FANDOM


Ich war damals 6 Jahre alt. Ein ganz normales kleines Mädchen, welches gerne mit Puppen spielte und sich mit ihren Freunden zum Spielen getroffen hat.

Eines Abends, ein Abend wie eigentlich jeder andere auch, ging ich zu Bett. Damals teilte ich mir noch ein Zimmer mit meinem Bruder. Meine Mutter gab uns einen 'Gute-Nacht-Kuss' und las uns noch eine kleine Geschichte aus unserem Lieblingsmärchenbuch vor. Ich schlief sofort tief ein.

Ich erschreckte mich im Schlaf und wachte auf. Doch was erschreckte mich so? Das weiß ich bis heute nicht. Aber ich zitterte am ganzen Körper, und ich konnte nicht aufhören zu weinen. Meine Mutter stürmte ins Zimmer und schaute nach meinem Bruder und mir. Sie brauchte sehr lange, um mich zu beruhigen.

"Was ist passiert?" fragte meine Mutter. Diese Frage habe ich mich danach sehr oft gefragt. Ich wusste es nicht, ich weiß es immer noch nicht.

Irgendwann schaffte ich es, wieder einzuschlafen.

Ich ging am nächsten Tag in die Schule und hatte den ganzen Tag ein komisches Gefühl. Hätte ich damals nur gewusst, was das alles zu bedeuten hatte.

Die Schule war vorbei, und ich ging nach Hause. Mit meinen Eltern schien etwas nicht zu stimmen, irgendwas war komisch. Sie waren irgendwie anders.

Was war nur passiert?

Nach langer Zeit sprach mein Vater in einem ruhigen Ton zu mir und versuchte, so kinderfreundlich wie möglich, zu erklären, dass meine Urgroßmutter letzte Nacht verstorben ist.

Natürlich war ich am Boden zerstört. Ich war immer sehr gerne bei ihr. Wir spielten dann immer in ihrem Garten oder unternahmen etwas. Mit ihr war es nie langweilig.

Ich habe lange gebraucht, das Ganze zu verarbeiten, doch irgendwie muss das Leben ja weitergehen.

---

Weil meine Mutter später eine neue Arbeitsstelle bekamen, zogen wir in ein anderes Dorf. Ich ging auf eine neue Schule, hatte neue Freunde. Inzwischen war ich 14 und hatte den Vorfall ganz vergessen.

Doch holte mich alles wieder ein. In einer Nacht im Juli erlebte ich ein Déjà-vu.

Ich wachte mitten in der Nacht auf, schweißgebadet, zitterte am ganzen Körper, und aus irgendeinem Grund weinte ich unkontrolliert. Dieses Mal war das Schlafzimmer meiner Eltern jedoch weiter weg. Meine Mutter kam nicht zu mir, und mit 14 wollte ich auch nicht unbedingt 'heulend zu Mutti laufen'. Ich versuchte mich selber zu beruhigen. "Alles ist gut, du hast nur schlecht geträumt." Das sagte ich mir wieder und wieder, solange, bis ich wieder einschlafen konnte.

An nächsten Morgen, es war Samstag, versuchte ich zu begreifen, was letzte Nacht passiert war. Nun war ich mir auch ganz sicher, dass ich garnichts geträumt hatte. Dort war nur Leere. Endlose Leere. Ich erzählte meinen Eltern auch nichts davon, es war mir zu peinlich, mit 14, meinen Eltern zu erzählen, dass ich geweint hatte.

Da ich an dem Tag nichts vorhatte, saß ich mit meiner Mutter vor dem Fernseher. Es kam eine Sendung, welche uns beiden gefiel, und wir hatten viel Spaß. Das erdrückende Gefühl ließ langsam von mir ab. Jedenfalls solange bis das Telefon klingelte.

Meine Mutter ging dran und ich sah, wie sie nach und nach immer blasser wurde und versuchte, ihre Tränen zu unterdrücken. Nachdem sie aufgelegt hatte, konnte sie nicht anders, als mir die Wahrheit zu sagen. Letzte Nacht war meine andere Urgroßmutter verstorben. Zu ihr hatte ich ebenfalls ein enges Verhältnis.

Nein. Dieses Mal konnte es kein Zufall sein. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll als mit dem Wort

'Vorahnung'.

Mein Körper schien genau gewusst zu haben, dass etwas Schlimmes mit einem mir sehr eng verbundenen Menschen passiert ist. Das machte mir Angst und ich hoffte, dass ich unrecht hatte. Dass das alles nur Zufall ist und ich keine Vorahnungen habe.

Und es passierte auch nicht mehr. Also vergaß ich erneut, was passiert war.

---

Ich bin mittlerweile 26 und wohne alleine.

Ich bin gerade aufgewacht. Mein Körper zittert immer noch und ich sehe die Tasten kaum, weil meine Tränen nicht versiegen wollen. Ich kann kaum atmen. Dieses erdrückende Gefühl, als würde mich jemand in einen Klammergriff nehmen, ist wieder da.

Nein. Nein. Nicht schon wieder...

Um meine Panik zu erklären. Mein Vater leidet seit Jahren an einer Lungenkrankheit. Wir haben ihn nie dazu bewegen können, mit dem Rauchen aufzuhören. Seine Krankheit ist nicht heilbar, der Verlauf lässt sich nur verlangsamen. Aber eigentlich ging es ihm die letzten Tage besser.

Und jetzt passiert das, von dem ich hoffte, es würde nicht passieren...

Mein Handy klingelt seit 5 Minuten ununterbrochen...

Meine Mutter versucht mich zu erreichen...

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki