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Auszüge aus dem Tagebuch eines zum Tode verurteilten Mörders:

02. Januar: Ich sitze nun seit 4 Jahren in diesem Raum. Gefesselt und entnommen jeder Art der Bewegung oder Regung. Mir ist lediglich ein Tagebuch und ein Bleistift vergönnt. Wissend warte ich auf die Ausführung meiner Strafe. Ich vermag es nicht einmal die Vögel singen zu hören, oder das Rascheln der vom Winde verwehten Blätter zu hören. Jahreszeiten sind mir mittlerweile fremd und alle Feste haben ihren Sinn verloren. Und das alles nur, weil ich ein Leben ausgelöscht habe. Ihr tut es doch jeden Tag, oder etwa nicht? Jedes gottverdammte Mal, wenn ihr eine Spinne zerquetscht oder einen Grashalm zertretet, tötet ihr. Doch sticht man einen Menschen nieder und lässt diesen ausbluten, so gilt man als Unmensch oder als Monster in den Augen der anderen Menschen. Vor nunmehr 5 Jahren wurde meiner Wenigkeit der Prozess gemacht, doch verlor ich während diesem kein Wort. Es war sinnlos mich zu rechtfertigen, oder einen Grund der Tötung anzugeben. Dieser Mann war mir lediglich im Weg und ich fragte nicht, als ich eben diesen erstach, was dies zu bedeuten hatte, oder welche Folgen es für mich haben würde. Wie sehr ich es doch vermisse, aus dem Fenster zu sehen, so wie ich es früher tat.

04. Januar: Endlich! Ich werde morgen in eine komfortablere Zelle gebracht. Endlich werde ich ein Fenster in meiner Zelle besitzen. Ich werde endlich wieder die Wunder der Jahreszeiten erleben und einen freien Blick besitzen.

05. Januar: Der Ausblick ist einfach wunderbar, ich könnte den ganzen Tag lang aus dem Fenster sehen und einen unbefleckten Waldrand hinter dem Hofe des Gefängnisses betrachten. Es ist einfach wunderbar, eine Zelle im Erdgeschoss zu besitzen, alles ist nahezu perfekt zu erkennen.

11. Januar: Ich besitze nun die Erlaubnis auf den Hof zu treten. Doch lehne ich dies vehement ab. Der Hof für Häftlinge meiner Sicherheitsstufe ist karg und trostlos, ich besitze somit nicht das Verlangen danach, mich auf den Hof zu begeben. So kann ich den ganzen Tag lang aus dem Fenster sehen.

25. Januar: Der Ausblick ist nun immer noch so schön wie früher. Doch gibt es da ein Problem, seit einigen Tagen steht ein Wärter vor meinem Fenster und verdeckt meiner Wenigkeit nahezu den ganzen Tag lang meine Sicht nach draußen. Ich bedenke wohl morgen einmal auf den Hof zu treten und eben diesem Wärter einen Besuch abzustatten.

Denn er ist mir im Weg...

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