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Sand Bearbeiten

Meine Welt ist Benzin und Sand. Eingepfercht auf ein paar Quadratmeter, hinter meinem Steuer. Seit Wochen nur noch Sand und der Geruch von Benzin. Ich fahre und fahre immer weiter. Ich habe kein Ziel, nur den Willen zu überleben. Ich höre seit Wochen tagsüber nur das Brüllen des Motors, das Knirschen des Getriebes und das Surren der Räder. Nachts, wenn ich mich mit meinen Waffen in den Händen dort zusammen rolle, wo einmal die Rückbank war, dann höre ich was anderes. Stimmen. Sie sind nicht tot zu kriegen. Keine meiner Waffen hilft. Nicht Bruder Walther und auch nicht Bruder Koch. Sie haben seit Wochen nicht mehr gesungen. Es gab keinen Grund. Manchmal überlege ich mir Ruhe mit ihnen zu verschaffen. Ruhe vor den Stimmen. Doch dann warten sie auf mich. Unten. Also fahre ich weiter. Meine Heimat ist vollgestopft mit Überlebensutensilien. Größtenteils Wasser und Benzin. Die Nahrung nimmt wenig Platz weg, sie ist größtenteils bereits zusammengequetscht in Dosen. Relikte aus der alten Welt. Ich habe das Gefühl, dass meine Zunge abgestorben ist. Ich habe seit Wochen nicht mehr gesprochen, mit wem denn auch? Hier ist niemand. Ich bin alleine. Ich fahre, mein Leben besteht nur noch aus dem Fahren. Aus der Flucht. Vor allem was hinter mir liegt. Denke ich zu viel nach, gebe ich mehr Gas. Doch manche Probleme reisen mit mir im Auto. In meiner Festung. Niemand kommt hier rein. Den letzten der es versucht hat, habe ich erschossen. Glatter Kopfschuss aus dem Fenster. Das ist anscheinend schon Jahrzehnte her. Ich trage das am Leib was praktisch ist. Haltbare Sachen, die warm halten und robust sind. Ich weiß nicht mehr woher ich sie habe, ich erinnere mich kaum an irgendwas. Nur was passiert ist, das lässt mich nicht mehr los. Es wird immer da bleiben, mich anstarren aus dem Spiegel, aus dem Augenwinkel. Also fahre ich weiter, konzentriere mich auf die Straße, die nicht existiert, denn Straßen sind Relikte aus alter Zeit. Ich fahre bis ich nicht mehr kann. Bis jegliches Benzin auf der Welt alle ist, bis der letzte Tropfen Wasser getrunken ist. Vielleicht bin ich dann entkommen.


Ich höre sie bei Nacht. Weit weit entfernt höre ich die Motoren. Die Geräusche hallen durch die Hölle aus Sand. Und ehe ich mich versehe fahre ich wieder. Ich habe das Gas komplett durchgedrückt. Das Brüllen meines Motors erfüllt die Welt, füllt meinen Schädel, lässt mich taub werden. Ich fahre weiter, immer weiter, bis ich schließlich einschlafe.

== Die Sonne weckt mich. Mein unerlässlicher Feind. Ich brauche Wasser, mein Mund ist trockener als der Boden draußen. Dass ich anscheinend weiterfahre, bemerke ich erst jetzt. Mein Gesicht ist vom Lenkrad gekennzeichnet. Ich halte an und lausche. Stille. Nichts als tosende Stille. Und doch ist dort was. Etwas ist da draußen. Ich drücke das Gas durch und fahre weiter. Wie immer habe ich kein Ziel. Nur weg von diesem Ort. == Ich fahre durch eine Schlucht. Irgendwann mündete die Hölle einfach in einer unumfahrbaren Schlucht. Ich kann hier nicht fahren wie sonst, ich muss vorsichtig sein. Die Nacht bricht bald ein, ich habe anscheinend den ganzen Tag hinterm Steuer geschlafen. Ich schalte den Motor aus und mache mich schlaffertig , wie jede Nacht, mit meinen Waffen in der Hand und halb auf dem Fahrersitz. Doch diese Nacht ist es anders. Ich höre Dinge draußen. Ich höre wie sie auf den Klippen rumkraxeln, mich beobachten. Doch jedes Mal wenn ich nach draußen schaue ist dort nichts. Doch sie sind da. Irgendwann falle ich in einen bleiernen Schlaf. Ich wache in den frühen Morgenstunden auf. Aus Gewohnheit setze ich mich in den Fahrersitz und starte den Motor. Als ich nach draußen gucke, fühle ich das erste Mal seit Wochen etwas. Schock. Auf der Windschutzscheibe steht: „Wir sind hier“

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