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Zitternd, mit weit aufgerissenen Augen, saßt du auf deinem Bett. Es war stockdunkel, still und kalt. Die Decke war eng um dich geschlungen, deine Beine zitterten heftig, du sahst dich ängstlich um, doch es blieb wie es war.

Dunkel

Deine Augen nahmen kein Licht wahr, nicht das kleinste bisschen. Dennoch waren deine Pupillen extrem geweitet.

Still

Nicht das kleinste Geräusch war zu hören, nicht mal das Rascheln der Decken, dein eigener Atem, dein Herzschlag. All dies war für dich nicht zu hören.

Kalt

Wenn auch nur innerlich. Dein Körper war heiß. Die Tatsache, dass die Heizung an war und eine Decke deine Körperwärme speicherte und dir wieder abgab, besserte dies nicht. 

 Irgendwann nahmen deine Augen doch schwaches Licht auf. 

Dein Spiegel reflektierte irgendwie Licht, schimmerte leicht in der Dunkelheit. Deine Arme klammerten sich um das Stoffpüppchen, welches du schon seit Jahren besaßt. 

Eisige Angst kroch durch deinen ganzen Körper, du schlucktest schwer und strichst über das feine Haar der Puppe. Sie lächelte immerzu, hatte anders als die meisten Puppen wunderschöne, warme, braune Augen, welche einige wenige goldene Sprenkel aufwiesen. Ihre Augen schienen lebendig... Nicht tot... Nicht seelenlos... Ihr Lächeln erinnerte dich an das deiner Mutter, in den Zeiten, als du ihr als kleines Kind Blumen geschenkt hattest, ihr etwas gebastelt hattest oder generell wenn du sie glücklich gemacht hattest. 

Damals warst du noch so klein...

Die Angst vor Spiegeln war nicht da, auch nicht die vor Puppen. Einzig und allein diese Puppe machte dir keine Angst... Sie beschützte dich... Wenn es ihr gut ging, ging es dir gut. Plötzlich kam dir eine Idee. Du standest schwankend auf, torkeltest stolpernd und blind zu dem Spiegel und setztest deine Puppe davor. Alles in dir sträubte sich dagegen, dein Herzschlag beschleunigte sich weiter, es fühlte sich an, als würde es bald zerspringen. Als du deine Puppe mit dem Gesicht zum Spiegel gesetzt hattest, ranntest du zurück zu deinem Bett, krochst tief in deine Decken.

Wenn es der Puppe morgen früh gut ging, würde es auch dir gut gehen... Vermutlich hättest du dann sogar keine Angst mehr vor Spiegeln... Du begannst zu lächeln und schließlich schliefst du ein. 


Schreie. Nein... Nur eine Person schrie. "WARUM!?" Deine Pupillen weiteten sich. Du wusstest nicht wer schrie, doch es kam dir bekannt vor. Wieder erschallte die laute, kindliche Stimme. "WARUM? WARUM? WARUM!?" Du presstest deine Hände gegen deine Ohren, sankst auf die Knie. "Ich weiß es nicht!", schluchztest du. Du krümmtest dich. "WARUM!? Ich dachte du liebst mich!" 

"Es tut mir leid! Es tut mir so leid!", deine Stimme zitterte, noch immer wusstest du nicht, wer so schrie. Du wolltest es garnicht wissen. Es war einfach nur schrecklich. Es fühlte sich an, als würde dich dein bester Freund anschreien... Als hättest du deinen besten Freund verraten... "WARUM!?"


Deine Augen öffneten sich panisch, Angstschweiß bedeckte deinen Körper. Helligkeit. Es war morgen. Du hattest es überlebt... Ein erleichtertes Seufzen brach aus dir heraus. Langsam standest du auf, du strichst dir einige Strähnen von der Stirn. Du wolltest nachschauen, wie es deinem Püppchen ging. Und du wolltest wissen, wer geschrien hatte... Mit den Gedanken an die Schreie gingst du vorsichtig zum Spiegel und nahmst deine Puppe. Als du in ihr sonst immerzu liebliches Gesicht sahst, entfloh ein spitzer Schrei deiner Kehle, du ließt die Puppe fallen. 

Ihre Mundwinkel zeigten nach unten. 

"Warum? Ich dachte du liebst mich!"

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