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Eigentlich wollte ich meine Geschichte nie wieder erzählen, doch es muss einfach getan werden. Schließlich ist es schon so lange her und sicher erinnert sich niemand mehr daran. Aber nun vertraue ich auf dich, lieber Leser, meine Geschichte zu lesen und den Schrecken zu erleben. Während ich dies nun schreibe zittern meine Finger und Tränen rinnen meine Wangen hinunter. Und ich muss sie warnen, das Lesen dieser Geschichte kann nicht wieder ungeschehen gemacht werden.

Es begann mit einem ganz normalen Abend in meiner Wohnung. Die letzten Arbeitstage im Büro waren anstrengend gewesen und so freute ich mich schon auf einen erholsamen Schlaf. Alles schien in Ordnung.

Aber in dieser Nacht war alles anders.

Der Wind wehte unheilvoll und auch der Himmel schien dunkler. Und während ich in meinem Sessel saß und vor dem Schlafengehen meine Lieblings-Sitcom schaute, bemerkte ich eine Silhouette, die vor meinem Fenster stand. Also blickte ich mich nach der Gestalt um.

Ich sah nichts. Nur Dunkelheit.

Wahrscheinlich war ich einfach nur übermüdet. Ich hatte heute einfach zu lange gearbeitet. Die Show endete und ich legte mich ins Bett. Als ich mein bestes tat, um einzuschlafen hörte ich meine Schlafzimmertür knarren. Zu müde, um zu reagieren, ignorierte ich es. Da spürte ich, dass mich etwas beobachtete. Auch das ignorierte ich, schließlich wollte ich einfach nur schlafen. Doch dann hörte ich etwas schwer und langsam atmen. Zuerst vermutete ich, dass es mein eigener Atem war und stoppte für einige Sekunden.

Aber es kam nicht von mir.

Sofort setzte ich mich in meinem Bett auf und öffnete die Augen und erstarrte vor Angst. An dem Fußende meines Bettes stand ein junges Mädchen in einem weißen Nachthemd mit langen schwarzen Haaren. Sie starrte mich mit großen Augen an und grinste breit. Ihr Gesicht war von tiefen Einschnitten bedeckt und ihre Hände wirkten merkwürdig purpurn. Für einen kurzen Moment standen wir uns nur gegenüber und starrten uns an, dann entwich ihr ein unmenschlicher, märkerschüttender Schrei. Schlagartig sprang ich auf und versuchte zur Tür zu rennen, doch sie sprang schreiend auf mich zu und grub ihre Nägel in mein Gesicht, ihre schwarzen Augen nur Zentimeter von meinen entfernt. Das Schreien war unerträglich und ich verlor das Gleichgewicht und schlug mir den Kopf an meinem Nachttischschrank an. Danach verlor ich das Bewusstsein.

Ich erwachte in einem leeren Keller. Mein Hemd fehlte. Vorsichtig stand ich auf und drohte sogleich das Gleichgewicht zu verlieren. Ich betastete meinen Kopf, er war bedeckt mit Blut. Dann betrachtete ich meine Arme. Sie waren mit Schnittwunden bedeckt, die alle den gleichen Schriftzug trugen: „Wirst du mit mir spielen?“ Auch mein Oberkörper war von den seltsamen Wunden bedeckt. Erschrocken schaute ich mich in dem Raum um und entdeckte eine eiserne Türe. Langsam bewegte ich mich auf sie zu. Nirgendwo war eine Spur von dem kleinen Mädchen, doch trotzdem befürchtete ich, dass sie sich hinter der Tür versteckte. Ich hatte unglaubliche Angst, doch ich musste hier einfach verschwinden.

Vorsichtig öffnete ich die Tür und spähte hinaus.

Der Anblick, der mich dort erwartete, war jedoch einfach nur schrecklich. Der Boden des Ganges war mit menschlichen Körpern übersät. Männer, Frauen, Kinder überall lagen sie herum. Auch ihre Arme waren trugen dieselben Schnittwunden wie die meinen. Überall konnte ich ihn lesen: „Wirst du mit mir spielen?“. Doch all diesen Leichen fehlte scheinbar etwas. Angstvoll schaute ich zu einer weiblichen Leiche neben mir.

