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Whum Whum Whum ...

Was war das? Ich werde von diesen Geräusch aus meinen Träumen gerissen.

Mir ist kalt und ich versuche meine Decke zu greifen, doch die Hand prallt gegen den nasskalten Betonboden. Erst jetzt realisiere ich, dass ich nicht mehr im meinem Bett liege und ich richte mich langsam auf. Meine Augen gewöhnen sich langsam an das grelle Licht, ich sehe den grauen Beton auf dem meine Umrisse noch leicht vom Schweiß erkennbar sind. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen, als mir meine Situation klar wird. Ich liege nicht mehr in meinem Bett und noch schlimmer ist, dass ich nicht mehr zuhause bin. Wo zur Hölle bin ich? Ich sehe mich um. Links neben mir ist eine makellose rot-weiße Ziegelmauer und über dieser Wand hängen einige grelle, aber alte Glühbirnen. Hinter dem Lichtkegel ist nichts zu erkennen, nur Dunkelheit. Langsam bildet sich Schweiß auf meiner Stirn und ich beginne schneller zu atmen. Etwas zerrt an meinem Geist als ich, inzwischen leicht panisch, die Ziegelmauer entlang gehe. Meine Sicht ist leicht verschwommen und ich kann mich nur schwerfällig bewegen.

Ich stelle fest, dass die Ziegelwand ca. 4-6 Meter lang und ca. 2-3 Meter hoch ist. So vorsichtig wie möglich spähe ich um die Mauer herum, aber alle meine Erwartungen werden zerstört, als sich mir das gleiche Bild zeigt wie auf der anderen Seite. Nichts. Schnell gehe ich an der Mauer entlang und mir fällt auf, dass sie keinen Schatten wirft. Als ich am Ende angekommen bin, sehe ich meinen leichten Schweißabdruck wieder. Ich bin verwirrt und ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen.

Langsam versuche ich mich zu beruhigen und einen Blick in die Finsternis zu werfen. Ich habe erwartet, dass meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen, nachdem ich nicht mehr ins Licht gesehen habe. Aber diese dunkle Wand hat sich kaum verändert. Das einzige, was ich glaube zu sehen, ist der Aufbau des Gebäudes. Ich sehe schwach eine Wand aus Metall. Vermutlich geht diese Metallwand bis zur Decke, die ich aber nicht sehen kann. Ich bin wohl in einer Halle oder etwas schlimmeren. Mein Atem ist wieder normal, aber meine Gedanken wollen sich einfach nicht beruhigen. Zwischen den Wänden und dem Lichtkegel erstreckt sich immer noch diese undurchdringliche Finsternis. Aber warum erkenne ich nichts? Müsste es nicht einen Ausgang geben? Aber ... aber dann müsste ich in den Schatten ... ich setze zögerlich ein Schritt in Richtung der Dunkelheit...

Whum Whum Whum...

Schlagartig erhöht sich wieder mein Puls und mein Herz setzt kurz aus. Da war es wieder... ein Gefühl wie ein Schlag in den Magen macht sich in mir breit und mein Schweiß beginnt wieder zu strömen.

Whum Whum Whum...

Etwas nähert sich langsam aus der Dunkelheit... auch wenn ich nichts sehe, bekomme ich eine dunkle Vorahnung.

Whum Whum Whum...

Aus der tiefen Schwärze schält sich eine riesige Gestalt und der Anblick lässt mein Herz auf dem kalten Betonboden aufschlagen. Sein massiver Körper ist vom einer schwarzen Lederrüstung eingehüllt. Seine Haut, die man nur an der Schulter und ab dem Schlüsselbein aufwärts sehen kann, wirkt als ob es bereits vor Wochen verstorben ist. Unter der Haut sind eine oder zwei große lila Ranken, die an einigen Stellen heraustreten, nur um sich danach wieder in die Haut zu graben. Über seinem linken Auge verläuft eine dicke zugetackerte Naht, sein rechtes Auge ist milchig weiß und hat jeglichen Glanz verloren. Seine leicht spitzen Zähne sind sofort zu sehen, da die Lippen komplett fehlen und das dunkelrote Fleisch, das sich dahinter befindet, sichtbar ist. Seine Größe zwingt mich zu ihm auf zu sehen.

Whum Whum Whum...

Ertönen seine Schritte. Es kommt mir näher, zu nah, ich bin vor Angst wie gelähmt. Ich rieche bereits den verwesenden Geruch der Haut, als er nur noch wenige Meter von mir entfernt ist. Aber mein Körper fühlt sich immer noch nicht ganz wie mein eigener an. Die Angst hat alles übernommen, selbst mein Denken.

