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Seit einiger Zeit lag ich in der Dunkelheit. Ich hatte gehofft meine Augen würden sich daran gewöhnen. Ich weiß, dass man irgendwann Umrisse erkennen müsste, es gab immer eine Lichtquelle. Aber ich wartete vergeblich. Es blieb finster.

Ich versuchte mich zu erinnern wo ich war. Ich tastete mit den Händen um mich herum. Es fühlte sich an wie kalter Stein. Die Luft war stickig, fast schon modrig aber das machte nichts. Ich dachte weiter nach. Ich konnte mich nicht erinnern. Ich sah Bildsequenzen vor mir. Eine junge Frau, in einem Bett. Schön sah das Zimmer aus, die Bettdecke war bestickt mit feinen Mustern. Die Frau lag in dem großen Bett. Sie war blass und schmal. Sie trug ein Nachthemd aus feinem Stoff. Hellgrün war es und sie muss einmal sehr schön darin ausgesehen haben, nun war sie sehr krank. Die Krankheit hatte ihre Schönheit vernichtet. Um sie herum standen Ärzte, sie tuschelten. Sprachen von einer seltenen Krankheit und einem Tierbiss. Die Erinnerung löste eine tiefe Traurigkeit in mir aus. Mehr konnte ich nicht sehen. 

Ich versuchte mich zu erinnern.

Wie war ich hierher gekommen? --- Nichts. 

Wie war mein Name? ---- Nichts.

Ich hatte eine Leere im Kopf. Da war einfach nichts. Um mich herum die absolute Finsternis und Stille. Da war niemand. Wer hatte mich hierher gebracht? Und warum?

Vorsichtig tastete ich über mich. Wieder spürte ich den kalten Stein. Ich drückte dagegen und war überrascht, dass sich die Platte die sich über mir befand bewegen lies. Es fiel mir nicht schwer mich zu befreien. Also war ich nicht eingesperrt. Was aber machte ich dann hier? 

Verwirrt sah ich mich um. Ich erkannte nun Umrisse. Ich war in einer Art Gewölbe. Um mich herum waren Steinkisten. Jemand hatte Kerzen aufgestellt und diese entzündet. Das Licht spendete jedoch keinen Trost. Es erschreckte mich viel mehr. Ich war verunsichert und fühlte mich einsam. Ich musste herausfinden was geschehen war. 

Vorsichtig stand ich auf. Meine Beine fühlten sich zittrig an und die ersten Schritte waren steif und unbeholfen aber es fiel mir immer leichter zu gehen. Am anderen Ende des Gewölbes war ein Ausgang. Vorsichtig schritt ich darauf zu und drückte das Gatter auf. Das Tor schwang quietschend auf und ich trat ins Freie. 

Die Luft war kühl aber ich fror nicht. Ich versuchte etwas auszumachen was ich kannte. Irgendetwas vertrautes. Doch da war nichts. Ich stand in einer Park ähnlichen Anlage, doch zu meiner rechten erkannte ich ein Gebäude. Ein gewaltiges Gutshaus. Schön sah es aus und irgendwie vertraut. Ich wusste nicht wieso aber ich musste dorthin. 

Beinahe automatisch setzte ich mich in Bewegung. Ich kann nicht sagen wieso aber irgendetwas ließ mich den Weg direkt zum Haus meiden und zwischen den Bäumen und Sträuchern hindurchgehen. Am Rande nahm ich wahr, dass dies ziemlich mühsam war. Ich war in ein helles Gewand gekleidet, ähnlich wie das Nachthemd welches die Frau trug an die ich mich erinnerte. Der Stoff riss an einigen Stellen als ich mich an Ästen und Büschen verhedderte. Aber es störte mich nicht. Ich fand auch nichts dabei Barfuß zu sein, es schmerzte nicht beim Laufen, es war einfach so. Ich musste zu dem Haus, egal wie.

Alles spielte sich beinahe mechanisch ab. irgendetwas sagte mir ich solle um das Haus herum gehen. Das Haupttor zu wählen wäre riskant und zu gefährlich aber die Tür zur Küche war wie immer offen und es würde niemand da sein. Ich wusste nicht woher ich auf einmal das Wissen nahm, dass dort die Küche war aber ich erreichte eben diese Tür an der Rückseite und es war so. 