Sie lag auf dem Rücken, ihr Bauch war aufgeschlitzt und als ich näher kam, erkannte ich, dass ihr ein großer Spielzeugfeuerwehrwagen zwischen den Eingeweiden steckte. Ich würgte und versuchte mich nicht zu übergeben. Einem Mann zu meiner Rechten hatte man metallene Buchsen in die Augen gesteckt. Sein Schädel war gespalten und in einer großen Blutlache neben ihm lag ein zerbrochener Baseballschläger. Direkt vor mir lag ein lebloser Junge. Sein Mund stand weit offen und ich erkannte ein Spielzeugauto, das man ihm in die Kehle gedrückt hatte. Auch seine Brust war aufgeschnitten und anstelle des Herzens, welches nun neben seinem Körper lag, hatte man Teile einer Puppe gesteckt.

Nun verlor ich doch die Kontrolle und erbrach mich. Für einen kurzen Moment schrie und weinte ich wieder, doch dann durchfuhr mich ein Gedanke: „Wo war das Mädchen?“

Ich wollte es nicht erfahren, natürlich nicht. Kurz dachte ich über die Möglichkeiten nach, doch dann entdeckte ich eine Tür am Ende des Ganges. Langsam bewegte ich mich auf sie zu, doch stoppte schlagartig wieder. Ich hörte etwas…

Etwas hinter mir keuchte heftig.

Angsterfüllt drehte ich mich um und dort stand das Mädchen. Sie hatte die ganze Zeit hinter mir in einer Ecke gewartet, während ich die Körper untersucht hatte. Ihre Stimme war unerträglich hoch, als sie sprach: „Wirst du mit mir spielen?“ Wieder begann sie zu schreien. Erschrocken drehte ich mich um, wollte fliehen, doch erneut warf sie sich auf mich. Ihre messerscharfen Nägel bohrten sich in meinen Hals und Rücken. Ich strauchelte und schlug nach ihr und schließlich gelang es mir sie zu Boden zu werfen.

Sofort hastete ich auf die offene Türe zu, doch sie schloss sich mit einem lauten Knall. Fluchend schlugen Fäuste hämmerten gegen sie, Blut rann meinen geschundenen Rücken hinunter. Doch sie wollte sich einfach nicht öffnen lassen. Das Mädchen war nun wieder auf mir, ich rammte meinen Ellbogen in ihr Gesicht und wieder grub sie ihre scharfen Nägel in meinen Rücken. Erneut gelang es mir sie von mir abzuschütteln und ich wirbelte zu ihr herum. Als sie fiel, griff ich nach ihr. Sie starrte mich mit ihren großen schwarzen Augen an und vergrub ihre Krallen in mein Gesicht. Ihre Schreie dröhnten in meinen Ohren. Dann stoppte sie, lächelte und schlug mit ihrer Hand nach meinen Augen.

Dann wurde alles schwarz um mich.

Ich erwachte in einem Krankenhaus, mein Körper war von Bandagen bedeckt, ebenso wie meine Augen. Ein Polizist stand in meinem Zimmer und unterhielten sich mit einem Arzt. Als sie bemerkten, dass ich wach war lächelten sie. Sie erklärten mir, dass ich der einzige Überlebende eines brutalen Massenmordes gewesen sei. Der Verdächtige, ein Mann im mittleren Alter, wäre bereits festgenommen worden. Verwundert erzählte ich ihnen von dem Mädchen und sie berichteten, dass am Tatort kein Mädchen gefunden wurde. Sie wollten mir nicht glauben und rieten mir, mich schlafen zu legen.

Zwei Wochen vergingen und ich durfte das Krankenhaus verlassen. Als nun das Krankenhaus verließ, für immer von dem Kampf zwischen mir und dem Mädchen gezeichnet, durchquerte ich den Warteraum des Krankenhauses. Der Boden war mit Spielsachen übersät und inmitten des Chaos saß ein kleines Mädchen mit langen schwarzen Haaren und einem weißen Nachthemd. Lächelnd schaute sie mich aus großen schwarzen Augen an und sagte mit einer Stimme, die jede meiner Narben schmerzen ließ: „Wirst du mit mir spielen?“

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