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„Hässliches Walross!“


„Geh sterben, bitte! Tu der Welt einen gefallen und sterb!“


„Und du traust dich mit der Figur dich in einem Rock zu zeigen?“


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Das alles sind alltägliche Dinge, welche mir meine ach so netten Mitschüler vor die Füße werfen. Anfangs nahm ich es alles persönlich, doch ist es mit der Zeit so zur Gewohnheit geworden, dass ich solche Kommentare einfach überhöre.


Es war ein heißer Sommertag - um die 35°C und leicht bewölkt. Das perfekte Wetter zum Baden im Freibad. Für die schönen und schlanken natürlich. Ich zähle nicht dazu. 


Schnell ging ich durch die Gänge meiner Schule, um an meinen Spind zu kommen. Wie gewöhnlich hielt ich meinen Blick auf dem grauen Boden und versuchte mich, mit kurzen Blicken nach oben, zu orientieren. Gerade, als ich um die Ecke gehen wollte, rannte ich in einen großen, recht gutaussehenden Footballspieler. Jake McCole.


„E-entschuldige! Ich gehe sofort wieder! T-tut mir nochmal sehr leid!“ Überraschenderweise beleidigte er mich nicht, sondern half mir meine, auf den Boden gefallenen Bücher, aufzuheben. 


Ich sah ihn verwundert an, doch er schenkte mir nur ein leichtes lächeln. Er überreichte mir meine Bücher und ging mit den Worten „Man siehst sich“.


Mein kleines Herz raste. Ob er mich mochte? Nein, unmöglich. Er war schließlich der Grund für mein Mobbing. Sicher erzählt er jetzt seinen Freunden, dass die Fette ihn überrannt hat.


Wieder senkte sich mein Blick und ich eilte zu meinem Spind.


Als ich dann Zuhause war sah ich in den Spiegel und betrachtete mich ganz genau. Ich musste etwas ändern. Die anderen hatten recht. Ich war fett und hässlich noch dazu. 


Ich dachte an Jake und daran, dass ich mich wohl in ihn verknallt hatte.


Ich beschloss, jeden Tag Sport zu treiben und weniger zu essen. Also tat ich dies.


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Die Gemeinheiten hörten immer noch nicht auf. Manchmal ging ich zu den Spielen des Schulfootballteams, feuerte Jake an, doch dieser betrachtete mich nicht mehr mit seinem schönen, netten lächeln. Es war Ekel.


Zuhause setzte ich mich auf mein Bett und weinte. Ich wusste, dass er meine Gefühle nicht erwidern könnte, aber was sollte ich denn sonst tun? Ich nahm meinen Laptop, stellte diesen vor mich auf mein Bett und googelte. 


Meine Finger tippten schnell die Worte „Schneller Weg zum abnehmen“ in das Suchfeld und tippte auf suchen. Es wurden mir zahlreiche Diäten vorgeschlagen, bei denen man jedoch wusste, dass man diese Ewigkeiten durchziehen musste, um Erfolge zu erziehlen.


Ich wollte aber jetzt abnehmen! Ich wollte seine Liebe jetzt! Mir war egal, was ich dafür tun müsste!


Ein weiterer Vorschlag, war das Fett absaugen zu lassen, doch das war mir zu teuer und letztendlich hing dann eh die Haut von einem.


Mit einem seufzen scrollte ich zur dritten Seite.


Ich sah, dass es etwas viel vielversprechenderes gab, als Ewige Diäten und Sport. Bandwürmer.


Ich bestellte mir über, die mir vorgeschlagene Seite eine Packung mit Kapseln, in denen die Larven waren. Täglich nahm ich eine dieser Kapseln zu mir, doch hatte ich die Nebenwirkung nicht bedacht.


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Man bemerkte schon bald, dass ich an Gewicht verlor. Von meinen 118kg war ich nun runter. Jedoch betrachtete man mich immer noch mit diesen Blicken, zwar wurden sie weniger, aber sie waren da.


Als ich nach einem Spiel meines Schwarms, ihm beichtete, dass ich in ihn verliebt war, musterte er mich angewidert und runzelte die Stirn. „Ich hoffe nicht, dass du dir hier war erhofft hast, Piggy. Geh wieder in deinen Schweinestall“ Er ging mit einem lauten Lachen.


Das brach mir mein Herz, jedoch gab ich nicht auf. Vielleicht könnte er mich lieben, wenn ich schlanker und hübscher bin? Hört er vielleicht dann auf, Lügen über mich zu verbreiten?


Nach ein paar Tagen fing ich an, mich zu schminken, mich alle zwei Tage zu rasieren und mir die Haare zu machen. Ich kaufte mir Kleidung, die ich mir oft nur ansehen konnte. Doch ich hatte abgenommen und passte in alles, was ich anzog. Ich trieb täglich 3 Stunden Sport und lernte dabei für Klausuren und Tests.


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Mit neuem Look und neu erarbeitetem Selbstbewusstsein ging ich am dann in die Schule und erhoffte zustimmende Blicke, Komplimente. Die bekam ich auch. 


Ich seh' nicht mehr auf den grauen Boden und lasse mich herumschubsen, wie Dreck, dachte ich mir.

Entschlossen wollte ich ihm mein neues Ich zeigen. Ich bog am nächsten Gang ab und lief zu seinem Spind, in welchem ich ihm einen Zettel, mit dem Text „Treff mich hinter dem Sportplatz <3“, warf. 


Nach der Schule wartete ich auf ihn. Ein paar Minuten später, als ich dachte, kam er und sah mich an. Ich schenkte ihm das schönste meiner Lächeln und zog ihn zu mir. „Weißt du noch, wer ich bin?“, fragte ich und biss mir auf die Unterlippe. 


Er schüttelte leicht den Kopf. „Kenne wir uns von 'ner Party? Ich weiß echt nich', ob ich dich kenn'“, sagte er, kam meinem Gesicht dennoch etwas näher, mir direkt in die Augen sehend.


Jetzt habe ich ihn, wo ich ihn wollte, dachte ich mir, als ich mein Messer aus meiner Tasche nahm und es dem Dreckssack, dem ich all die Qual und all die fiesen Kommentare zu verdankten hatte, quer durch den Brustkorb stach. 


Er weitete geschockt seine Augen, sah auf das Messer in seiner Brust und spuckte schon bald Blut. Sein schmerzverzerrtes Gesicht war zu süß. 


„Süßer, Ich bin dein liebstes Opfer gewesen. Love ya~“

Ich drehte das Messer kurz bevor ich es aus ihm zog und ihn stark blutend zu Boden fallen lief. 


Selbstbewusst lächelnd ging ich durch das Schulhaus und spielte mit meinem Messer, was wohl den Lehrkräften nicht gefiel, da diese schon bald die Polizei riefen. Doch ich lief weiter lächelnd durch die Schule.


Tage später wurde ich in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, in welcher ich bis zur gerichtlichen Verhandlung bleiben sollte. Ich musste während all dem nur an Mama's Worte denken.

Wer schön sein will, muss leiden!

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