Ich trat in die dunkle Küche, ist wusste genau wo ich hin musste. Leise durchquerte ich den Raum. Ein Gefühl der Vertrautheit durchströmte mich. Am anderen Ende befand sich eine Tür. Auch diese war unverschlossen und ich gelangte in einen hell erleuchteten Flur. Mein Blick fiel auf mächtige Wandbehänge. Edle Läufer zierten den Boden und an der Wand hing ein gigantisches Gemälde der Frau aus meiner Erinnerung. Sie war wunderschön gewesen. Einen Moment erfüllte mich wieder Traurigkeit, ich wurde jedoch abgelenkt von einem Geräusch aus dem Raum zu meiner linken. Langsam trat ich an die offene Tür. Ich sah einen Mann. Er saß an einem Schreibtisch und weinte. Vor sich hielt er ein Bild auf dem wieder die Frau war. Ich entschloss mich weiter zu gehen, es erschien mir falsch ihn zu stören. Ich würde später noch Mal zu ihm kommen.

Ich durchquerte den Flur und kam zu einer Treppe. Mit dem ersten Schritt auf der Stufe verspürte ich plötzlich eine gewisse Anspannung fast schon eine Vorfreude. Ich biss mir leicht auf die Unterlippe. Dort oben war etwas was ich unbedingt wollte. Ich musste es haben. In mir wuchs ein Gefühl der Sehnsucht und Lust. Ich konnte es nicht erklären, ich wusste nur dort war etwas wa sich wollte.

Leise erreichte ich schließlich das Obergeschoss. Die ersten beiden Türen interessierten mich nicht. Ich wusste wo ich hin musste. Etwas hatte die Kontrolle übernommen. Meine Vorfreude wuchs. Schließlich erreichte ich eine Tür. Dort musste ich rein. Ich spürte es einfach. Vorsichtig betätigte ich die Türklinke und öffnete die Tür einen Spalt. Ich zögerte noch einzutreten und nahm erst das Bild auf welches sich mir darbot. 

Der Raum war ein Kinderzimmer. Auf dem Boden kniete ein kleines Mädchen vor ihrem Bett. Sie weinte und betete. Ich vernahm ihre glockenhelle Stimme auch wenn diese Tränenerstickt war. "Lieber Gott, pass bitte gut auf meine Mama auf. Und gib ihr einen Gute Nacht Kuss von mir. Sag ihr, dass ich sie ganz doll lieb habe und sie mir furchtbar fehlt." Wieder schluchzte das Kind und ich konnte nicht anders und trat ein. Leise schloss ich die Tür als das Mädchen aufsah. Sie sah mich an und ich dachte einen Moment lang sie würde schreien aber das Entsetzen in ihrem Gesicht wich gleich einem Strahlen. Die Kleine stürzte auf mich zu und umschloss mich mit ihren Ärmchen. "Mama, der liebe Gott hat dich zurück geschickt". 

Zögernd umarmte ich das Mädchen, mein Blick fiel auf den Spiegel in ihrem Zimmer und ich erkannte die Frau die dort mit dem Kind stand. Es war die aus meinen Erinnerungen. Ich war diese Frau. Die Erkenntnis verwirrte mich auf ein neues aber gleichzeitig war ich abgelenkt. Ich spürte die Wärme des Mädchens auf meiner kalten Haut. Ich konnte ihr Blut spüren und es riechen. Da war die Lust und das Verlangen wieder. Ich hörte das Herz schlagen. Es schlug laut und einladend. Ich sah mich immer noch im Spiegel an als ich meinen Mund öffnete und anstatt meiner Zähne so etwas wie spitze Hauer sah. Ich konnte nicht anders. Das Blut des Mädchens lockte mich und gebannt sah ich mir im Spiegel dabei zu wie ich die Zähne in ihren Hals trieb. Sie schrie auf. Einen kurzen Moment hallte ihr Schrei durch das Haus, dann brach ihre Stimme und ich spürte wie mit jedem Schluck die Wärme aus ihrem Körper wich. Die Befriedigung war nur kurz dann  hörte ich  die Schritte auf der Treppe. Der Mann hatte die Kleine gehört. Er rief nach ihr.  Aber es kam keine Antwort. Ich hörte wie er näher kam und wieder spürte ich den Hunger... ich hörte sein Herz und ich wollte es besitzen.

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