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Schmerz.

Die Tropfen, welche sanft an meiner Haut herabrollten, waren so heiß, dass ich beim ersten Kontakt zusammen gezuckt war. Doch nach nur kurzer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt, und mittlerweile kostete ich jede kleinste Berührung dankbar aus.


Schmerz, Wasser.

Genau das hatte ich gebraucht. Eine heiße Dusche um unnötig depressive Gedanken loszuwerden. Um mich nach langer Zeit endlich wieder lebendig zu fühlen, oder sogar endlich einmal wieder lebendig zu sein. Ich konnte mich nicht mehr an den letzten Zeitpunkt erinnern, an dem ich mich so frei gefühlt hatte.

Als ein großer Tropfen auf meiner Schulter aufprallte, zuckte ich kurz zusammen, und biss mir auf die Lippen, damit mir kein Wimmern entfahren konnte. Ich verabscheute diese Pein nicht im Geringsten. Sie zeigte mir, dass ich noch so etwas wie Gefühle hatte, und nicht nur physisch auf dieser Erde wandelte. Das ich mehr war, als nur eine leere Hülle mit glasigen Augen.


Schmerz, Schmerz, Wasser…

Alle hatten es herausgefordert, dass es so enden würde. Sie hatten mich dazu getrieben, langsam, unauffällig. Ich war auf ihre perfiden Spiele eingegangen, und hatte so meine eigenen Karten offenbart. Es war wie Gift, das sich langsam in meinem Inneren ausbreitete, und mich genüsslich leiden ließ.


Schmerz, Schmerz, Schmerz, Wasser!

Die Tropfen auf meiner bleichen Haut begannen Striemen zu hinterlassen. Rote Striemen, die sich den vielzähligen Wunden anschlossen, die mir andere, oder sogar ich selbst zugefügt hatten. Bald würde ich diese Zeichen nie wieder sehen müssen, und bald würde mein ewiger Albtraum sein Ende finden.


Schmerz, Schmerz, Schmerz, Schmerz, Wasser?!

Meine Hand fand den Regler intuitiv – mittlerweile hatte ich Übung – und es war beinahe zu einfach, die Leitung vollkommen aufzudrehen. Voller Glück wandte ich mein Gesicht nach oben, als die brühende Flüssigkeit wie eine Wand auf mich herabprasselte. Doch während ich vor Qualen aufschrie, lächelte ich zufrieden. Endlich.


Schmerz, Schmerz, Schmerz, Schmerz, Schmerz, Wasser?

Mein letzter Atemzug wurde begleitet von der Freiheit, nach der ich mich gesehnt hatte, und die Dunkelheit - meine einzige Freundin - zog mich willentlich in ihre Arme.


Schmerz, Schmerz, Schmerz, Schmerz, Schmerz, Schmerz,



-Flusssäure-



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