Whum Whum Whum...

Es ist fast bei mir. Die Kreatur hebt langsam den Arm, um mich aus meinen Leben zu entreißen. Seine Hand ist nur noch Zentimeter entfernt, als ich die Kontrolle über meinen Körper wieder bekomme. Schnell ducke ich mich unter der Hand hinweg und falle nach hinten ans Ende der Ziegelmauer. Obwohl es keine Mimik hat, spüre ich, dass sein Blick sich verfinstert. Noch während ich aufstehe, ohne das Ding aus den Augen zu verlieren, brüllt er mit dem Blick in den Himmel gerichtet laut auf, bevor er sich in Bewegung setzt.

Whum Whum Whum...

Ich renne auf die andere Seite der Ziegelmauer und versuche einen Fluchtweg zu finden. Aber außerhalb des Lichtkegels gibt es nur die Dunkelheit.

Whum Whum Whum...

Es beginnt mich zu verfolgen und ich erhöhe mein Tempo. Ich blicke über meine Schulter und sehe wie es mit atemberaubenden Geschwindigkeit auf mich zu rennt. Ich komme am anderen Ende der Mauer an und versuche nicht an Schnelligkeit zu verlieren als ich um die Ecke renne. Wieder der Blick über die Schulter während ich weiter renne. Das Vieh geht um die Ecke und braucht relativ gesehen lange um herum zu gehen. "Was für ein Glück" dachte ich mir. Bis es wieder enorm an Geschwindigkeit zu legt.

Whum Whum Whum...

Was mache ich jetzt? Ich komme wieder am Ende der Mauer an. Immer noch einen Ausgang in der Dunkelheit suchend. Ich sprinte um die Ecke und spüre kurz den fauligen Atem in meinem Nacken. Mein Herzschlag erhöht sich. Ich erhöhe mein Tempo und laufe so schnell wie ich kann um mein Leben. Diese Finsternis wirkt inzwischen wie eine unsichtbare Barriere auf mich. Ich bin bereits außer Atem und der Schweiß läuft mir in die Augen. Die verschwommene Sicht hindert mich nicht daran, so schnell ich kann zum Ende der Mauer zu laufen.

Gleich bin ich da und ich bereite mich darauf vor, das Mauerende so schnell wie möglich zu überwinden. Etwas stimmt nicht. Irgendwas scheint zu fehlen. Aber ich kann nicht denken und renne wieder um das rettende Mauerende. Als ich um die Ecke renne, riskiere ich ein Blick hinter mich um zu sehen wie nah mir das Ungeheuer ist. Die verschwommene Sicht lässt mich kaum etwas erkennen. Ich renne weiter. Noch bevor ich meinen Gedankengang beenden kann, knalle ich gegen etwas hartes.

Verdammt. Ich habe es nicht gemerkt, aber ich hatte schon die Hälfte der Mauer bereits hinter mir gelassen. Noch während ich meine Augen aufreiße, packt mich schon der unbarmherzige Griff an meinem Hals. Würgend und vergeblich nach Luft holend, hebt es mich mit Leichtigkeit empor. Er hält mich mit ausgestreckten Arm hoch, während mir sein anderer Arm bedrohlich nah kommt. Obwohl es keine Lippen hat, scheint es zufrieden zu lächeln. Seine ausgebreitete Hand hält kurz vor meinem Gesicht und ich versuche zu schreien.

Eine Ranke schießt wie ein Speer aus seiner Hand durch meinem Mund und meine Nackenwirbel brechen wie ein Streichholz. Blut füllt meine Lunge und verteilt sich auf die Umgebung.

Als sich die Ranke zurückzieht wirft es mich verächtlich in Richtung der Mauer. Ich spüre den Aufschlag nicht mehr und liege seitlich, mit dem Blick zu ihm gewandt, auf dem Boden. Das Monster verschwindet langsam wieder in die Dunkelheit bevor mir schwarz vor Augen wird.

Tief Luft holend sitze ich im Bett. Nachdem ich mehrmals hastig ein und ausatme, verlasse ich mein schweißgebadetes Bett und gehe zum Fenster. Ich öffne es und atme die kühle Nachtluft ein. Mein Blick richtet sich von der Straße, die von ein paar gleichmäßigen Laternen beleuchtet wird, zu den Sternen. Das letzte, das ich höre ist ein Geräusch, von draußen vor meiner Tür.

Whum Whum Whum...


~CiFer2089~

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