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Menschen sind wie Blumen. Wenn du sie pflückst, werden sie unweigerlich welken.



Ich hatte nie gewusst, was Liebe bedeutete.


Dieses angeblich so tiefe Gefühl von Verbundenheit gegenüber einer anderen Person, der man blind vertrauen kann, oder diese Schmetterlinge, die im Bauch herumschwirren (was ja unglaublich logisch ist), während man nicht schlafen, nicht essen und nicht trinken kann. Manche behaupten, es sei wie ein Herzinfarkt; andere bestehen auf Wolke sieben, und ich habe schon gehört, wie jemand in sarkastischem Wehgesang rezitierte

Liebe ist so, als ob du dich vor einen Zug werfen würdest. Dein Hirn denkt: „Fuck, Alter, du gehst drauf!“ Dein Herz aber brüllt: „Ich kann fliegen, Madafaka!“


Für mich klang das damals erhlich gesagt nicht besonders prickelnd. Ich hatte einmal geglaubt, tatsächlich jemanden gefunden zu haben, doch die Feststellung, dass er alles andere als der Prinz meiner Träume war, hatte mich für immer zerbrochen zurück gelassen.


Wisst ihr, ich wäre gerne wie die anderen Mädchen gewesen. Ich hätte zu gerne einen festen Freund gehabt, oder zumindest jemanden, in dessen Nähe ich unweigerlich rot wurde. Wisst ihr, es lag nicht daran, dass keiner der Jungen sich für mich interessierte, sondern daran, dass ich mich für keinen der Jungen interessierte, denn Amor hatte sich vorgenommen mich zu ignorieren, und ließ einfach nicht mit sich reden.


Und dann, an irgendeinem Tag in irgendeinem Monat in irgendeinem Jahr sah ich ihn.

Alles in mir schien zu explodieren. Mein Herz setzte einige Sekunden aus, bevor es heftiger pochte als jemals zuvor. Meine Pupillen weiteten sich, während sie meine Hände zu Fäusten ballten; unsere Blicke schrammten aneinander vorbei. Ich sah Sternchen, und die ganze Welt um ihn herum schien so anders als meine. Mir wurde heiß, bis ich förmlich brannte, und mein Mund klappte einfach so auf.

Aus meinem Bauch spross ein Kribbeln, dass sich bis in die Zehenspitzen vorkämpfte. Mir ging es so elend und dennoch so unglaublich gut wie nie. Ich wollte lachen und weinen, mich in einer Ecke verkriechen und tanzen; wollte in die Welt hinausschreien: Da ist er! Mein anderes Stück Seele, auf das ich so lange warten musste!


Doch er sprach immer nur über die anderen, und ich gehöre nie zu denen, die eine Nacht mit ihm verbringen dürfen. Nie. Die Tage wurden trister.

„Woah, Jannina trägt heute einen extra kurzen Rock.“ „Haha, jaaa sie hat wundervolle … Persönlichkeiten“ *zwinker* „Man, die ist gut zum Flachlegen.“ „Boah hat Louise krasse Haare.“ „Clara ist Trompetenspielerin… Ich glaube deswegen ist sie so gut beim Blasen.“ *zwinker* „Ne Alter, heute nicht, habe noch ne Verabredung.“


Für ihn schien ich nicht einmal existent zu sein, da ich in der Gesellschaft der Kerle schon als „Königin mit dem Herz aus Eis“ verschrien war.

Warum konnte er nicht sehen, dass er derjenige war, der mein Eis zum Schmelzen brachte?


Ich habe mittlerweile diese Theorie, bezüglich zum Thema: „Seelenverwandte“. Ich schätze einige Atome lagen beim Urknall näher beieinander, als andere, und nun, Jahrtausende später fanden sie wieder zueinander, und üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Unsere Atome mussten regelrecht übereinander gelegen haben, so sehr dürstete es mich nach seiner Nähe.

Und dann, als es endlich geschah, konnte ich es nicht fassen.


Nach der Schule hatte ich ihn getroffen, auf dem Heimweg. Ganz zufällig. Er schlang seine unglaublichen Arme um mich, und ich dachte, dass ich gleich an Sauerstoffmangel sterben würde, als er etwas zu nahe an meinem Ohr flüsterte, dass er mich liebte.

Zu schnell waren wir bei mir. Zu schnell hatte er mich aufs Bett gedrückt. Zu schnell kommen wir in der Gegenwart an.


Ich kann seinen kühlen Atem beinahe spüren, der über meine Haut streicht, und mir Schauer über den gesamten Körper jagt. Seine eiskalten Finger hinterlassen Muster auf mir. Seine Lippen gleiten über meine Schulter. Er rutscht kurz ab, ist aber gleich darauf wieder in der perfekten Position, um mir Verstand und Jungfräulichkeit zu rauben.

Oh, ich muss euch nicht sagen, was das für ein Gefühl ist.


Seine Hand gleitet irgendwann im Verlauf aus der meinen, und fällt zu Boden. Das Himmelbett quietscht entnervt unter uns. Die Luft im Raum ist stickig. Es ist schwierig, seinen Kopf in Stellung zu halten, aber das Gefühl ist es mir Wert. Sein eiskalter Mund stillt den Hunger meiner Lippen. Alles in mir hat sich so lange nach diesem Moment verzehrt, und obwohl er einen eigenartigen Geruch absondert, ist er das Geilste, das ich jemals erleben durft. Ich taste auf meinem Nachttisch herum, und finde den Teil, den ich als nächstes brauchen würde. Den ich so lange stumm gewollt habe.

Ich lächele.



Am nächsten Tag sehe ich ihn nicht wieder.


Wie ich es erwartet habe.


Nein, kein Mitleid. Spart euch das. Soll der Penner doch auf dem Boden eines Sees mit den Fischen verrotten, genau wie der andere Misthaufen. Mir ist er längst wieder egal. Ich habe nämlich festgestellt, dass er nicht der Richtige ist, denn der Richtige wird nicht welken, sondern heller erblühen als jemals zuvor.

Mein Traumtyp ist wie für mich geschaffen, und wird mich nie verlassen.

Er existiert, und ich bin bereit tausende Fehltritte zu begehen, um ihn zu finden.


Wisst ihr, es liegt nicht daran, dass keiner der Jungen sich für mich interessiert, sondern daran, dass ich mich für keinen der Jungen interessiere, denn Amor hat sich vorgenommen mich zu ignorieren, und lässt einfach nicht mit sich reden.


Und dann, an irgendeinem Tag in irgendeinem Monat in irgendeinem Jahr sehe ich ihn...



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