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Glassplitter verteilten sich auf dem Kunststoffboden in der Küche und verdarben dessen Makellosigkeit. David scheuchte auf, voller Verwunderung über seine eigene Unachtsamkeit. Der Salzstreuer schien von seinem Ellbogen angestoßen worden zu sein und war nun nicht mehr als solcher zu erkennen. David hatte seine Wohnung mit leidenschaftlicher Ergriffenheit eingerichtet und dekoriert. Allein der Salzstreuer hatte ihn ein Tagesgehalt gekostet.

Hatte etwa sein heutiger Arbeitstag genug Unordnung in sein Leben gebracht, um ihn so unaufmerksam werden zu lassen? David schmunzelte. Die Schweißtropfen auf seinem kahlen Kopf wirkten für ihn wie Fremdkörper, als er wieder an Besinnung gewann. „Nein“, dachte er, „wie sollte jemand auch meinen gestrigen... Ausrutscher... bemerken?“ David war ein Maurermeister der sein Handwerk mit gründlichster Sorgfalt ausübte. Dennoch schienen ihn die Schreie dieses nervigen Balges in seinem Kopf langsam zu stören. Anfangs war es eine wunderschöne Melodie die seinen Hörsinn liebkoste.

Es war dieser nervige Jugendliche, der einst mit einem ekelerregendem Gelächter sein Auto zerkratzte. Dabei hatte David Jahrzehnte gebraucht, um sein Gefährt zu finanzieren. Ein Zufall war es, als eben dieser Teenager alleine an einer Baustelle vorbeischlenderte. David hielt kurz inne. Es war zufällig die Baustelle, auf der er gerade arbeitete. Seine Kollegen hatten alle Mittagspause. Der Jugendliche konnte sich erst an David erinnern, als ihn dieser in den Schwitzkasten nahm und ihn in eine Grube stieß. David genoss die Laute, die der Teenager von sich gab, als er mit dem flüssigen Zement übergossen wurde. „So spart man Baumaterialien“, dachte sich David. Die Laute bestanden aus einer Mischung aus Hilfeschreie und Atemnot. Als der Zement die Grube ausfüllte konnte keiner mehr etwas von Davids Missetat erkennen.

Zufrieden beschloss David den Tag ausklingen zu lassen. Doch diese Schreie erschwerten ihm das Einschlafen. Erst nach einer Weile siegte die Müdigkeit und er konnte auf der neuen Federmatratze Ruhe finden.

Schweißgebadet erwachte der Maurermeister aus einer Reihe absurd wirkender Alpträume. „Eigentlich hätte dieser Bastard eine solche Strafe verdient“, dachte sich David, während er sich im Scheine der Morgensonne aus seinem Bett erhob. Er war sich bewusst, dass er einem Menschen niemals so etwas antun könnte. Es war lediglich die Vorstellung, die ihn ein wenig befriedigte. Als er sich in seine wohl dekorierte Küche begab wunderte er sich, weshalb der Scherbenhaufen in seiner Küche verschwunden war. Sekunden später begriff er, dass dies noch Teil seines Traums gewesen war. „Moment mal“, fragte er sich, „wo zur Hölle ist das Salz?“

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