empört über die „Respektlosigkeit“ der Menschen. Er sah es als seinen Fehler an, dass niemand seine „Kunst“ zu schätzen wusste. So teilte er also in einem, an seinem „bisher größten Projekt“ befestigten, Brief mit:



Verzeiht mir, mein Publikum!

Ich habe euch mit meiner Kunst nicht befrieden können. Lang betrachtete ich diese Bühne als unter meinem Talent. Ich hielt mich zurück, und so ward ihr enttäuscht.

Doch nun, habe ich meine Aufgabe erkannt! Es sei mir bestimmt dieses Stadium anzuheben, sodass ihr noch weiter zu mir aufsehen könnt und endlich den Sinn meiner Kunst versteht.

Nun fühle ich mich inspiriert!

Diese Kunst ist den Schmerz wert.

Schönheit ist Schmerz.

Ihr werdet so wunderschön aussehen.


So freut euch auf mein nächstes Meisterwerk, denn es wird jenes bei weitem übertreffen!

gez.

Visage, euer Quell der Schönheit



Die Behörden wussten nicht wie sie handeln sollten. Hätten sie dies bekannt machen, dann wäre womöglich eine Massenpanik ausgebrochen; hätten sie es für sich behalten, wären die Leute nicht gewarnt. Egal was sie hätten getan, Visage bekam was er wollte. Sie entschieden sich es geheim zu halten und hofften nur noch auf ein Wunder.

Niemand wusste wann oder wo er zuschlagen würde…




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