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Es waren einmal drei Brüder. Sie hießen Tom, Marc und Lucas. Tom war 15, Marc 12 und Lucas 7 Jahre alt. Die drei waren die besten Freunde. Sie liebten sich sehr und taten alles füreinander. Außerdem hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel.

Die drei Brüder lebten in einem kleinen Dorf, nahe eines Waldes. Sie wohnten dort in einem schnuckeligen Haus,
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zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater. Ihre Eltern waren wirklich nett und ließen den dreien viele Freiheiten. Sie durften zum Beispiel immer in den Wald zum Spielen gehen, wenn sie nur bis zur Dämmerung wieder zu Hause waren.

Die Brüder wollten sich diese Freiheit natürlich nicht verspielen, darum waren sie immer rechtzeitig zu Hause.

Die drei liebten es, im Wald spielen zu gehen. Sie hatten dort bei einem ihrer Streifzüge eine wunderschöne Lichtung entdeckt, unberührt und perfekt, um dort die Zeit zu verbringen. Wildblumen blühten auf der Lichtung im Sommer und im Winter legte sich eine dicke Schneedecke auf das saftige Gras. Ein kleiner See lag verschlafen in der Mitte der freien Fläche, der an der Seite sehr seicht war und erst zur Mitte hin tiefer wurde. Man konnte wunderbar am Ufer liegen und die Seele baumeln lassen.

Doch die Jungs hatten ganz andere Sachen im Sinn. Sie spielten Fußball, fingen kleine Fische mit selbstgebauten Angeln und spielten Räuber und Gendarm. Da passierte es schon mal, dass einer der Buben im Eifer des Gefechts einen Ast oder eine Faust ins Gesicht bekam und daraufhin zu bluten begann. Dann liefen sie schnell zum See und wuschen das Blut ab. Keiner war dem anderen böse. Sie wussten ja, dass das keine Absicht war, wenn einmal etwas passierte. Wenn die Sonne begann unterzugehen, spazierten sie nach Hause. Jedes Mal, bevor sie das Gartentor durchschritten, schworen sie sich, egal was geschehen war: „Wir erzählen Mama und Papa nichts davon!“ Dann zwinkerten sie sich verschmitzt an und gingen unter großem Gelächter ins Haus.

Eines schönen Sommertages waren die Drei wieder auf der Lichtung. Tom und Lucas lagen am Rand und ließen die Füße ins Wasser baumeln. Sie hatten gerade eine freundschaftliche Rauferei hinter sich und waren deshalb ziemlich kaputt. Marc lief währenddessen am Ufer entlang. Plötzlich rief er: „Tom, Lucas! Kommt schnell her!“ Die beiden schauten sich verdutzt an. Tom fing an zu grinsen. „Wer als erstes da ist!“ forderte er Lucas heraus. Beide sprangen auf die Füße und rannten in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Natürlich gewann der viel größere Tom dieses kleine Rennen. Doch das wurde sofort zur Nebensache, als die beiden sahen, auf was Marc zeigte. „Ein Boot!“ jauchzte Lucas. „Schaut euch das an.“ Tom lachte laut auf. „Das ist ja der Hammer!“ Er kniete sich neben die kleine Nussschale und strich liebevoll über die Planken. „Das muss jemand vergessen haben“ sagte er und überprüfte die Innenseite des Gefährts. „Sieht gut aus, hier ist sogar das Paddel. Jemand Lust auf eine kleine Schiffsfahrt?“ fragte er und sah erwartungsvoll in die Gesichter seiner Brüder. Während Marc erfreut nickte, trat Lucas nervös von einem Bein auf das andere. „Du weißt doch, dass ich nicht wirklich schwimmen kann.“ „Das macht nichts, musst du ja auch nicht“ beruhigte Tom seinen kleinen Bruder. Lucas sah immer noch nicht überzeugt aus. „Na gut, dann bleibst du halt am Ufer. Wir kommen ja gleich wieder zurück“ schlug Marc vor. Zuerst nickte Lucas, als die beiden Größeren jedoch das Boot ins Wasser schoben, sprang er doch in die Nussschale. „Das lasse ich mir nicht entgehen“ lachte er.

Als die drei eine kurze Zeit auf dem See herumgepaddelt waren, ließen sie das Boot in der Mitte des Sees treiben. Während Tom und Marc sich die Sonne aufs Gesicht schienen ließen, schaute Lucas neugierig über den Rand des Bootes. „Kuckt mal, da sind Fische“ rief er. „Vielleicht kann ich einen streicheln.“ Lucas streckte seine Hand ins Wasser. „Pass auf, dass du nicht reinfällst“ gähnte Tom. „Jaja, ich bin schon vorsichtig“ kam die genervte Antwort. Tom blitzte Lucas böse an und schloss die Augen. „Kleiner, sei bloß nicht so fre...“

PLATSCH! Erschrocken sprang Tom auf. „LUCAS! Verdammte Scheiße!“ Tom riss sich sein T-Shirt vom Leib. Er hechtete vom Boot in das trübe Wasser. Mit weit aufgerissenen Augen versuchte er Lucas in der Brühe zu finden. Als ihm die Luft ausging tauchte er wieder auf. Im Boot stand Marc, der mit vor Schreck erstarrter Mine den See absuchte. „Ich sehe ihn nicht!“ rief er Tom zu. Dieser tauchte sofort wieder unter das Boot und versuchte zum Boden zu kommen. Doch dieser war viel zu weit entfernte und Tom musste nach kurzer Zeit wieder an die Oberfläche. Marc hatte sich währenddessen hingesetzt und weinte bitterlich. „Wir haben unseren Bruder getötet!“ heulte er. Tom schüttelte den Kopf und tauchte wieder unter. „Das darf nicht sein!“ dachte er sich. Doch er hatte kein Glück. Nach einigen erfolglosen Versuchen musste er aufgeben. Keuchend zog er sich wieder ins Boot und setzte sich neben Marc, der mit ausdruckslosem Blick über den See starrte.

Langsam und schweigend ruderten die beiden ans Ufer. Mit zittrigen Knien folgten sie dem Trampelpfad zurück zu ihrem Elternhaus. Vor dem Gartentor schlug Tom Marc auf die Schulter.

„Wir erzählen Mama und Papa nichts davon!“



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