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Auch wenn die schwere Atmung des Mannes seinen Kopf immer um wenige Zentimeter anhob, verlor er nie den direkten Blickkontakt zu mir. Mit seinen raubtierartigen Augen starrte er mich unentwegt durch die glänzende Scheibe  an. Es waren die Augen eines offensichtlich gestörten Menschen, der nur darauf wartete, bis sich seine nächste Beute umdrehte und in einen ungünstigen Moment begab, nur damit er sie kaltblütig von hinten ermorden konnte. Ohne jeglichen Grund, ohne jegliches Motiv, einfach aus purem Spaß, aus purer temporärer Befriedigung eines unersättlichen Triebes. Das Schreien seiner Opfer, das Flehen um Gnade und die Tränen der Angehörigen riefen bei ihm dieses gewisse Etwas aus. Dieses gewisse Etwas, das bei Menschen die Glückshormone wie wild durch die Adern rasen und die Schmetterlinge im Bauch ihre Flügel schlagen lässt.


Ich konnte es ihm aus seinen Gesichtszügen ablesen. Die kantigen abgemagerten Wangen, die in alle Richtungen abstehenden Augenbrauen, seine fettigen ungepflegten Haare, seine zitternden Nasenflügel, aber vor allem dieses perverse Funkeln in seinen Augen offenbarten auf den ersten Blick, den in diesem Manne inne wohnenden Wahnsinn. Je länger ich ihn anschaute, desto öfter drehte er seinen Kopf im Kreis, um seinem Nacken ein fürchterliches Knacken zu entlocken. Er wusste, dass das die sowieso schon fast bis zur Unerträglichkeit ausgereizte Angstschwelle weiter anstiegen ließ und sie fast in einen kurzen Wahnsinnn trieb.


Doch das war alles garnicht nötig, denn ich hatte schon oft von ihm in den Nachrichten gehört. Schon zwanzig Menschen hatte er umgebracht. Das einzige, was von ihnen übrig geblieben war, war ihr Herz, auf einem Silbertablett wie ein Festmahl auf dem Tisch der Opfer angerichtet. Nun befand er sich auch mir gegenüber, seinen gierigen Blick niemals von mir abwendend. Langsam hob er seinen rechten Arm und die Spitze eines Messers schob sich Stück für Stück in mein Blickfeld. Ein hämisches Grinsen breitete sich über seine Wangen aus. Bald wäre es wieder so weit, ein neues sinnloses Opfer würde seine Ruhe finden.


“Wer soll als Nächster dran glauben?”, dachte ich, als ich mich vom Spiegel wegdrehte...

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